Die andere Karriere einer Ex-Miss Germany

4. Februar 2008, 11:18 Uhr

Sie wollte nach Hollywood, aber gelandet ist die attraktive Rheinländerin in einer kolumbianischen Seifenoper. Ex-Miss Deutschland Natalie Ackermann aus Meerbusch bei Düsseldorf macht in Südamerika TV-Karriere und träumt weiter von einem Engagement beim ganz großen Film. Von Tobias Käufer

Natalie Ackermann - Zu den ganz großen Rollen mit Umweg über Kolumbien©

Fast täglich flimmert das Bild der 27-Jährigen derzeit über die Bildschirme der südamerikanischen Andenrepublik. Die kolumbianischen Fans kennen Natalie Ackermann, die vor zwei Jahren zur Miss Deutschland 2006 gekürt wurde, allerdings besser unter ihrem aktuellen Rollennamen: Fabia Schulze. "Ich spiele dort in der angesagtesten Telenovela des Landes eine Hauptrolle", sagt sie. "Nuevo rico, nuevo pobre" heißt die Seifenoper, die im zweitwichtigsten südamerikanischen Fernsehmarkt glänzende Einschaltquoten erzielt.

Die Handlung ist schnell erzählt: Zwei Babys werden bei der Geburt vertauscht, nach vielen Jahren wird der Schwindel aufgedeckt, und der schwerreiche Sohn eines Industriellen muss sein bis dato so angenehmes Leben gegen das eines bettelarmen Schluckers eintauschen, der wiederum plötzlich zum Jungmillionär aufsteigt.

Südamerikanische Situationskomik mit bildhübschen Frauen und ebenso ansehnlichen Latin-Lovers, das erfreut nicht nur die Herzen der kolumbianischen Hausfrauen, sondern spült dem TV-Sender Caracol Millionen von Werbe-Pesos in die Kassen.

Populär wie ein Hollywoodstar

Ackermann spielt die Rolle der arglistigen Liebhaberin, die einen der beiden Hauptdarsteller ordentlich aufs Kreuz legt: "Ich bin richtig böse", sagt sie und lacht dabei laut. Halb-Österreicherin, Halb-Kolumbianerin ist Fabia Schulze - fast so wie ihre deutsche Darstellerin. Deren Mutter ist Kolumbianerin, ihr Vater Rudolf ein Düsseldorfer. Der leicht deutsche Akzent im perfekten Spanisch hilft die Rolle möglichst authentisch rüber zu bringen. Und das bleibt bei den Zuschauern haften.

Die neu gewonnene Popularität genießt die Jungschauspielerin in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota in vollen Zügen: Kaum ein Restaurantbesuch, bei dem sie nicht als Fabia erkannt wird und Autogramme geben muss. So in etwa muss sich Hollywood anfühlen.

Film statt Studium

Es ist mittlerweile ihre dritte Rolle vor der Kamera: Einem Mini-Auftritt im kolumbianischen Kinoflim "Este huele mal" folgte eine kleine Gastrolle in "Betty, la fea", der kolumbianischen Ursprungsversion der in Deutschland so erfolgreichen Serie "Verliebt in Berlin". Nicht wirklich die ganz große Karriere, aber offenbar genug um das Medizin-Studium an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf den Filmambitionen zu opfern: "Ich möchte meine Karriere als Schauspielerin vorantreiben."

Deshalb hat sich Ackermann auch entschlossen, erst einmal in der Andenrepublik zu bleiben und sich in Bogota eine Wohnung gemietet. Von hier aus ist die Jungschauspielerin schnell in den Produktions-Hauptstädten der lateinamerikanischen Telenovelas: Miami, Mexiko-Stadt und eben Bogota liegen nur wenige Flugstunden entfernt.

Die Tageszeitungen des Landes berichten in ihren Klatschspalten mittlerweile regelmäßig über die junge Deutsche, die wegen ihrer kolumbianischen Wurzeln auch schon einmal an der Wahl zur "Miss Colombia" teilnahm und als Landeskönigin "Senorita Atlantico" Rang vier im nationalen Finale belegte.

Oder vielleicht in Deutschland

Bei der weltweit beachteten Endausscheidung zur Miss Universum im Sommer 2006 schaffte es die deutsche Vertreterin in Los Angeles nicht bis ins Finale der besten zehn - trotz wochenlanger intensiver Vorbereitung. "Was bleibt ist die Erinnerung an ein paar aufregende Tage", sagt sie heute.

In der Heimat war der Titel einer "Miss Deutschland 2006" auch nicht der erhoffte Startschuss der angestrebten Filmkarriere, zu negativ belastet ist hierzulande das Image der Miss-Wahlen. In Kolumbien ist das anders: Aus den Schönheitsköniginnen werden meist Werbe-Ikonen, Top-Models und TV-Moderaterinnen. Oder Schauspielerinnen: Ackermann gibt den Traum von der großen Karriere nicht auf, auch wenn es bislang nur zu den in Lateinamerika so wichtigen Telenovelas gereicht hat: "Ich habe mich schon bei einigen internationalen Filmprojekten vorgestellt. Ich hoffe, dass ich meinen Traum verwirklichen kann. Und vielleicht klappt es ja dann auch irgendwann mal in Hollywood - oder in Deutschland."

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Sinibaldi (04.02.2008, 21:39 Uhr)
El sendero de la vida.
Éste es el dulce
y tímido sendero
de la vida, aquí
la silente tristeza
del sol reside beata
como franca armonía,
y éste es el sueño,
el amor embelesado
que canta en la flor.
Francesco Sinibaldi
dutchinmex (04.02.2008, 17:27 Uhr)
Weite Reisen
""...sich in Bogota eine Wohnung gemietet. Von hier aus ist die Jungschauspielerin schnell in den Produktions-Hauptstädten der lateinamerikanischen Telenovelas: Miami, Mexiko-Stadt und eben Bogota liegen nur wenige Flugstunden entfernt"" Stimmt aber ganz genau: wenn man in Bogota wohnt, ist Bogota tatsaechlich nur wenige Flugstunden entfernt.
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