Hector und die Geheimnisse der Liebe

10. Mai 2005, 15:53 Uhr

Hector ist ein neugieriger Held, der sich auf die Suche nach Glück und Liebe begibt. Bestseller-Autor Francois Lelord hat seinen zweiten Roman über den liebenswerten Psychiater geschrieben.

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Hector ist ein sehr netter Kerl. Wenn er mit staunenden Augen hinter der rundglasigen Intellektuellenbrille weltweit weltbewegenden Fragen nachgeht, öffnen sich die Herzen von unzähligen Lesern. So war es bei Hectors Suche nach dem Glück, und nicht anders ist es im zweiten Band von Francois Lelord "Hector und die Geheimnisse der Liebe". Der Autor setzt mit seinen Büchern die erfolgreiche Tradition vornehmlich französischer Erbauungsliteratur fort.

So wie Saint-Exuperys "Kleiner Prinz" hat sich auch sein sympathischer Held große Neugier auf die Welt bewahrt, vieles erinnert an die Lebensweisheiten eines Eric-Emanuel Schmitt, und der Gehalt des neuen Romans basiert ganz offensichtlich auf Erich Fromms Standardwerk "Die Kunst des Liebens". Da mag der Intellektuelle die Nase rümpfen - das Buch trifft dennoch ins Schwarze.

Ein schrulliger Professor und die Liebe

Hector, der sanfte Psychiater aus Paris, wird eines Tages von einem Unternehmensboss aus dem "kleinen Land, das sich auf Schokolade und Pharmakonzerne spezialisiert hatte", um die Suche nach einem etwas schrulligen Professor gebeten, weil dieser ein Mittel gefunden hat, Liebesgefühle zu steuern. Ganz ungelegen kommt ihm der Auftrag nicht, denn die Gefühle seiner Freundin Clara scheinen abgekühlt zu sein. Als er in Kambodscha ankommt, stürzt er sich - mit Hilfe des Wundermittels des Professors - in eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zur sanften Vayla, während Clara zu Hause von Gewissensbissen gequält wird, weil sie ihren kleinen Psychiater mit dem großen Boss des Pharmariesen betrügt. Beide lieben beide und finden keinen Weg aus dem Dilemma.

Nun spielt Hector auf seiner abenteuerlichen Reise durch Fernost alle möglichen Variationen des Themas Liebe durch, seine Erkenntnisse vermerkt er als "Kleine Blüten" in seinem Notizbuch. Er besieht sich das Thema von allen Seiten, beobachtet, welche fatalen Folgen die Manipulation von Gefühlen mit chemischen Mitteln hat, und in der Erkenntnis, dass Liebe auch Freiheit bedeutet, zerstört er am Ende die Wundersubstanz des Professors.

Schuld trägt die "Verrücktheit des Blutes"

Lelord, der vor neun Jahren seine therapeutische Praxis geschlossen hat, um fortan Bücher zu schreiben und die Welt - vor allem Asien - zu bereisen, schreibt betont naiv und schrammelt, wie die Schriftstellerin Heide John jüngst bemerkte, "oft an dem vorbei, was gemeinhin als Kitsch bezeichnet wird". Seine Figuren sind nicht ausgemalt, sondern als Repräsentanten von Lebenshaltungen nur grob skizziert und deshalb ohne wirkliche Konturen. Auch wenn seine neue Geschichte nach dem selben Strickmuster wie die erste gefertigt ist, wirkt sie höchst amüsant und regt dazu an, wieder einmal darüber nachzudenken, was es auf sich hat mit den großen menschlichen Gefühlen, vor allem mit der Liebe, jener "Verrücktheit des Blutes", deren oft tragischen Konsequenzen einen einzige Grund haben: "Liebe ist unfreiwillig, darin liegt das ganze Problem."

Neuerscheinung 2005 Francois Lelord: Hector und die Geheimnisse der Liebe Piper Verlag, München 219 S., Euro 16,90 ISBN 3-492-04741-6

Susanna Gilbert-Sättele/ DPA
 
 
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