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Die Frau und ihr Geheimnis

So manches Missverständnis hält sich hartnäckig, wenn es um die weibliche Anatomie geht. Um gleich das erste aufzulösen: Vagina und Vulva sind nicht dasselbe!

  Die weibliche Anatomie war lange Zeit kein Thema für die Wissenschaft

Die weibliche Anatomie war lange Zeit kein Thema für die Wissenschaft

Vagina und Vulva spielen im lustvollen Sexleben der Frau eine große Rolle - und sind keineswegs verschiedene Begriffe für dasselbe Organ! Die Vagina gehört mit Eierstöcken, Eileitern und der Gebärmutter zu den inneren Geschlechtsorganen, während die Vulva mit großen und kleinen Schamlippen, Kitzler, Scheidenvorhof und den Bartholin-Drüsen die äußeren Geschlechtsorgane bildet.

Trotz ihrer Bedeutung für die Sexualität der Frau waren etwa die Unterschiede der Vulva in Größe, Form, Funktion und Färbung lange Zeit kein Thema, dem sich Mediziner angenommen haben. Mithu M. Sanyal, die Autorin des Buches "Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts", schreibt, dass sie mit einer Gruppe Wissenschaftlerinnen zusammen saß: Alle konnten einen Penis anatomisch korrekt zeichnen, doch keine eine überzeugende Vulva.

Die Vagina, auch Scheide genannt, ist ein schlauchförmiger Kanal aus Muskeln und Bindegewebe, der sich etwa zehn Zentimeter von der Körperoberfläche nach hinten hoch bis an den Gebärmutterhals streckt. Ihre Wände umschließen beim Sex den Penis fest, aber elastisch. Bei der Geburt hingegen wird die Scheidenwand locker und nachgiebig, um Platz für den Weg des Kindes zu schaffen.

Der Scheidenkanal

Ausgekleidet ist der Scheidenkanal mit Zellen, die ständig abschilfern. In der Vagina vorhandene Laktobazillen setzen einen Teil der Zellreste zu Milchsäure um: Daher ist die Scheidenflora sauer. Ihr pH-Wert liegt bei 4. Die Säure hat eine wichtige Schutzfunktion: Sie hemmt das Wachstum fremder Keime, die beim Baden, Saunieren oder auch beim Sex in die Scheide gelangen können.

Wenn im Verlauf des Monatszyklus verschiedene Hormone die Geschlechtsorgane beeinflussen, ändert sich auf die Menge und die Zusammensetzung des Scheidensekrets. Diese besteht nicht nur aus den abgeschilferten Zellen der Scheidenwand und der daraus gebildeten Milchsäure, es enthält auch noch Schleim, den die Zervixdrüsen im Gebärmutterhals bilden.

Der Gebärmutterhals ragt ins Scheidengewölbe, wo die Scheide an die Gebärmutter stößt, wie ein Zapfen in die Vagina. Er dient manchen Frauen als verlässliche Größe zur Verhütung: Wenn ein Diaphragma richtig eingesetzt wird, verschließt es den Eingang zum Gebärmutterhals, so dass die Spermien nicht hindurch kommen.

Eierstöcke und Eileiter

In den Eierstöcken, zwei mit Scheimhaut ausgekleideten Muskelschläuchen von etwa vier Zentimeter Länge und zwei Zentimeter Breite, liegen die Eizellen. Es sind die weitaus größten Zellen des menschlichen Körpers mit einem Durchmesser von bis zu 0,2 Millimetern.

Die Eizellen reifen in einer Art Bläschen, den so genannten Follikeln, heran. In diesen entstehen auch Östrogene und Gestagene - die weiblichen Sexualhormone. Die Konzentration dieser Hormone schwankt mit dem Monatszyklus: Östrogene, auch Follikelhormone genannt, bilden sich vor allem in der ersten Zyklushälfte. Sie steuern die Weiterentwicklung des reifenden Eies. In der zweiten Zyklushälfte steigt die Konzentration des Gestagens, das auch als Gelbkörperhormon bezeichnet wird. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut darauf vor, dass sich eine befruchtete Eizelle einnistet. Kommt es nicht zur Befruchtung, bildet sich der Gelbkörper rasch zurück. Die Monatsblutung setzt ein.

