Er ist der "Sexiest Man Alive". Und wenn es einen Oscar für Charme gäbe, würde er ihn mühelos gewinnen: Schauspieler Hugh Jackman spricht im stern-Interview über Männer, Tiere und Mutanten.

Hugh Jackman, 40, ist seit 13 Jahren mit der Schauspielerin Deborra-Lee Furness verheiratet. Bekannt wurde er durch die Verfilmungen der "X-Men"-Comics© Volker Hinz
Stimmt absolut.
Gut, er ist ein Mutant und außerdem eine Comicfigur. Aber er hat Charakter. Er ist sehr ehrenhaft und stellt sich seinen Problemen. Auch den inneren.
O ja. Wenn ich müde bin, werde ich sehr seltsam. Und wenn ich Hunger habe.
Dasselbe wie bei Wolverine: Ich knurre. Glücklicherweise wissen dann alle Beteiligten, was los ist. Soll ich Ihnen etwas Grundlegendes über Männer verraten?
Männer sind ganz einfach: Füttere sie, wenn sie Hunger haben. Und lass sie ins Bett, wenn sie müde sind. Dann ist alles gut. Wenn nicht, werden wir zum Tier. Oder steck uns mit anderen Männern zusammen, dann werden wir auch zum Tier.
Brusthaar, Beinhaar, Achselhaar - bei mir alles Natur. Ich lass es wachsen, wenn ich darf. Und denke nicht weiter darüber nach.
Als ich Journalismus studiert habe. Alle waren sehr links, intellektuell, feministisch - ich kam von einer stockkonservativen Privatschule und wusste überhaupt nicht, worum es ging. An der Schauspielschule wurde es noch schlimmer: düstere Typen, die große existenzialistische Probleme zu verarbeiten hatten. Und ich war eine Frohnatur, die ihr Leben genoss. Damals befürchtete ich, dass ich nie ein guter Schauspieler werde, weil ich keine inneren Dämonen zu bändigen hatte.
Nein. Schauspielerei heißt, so zu tun, als sei man jemand anders. Es ist psychologisch nicht so intensiv, wie viele Leute meinen.
Meine Frau habe ich mit flambierten Crêpes Suzettes beeindruckt. Das Rezept ist von meinem Vater. Hat hervorragend funktioniert.
Nur einmal. Aber sonntags mach ich immer noch Crêpes. Für dieselbe Frau.
Ich weiß nicht. Mein Aussehen ist keine große Sache für mich. Ich versuche einfach, ganz normal zu sein. Reden, Witze erzählen, freundlich sein.
Wie? Versteh ich nicht.
... oje ...
... danke, danke ...
Also: Als ich meine Frau traf, war ich 26, weder berühmt noch irgendwas, aber zum ersten Mal in meinem Leben absolut sicher. Ich fühlte, dass sie die Frau meines Lebens ist. Aber davon musste ich sie erst mal überzeugen.
Sie hatte gerade ihre Neujahrsvorsätze gefasst: Nie wieder ein Schauspieler. Nie wieder jemand unter 30.
Nein. Damals im Übrigen auch nicht. Ich sagte zu mir: Okay, du wartest mindestens sechs Monate mit dem Heiratsantrag. Es war mein erster Schauspieljob, sie war der Star - das Klischee hätte kaum größer sein können. Und ich haderte damit, ob es nun Zuneigung oder tatsächlich Liebe ist. Aber nach sechs Monaten war es so absolut offensichtlich. Ein lächerlicher Zustand. Also habe ich sie gefragt. Das war vor 13 Jahren.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 18/2009