Chancen und Grenzen der Nächstenliebe

3. Juli 2012, 10:01 Uhr

Mit der Kampagne "The Giving Pledge" konnte Warren Buffett zig US-Milliardäre dazu animieren, einen Teil ihres Vermögens zu spenden. Warum er in Europa keine Anhänger findet, ergründet diese ARD-Doku.

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Das Gewissen der Superreichen, ARD, Doku, Dokumentation

Warren Buffet (L.) fand in Microsoft-Gründer Bill Gates einen begeisterten Unterstützer seiner wohltätigen Kampagne "The Giving Pledge"©

Ich wäre mit weit weniger Geld genauso glücklich. Pleite wäre ich allerdings nicht gerne." - Aus dem Mund eines der reichsten Männer der Welt klingen diese Worte ein wenig unwirklich. Und doch ließ Warren Buffett, amerikanischer Investmentguru, Taten folgen und gründete 2010 die philanthropische Kampagne "The Giving Pledge" ("Die Verpflichtung, zu geben"). Welche Überzeugungen hinter dem Gefühl stecken, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu müssen, und warum Buffett für seine Initiative in Europa keine Unterstützer findet, ergründet die ARD-Dokumentation "Das Gewissen der Superreichen". 18 Monate begleiteten Gisela Baur und Ralph Gladitz den Unternehmer Buffett und sprachen mit Mitstreitern und Kritikern von "The Giving Pledge".

Den Gedanken, mit seinem angehäuften Reichtum etwas Sinnvolles anstellen zu wollen, hegte Warren Buffett schon lange bevor er 2010 seine Kontakte spielen ließ und sich mit anderen schwerreichen Menschen zusammensetzte. Seine Idee war es, andere dazu zu animieren, mindestens die Hälfte ihrens Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden - egal ob zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod. Inzwischen hat "The Giving Pledge" viele prominente Unterstützer, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, Kult-Regisseur George Lucas und Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg.

Die Beziehung zwischen Demokratie und Kapitalismus

70 US-Milliardäre haben Warren Buffett bereits ihr loses Versprechen gegeben, bloß in Europa findet "The Giving Pledge" bislang keine Anhänger. Dass die deutschen oberen Zehntausend kein soziales Verantwortungsbewusstsein haben, bedeutet das allerdings keineswegs. Der Blickwinkel ist nur ein anderer.

Die französische Baronin Ariane de Rothschild, der Hamburger Reeder Peter Krämer sowie der SAP-Gründer Hasso Plattner sind der Überzeugung, Warrens Initiative verfolge den falschen Ansatz. So merkt der Hamburger Peter Krämer an: "Es darf doch im demokratischen Staat nicht im Belieben von Milliardären stehen, wofür gespendet wird, sondern es ist Aufgabe des Staates, und damit letztlich der Bürger, für das Richtige zu sorgen."

Der 75-minütige Film von Gisela Baur und Ralph Gladitz hält sich mit Wertungen stark zurück, räumt Vertretern beider Seiten gleich viel Raum ein und lässt zuletzt Baronin Rothschild sogar mit Warren Buffett zu Abend essen, den sie zuvor nicht kannte. Es wird klar: Es ist nicht der philanthropische Grundgedanke, an dem sich die Geister der Französin und des Amerikaners scheiden. Schon eher die Definition von der Beziehung zwischen Demokratie und Kapitalismus.

Die Dokumentation von Gisela Baur und Ralph Gladitz läuft am heutigen Dienstag, den 3.7.2012 um 22:45 Uhr in der ARD.

hw/Teleschau
 
 
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