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7. Juli 2008, 10:34 Uhr

Mord aus Baby-Habgier

Eine tote Schwangere und ihr verschwundenes Baby: Beim zweiten Fall hat es das neue "Tatort"-Ermittlerteam aus Leipzig mit einem Doppelmord an zwei jungen Frauen zu tun. In der Folge "Ausweglos" wird ein weiteres Rätsel der Vergangenheit des ehemaligen Paares gelüftet. Von Kathrin Buchner

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In brisanter Mission unterwegs: die Kommissare Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla) werden durch den Fall an ihre eigene Geschichte erinnert© Steffen Junghans/MDR

Ökologisch korrekt und passend zur aktuellen Energiedebatte - Kommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) fährt mit der Straßenbahn und ist schneller am Tatort als seine Kollegin und Ex-Frau, Kommissarin Eva Saalfeld, die mit dem Auto im Stau steht. Auch im weiteren Verlauf der Ermittlungen wird Keppler, der Dickkopf, konsequent öffentliche Verkehrsmittel benutzen und damit ans Ziel kommen - zumindest der Ermittlungen. Wobei der letzte Mord ohne eine rasant-beherzte Fahrt im individuellen Personenkraftwagen nicht vermieden werden hätten können.

All zu viel Spannendes bleibt leider nicht zu berichten über diesen zweiten Fall des neuen Leipziger "Tatort"-Ermittlerteams. In der Folge "Ausweglos" geht es um die Verwirklichung von Träumen und wie Menschen Grenzen überschreiten, um ihre Sehnsüchte wahr werden zu lassen, sei es Geld oder Leben. Und sich damit ins Abseits katapultieren.

Da kommt ein ehrgeiziger junger Schreiner, der sich mit dem Kauf hochmoderner Maschinen verschuldet hat, auf die glorreiche Idee, den Körper seiner Frau für eine Leihmutterschaft zu verkaufen. Sein rationales Kalkül verträgt sich schlecht mit der hormonellen Befindlichkeit einer Frischentbundenen. Und so wird die potentielle Leihmutter, die ihr Neugeborenes behalten will, zum Mordopfer des biologischen Vaters. Hört sich kompliziert an, ist es auch, die Geschichte ist nämlich ziemlich verworren aufgebaut.

Totes Baby zerstörte Beziehung

Ein unerfüllter Kinderwunsch, ein verschwundenes Baby und komplizierte Zweierbeziehungen - der zweite Fall des neuen Leipziger Ermittlerteams Saalfeld und Keppler bleibt im Zwischenmenschlichen. Und enthüllt gleichzeitig ein Stück des Geheimnisses, das dieses Ex-Paar umgibt. Ein Baby hatten die beiden, und der plötzliche Kindstod hat ihre Beziehung zerstört. So erklärt sich die aggressive Ermittlungsweise der Saalfeld, diese resolute Suche nach dem verschwundenen Neugeborenen.

Die Offenlegung des Hintergrunds von Keppler und Saalfeld legitimiert diese "Tatort"-Folge wenigstens einigermaßen. Denn ansonsten ist die Geschichte um Leihmutterschaft und künstliche Befruchtung pathetisch, langatmig und zäh. Diverse Arbeitgeber des Mordopfers, ein skrupelloser Frauenarzt und eine korrupte Hebamme stiften Verwirrung in der Erzählstruktur, die verzweifelt-lethargische Spielweise der Protagonisten trägt wenig zur Spannung bei. Zu dick ist Pathos und Betroffenheit aufgetragen, wenn am Ende auch noch die Möchtegern-Mutter den rechtlichen Vater mit Baseballschläger und Messer attackiert.

Man kann nur hoffen, dass sich das Verhältnis von Keppler und Saalfeld spätestens in der nächsten Folge aus Leipzig normalisiert hat, damit die Geschichten nicht mehr im eigenen Saft der Ermittler köcheln, sondern sich die Drehbuchautoren sämtlicher Zutaten bedienen, die ein saftiger Krimi benötigt - nämlich: Tempo, Witz und Vorwärtsdenken, nicht nur das Kramen in der Vergangenheit.

Von Kathrin Buchner
KOMMENTARE (5 von 5)
 
a.lie (08.07.2008, 08:58 Uhr)
talent und name
Das einzig erkennbare Talent der dame ist der Name Thomalla, deshalb sollte sich die Dame in "Talentlos" umbenennen! Eine einzige Katastrophe.
gsc777 (07.07.2008, 17:36 Uhr)
Eiogentlich...
... kann man nur hoffen, dass dieser Quotenkiller so schnell wie möglich abgesetzt wird. Sowas haben die Leipziger nicht verdient. Langweiler hoch drei.
arniston (07.07.2008, 16:14 Uhr)
tatort gummi
längst veralteter schrott diese tatort gummis.
schade um jeden meter film.
blos noch bohlen als kommissar
und hol mir mal den wagen calmund .
Clibanarius (07.07.2008, 15:35 Uhr)
Diesen Schrott-Plot...
...mit diesen Schrott-Ermittlern fortzusetzen kann ich mir nur mit masochistischer und sadistischer Veranlagung der Verantwortlichen erklären. Da haben sie absolut keine Hemmungen und Schamgefühle, dieses tödlich-langweilige Ex-Liebesermittler-Pärchen ein zweites Mal auf unschuldige Fernsehzuschauer loszulassen. Aber das wirklich gute Tatort mit den um Lichtjahre besseren, sympathischen und glaubwürdigen Richie Müller und Felix Klare wurde bisher nur einmal gezeigt - und auch noch eher als dieses Mist mit Hol-mir-mal'n-Bier-Thomalla. Zum ersten Male überhaupt hat ein Tatort es geschafft, mich nach 35 Min. zu Pro7 und "Die Purpurnen Flüsse 2" flüchten zu lassen. Ich hoffe, die Quoten sind bald ins bodenlose gesunken, daß die ARD dieses Pärchen als halbwegs elegante Lösung endlich erneut verheiraten, im Lotto Fett gewinnen und ihr Job kündigen lässt.
figaroo (07.07.2008, 13:40 Uhr)
so so..
"Verwirrung in der Erzählstruktur" war der tatort - heute morgen las ich einen kommentar, der krimi wäre "durchschaubar"... ist das nicht das gegenteil?
man fragt sich immer, welche qualifikation man für diese art von kritik hat? es scheint: es ist nur der eigene geschmack, gepaart mit dem drang, ´sich nur um die haare in der suppe zu kümmern..
vielleicht kennzeichnen sie das mal etwas mehr als persönliche meinung..und nicht als weisheit von oben herab..
Oder um den auotr zu zitieren: "Man kann nur hoffen...."
PS: ich fand den tatort klasse und bin sehr angetan von dem neuen duo
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