Die zwischen 10 und 18 Zentimeter langen Eileiter dienen dem Auffangen der Eizelle nach dem Eisprung und transportieren sie zur Gebärmutter. Das Ei kann sich nicht aus eigener Kraft fortbewegen. Wie es genau wandert, ist noch nicht geklärt. Einen Anteil daran haben wohl die Flimmerhärchen, unterstützt von sich zusammenziehender Muskulatur in der Eileiterwand. Einige Frauen spüren in der Mitte des Zyklus ein Ziehen in der unteren Bauchgegend, den sogenannten Mittelschmerz. Dieser wird möglicherweise durch das Wandern des Eis im Eileiter hervorgerufen.

Wird eine Eizelle befruchtet, nistet sie sich in der Gebärmutter ein. Diese ist ein birnenförmiges Hohlorgan, etwa sieben Zentimeter lang, fünf Zentimeter breit und zwei Zentimeter dick. Ihre Größe schwankt allerdings je nach Anzahl der Schwangerschaften und Geburten erheblich. Die starke Muskelschicht der Gebärmutter unterstützt die Austreibung des Kindes. Auch am lustvollen Sex hat sie ihren Anteil: Während eines Orgasmus zieht sich das Organ rhythmisch zusammen; nach dem Orgasmus bleibt der Gebärmutterhals etwas geöffnet, so dass die Spermien leichter hinein gelangen. Je nach Größe des Penis und Stellung beim Sex spürt die Frau den Gebärmutterhals, wenn die Spitze des Penis dagegen stößt. Durch die veränderte Größe der Gebärmutter während der Schwangerschaft empfinden die Frauen den Sex oftmals anders als gewohnt.

  Die äußeren Geschlechtsorgane werden unter dem Begriff Vulva zusammengefasst

Die äußeren Geschlechtsorgane werden unter dem Begriff Vulva zusammengefasst

Die Vulva

Die großen und kleinen Schamlippen samt Kitzler umrahmen den rundlich bis oval geformten Scheideneingang. Bei Frauen, die noch keinen Sex hatten, ist er teilweise durch ein feines Häutchen verschlossen, das Jungfernhäutchen oder Hymen (so hieß der Hochzeitsgott der griechischen Antike). Dringt das erste Mal ein Penis in die Scheide ein, reißt das Häutchen - meist schnell und schmerzlos. Mitunter ist es schon vorher durch Sport oder Benutzung eines Tampons gerissen. Oder es fehlte ganz, auch das kommt vor.

Während der Pubertät verändert sich die Vulva durch den Einfluss der Hormone. Die Schamlippen wachsen, auch die Klitoris wird größer und zeigt eine Perlenform. Auf dem Venushügel und den äußeren Schamlippen bilden sich Haare.

Die großen Schamlippen umfassen die längs gestellte Schamspalte. Sie enthalten große Mengen Fettgewebe, Talg- und Schweißdrüsen. Entwicklungsgeschichtlich sind sie dem Hodensack identisch und gehen nach vorn in den ebenfalls behaarten Schamhügel über. So bedecken sie den Scheideneingang. Links und rechts des Scheideneingangs liegen die Vorhofschwellkörper, die sich beide bei sexueller Erregung mit Blut anfüllen, wodurch sie den Scheidenvorhof verengen und beim Sex Druck auf den Penis ausüben. Der Scheidenvorhof ist der Bereich zwischen den kleinen Schamlippen, wo Vagina und Harnröhre münden.

Die kleinen, unbehaarten Schamlippen enthalten dagegen kein Fettgewebe, wenig Schweiß-, aber viele Talgdrüsen. Die Schamlippen umfassen in einem vorne spitz zulaufenden Ende vorhautähnlich den Kitzler.

Kleiner Hügel mit großer Wirkung

Der Kitzler gleicht einem Höcker - die Bezeichnung Klitoris kommt aus dem Griechischen und heißt "kleiner Hügel". Der Kitzler entspricht in Bau und Funktion mit großen, ventilartig verschließbaren Gefäßen den Schwellkörpern und der Eichel des männlichen Gliedes. Zu sehen ist die Spitze der Klitoris, die die Form einer Perle hat. Was leider noch immer nicht in jedem Aufklärungsbuch steht: Es gibt noch einen im Körperinneren verborgenen Teil der Klitoris, den Schaft und die Wurzel. Die gesamte Klitoris ist im Durchschnitt elf Zentimeter lang, der größte Teil, die sogenannte Klitoriswurzel, reicht tief in die Beckenregion hinein. Das abgerundete Ende des Kitzlers, die Klitoriskrone, ist mit einer sehr dünnen Haut überzogen und enthält ein dichtes Geflecht von Adern, sowie zahlreiche Nerven, die sie besonders empfindsam für Berührungen machen. Bei Erregung schwillt die Klitoris an - wie der Penis.

Die Klitoris ist beim Sex empfänglich für unterschiedliche Reize. Nicht nur direkte Berührung des Kitzlers durch die Hände, Zunge oder Sexspielzeug, sondern auch die indirekte Bewegung des gesamten Beckens beim Sex kann das komplexe Nervengeflecht so anregen, das die Frau einen Orgasmus bekommt.

Der Weg zum Orgasmus

Ist die Frau erregt, bildet sich Flüssigkeit in der Vagina, so dass sich der Penis besser in ihr bewegen kann. Zusätzlich können auch die Bartholin-Drüsen in der späteren Phase der Erregung Flüssigkeit produzieren. Die Gebärmutter zieht sich zusammen, verlängert so die Scheide und erweitert das Scheidengewölbe. Gleichzeitig schwellen die kleinen Schamlippen bis aufs dreifache ihres normalen Umfangs an. Die in der Scheide sitzenden Venen stauen im unteren Drittel der Vagina das Blut diesen Effekt nennt man auch "orgastische Manschette". Die Wand der Vagina und der Gebärmutter ziehen sich während des Orgasmus ebenso wie die Muskeln des Damms (das Stück zwischen Vagina und After) rhythmisch zusammen. Nach dem Orgasmus gehen die Geschlechtsorgane langsam in ihren Ruhezustand zurück. Tritt nach starker Erregung der Orgasmus nicht ein, dauert die Rückbildung länger an. Sowohl Dauer als auch die Intensität der sexuellen Reaktion sind sehr variabel, daher kann eine Frau in kurzen Abständen mehrmals einen Orgasmus bekommen.

Der umstrittene G-Punkt

Die erogenen Zonen des menschlichen Körpers sind vielfältig und werden unterschiedlich empfunden. Ein Lustbereich macht seit vielen Jahren immer wieder Schlagzeilen: der G-Punkt. Ein Arzt namens Ernst Gräfenberg hat ihn 1950 erstmalig beschrieben. Angeblich befindet sich der G-Punkt in der vorderen Vaginalwand. Nachweisen, etwa durch Untersuchung des Gewebes, kann man ihn bis heute nicht. Der G-Punkt reagiert eher auf Druck als auf Berührung. Das Lustgefühl durch die Stimulation dieses Gewebes empfinden Frauen unterschiedlich: Einige sind an der Stelle völlig unempfindlich, andere beschreiben das Druckgefühl im ersten Moment ähnlich dem Harndrang, der aber rasch nachlässt und dann sehr erregend ist. Anatomisch ist dieser Punkt mit dem Penis besser erreichbar, wenn die Frau auf ihm sitzt oder er von hinten in sie eindringt.

Nicole Bongard

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