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3. Mai 2009, 04:52 Uhr

"Brusthaar? Bei mir alles Natur!"

Er ist der "Sexiest Man Alive". Und wenn es einen Oscar für Charme gäbe, würde er ihn mühelos gewinnen: Schauspieler Hugh Jackman spricht im stern-Interview über Männer, Tiere und Mutanten.

Hugh Jackman, Sexiest Man Alive, Schauspieler

Hugh Jackman, 40, ist seit 13 Jahren mit der Schauspielerin Deborra-Lee Furness verheiratet. Bekannt wurde er durch die Verfilmungen der "X-Men"-Comics© Volker Hinz

Herr Jackman, Sie haben mal gesagt: "Die Schauspielerei lehrt mich das Leben."

Stimmt absolut.

In Ihrem neuen Film "Wolverine" spielen Sie einen haarigen Mutanten. Was lernt man da?

Gut, er ist ein Mutant und außerdem eine Comicfigur. Aber er hat Charakter. Er ist sehr ehrenhaft und stellt sich seinen Problemen. Auch den inneren.

Er hat Schwierigkeiten damit, seine animalische Seite zu kontrollieren. Geht's Ihnen auch so?

O ja. Wenn ich müde bin, werde ich sehr seltsam. Und wenn ich Hunger habe.

Was passiert dann?

Dasselbe wie bei Wolverine: Ich knurre. Glücklicherweise wissen dann alle Beteiligten, was los ist. Soll ich Ihnen etwas Grundlegendes über Männer verraten?

Bitte!

Männer sind ganz einfach: Füttere sie, wenn sie Hunger haben. Und lass sie ins Bett, wenn sie müde sind. Dann ist alles gut. Wenn nicht, werden wir zum Tier. Oder steck uns mit anderen Männern zusammen, dann werden wir auch zum Tier.

Apropos Tier: Benutzen Sie eigentlich einen Trimmer für Ihr Brusthaar?

Brusthaar, Beinhaar, Achselhaar - bei mir alles Natur. Ich lass es wachsen, wenn ich darf. Und denke nicht weiter darüber nach.

Im X-Men-Universum, in dem Wolverine lebt, geht es um Mutanten mit verschiedenen merkwürdigen Spezialkräften. Wann haben Sie sich das letzte Mal als Freak gefühlt?

Als ich Journalismus studiert habe. Alle waren sehr links, intellektuell, feministisch - ich kam von einer stockkonservativen Privatschule und wusste überhaupt nicht, worum es ging. An der Schauspielschule wurde es noch schlimmer: düstere Typen, die große existenzialistische Probleme zu verarbeiten hatten. Und ich war eine Frohnatur, die ihr Leben genoss. Damals befürchtete ich, dass ich nie ein guter Schauspieler werde, weil ich keine inneren Dämonen zu bändigen hatte.

Das denken Sie jetzt nicht mehr?

Nein. Schauspielerei heißt, so zu tun, als sei man jemand anders. Es ist psychologisch nicht so intensiv, wie viele Leute meinen.

Stichwort Psychologie: Mit welchen Tricks beeindruckt man Frauen?

Meine Frau habe ich mit flambierten Crêpes Suzettes beeindruckt. Das Rezept ist von meinem Vater. Hat hervorragend funktioniert.

Wie oft haben Sie den Crêpes- Suzettes-Trick gemacht?

Nur einmal. Aber sonntags mach ich immer noch Crêpes. Für dieselbe Frau.

Und mit welchen Tricks lenken Sie die anderen Frauen von Ihrem guten Aussehen ab?

Ich weiß nicht. Mein Aussehen ist keine große Sache für mich. Ich versuche einfach, ganz normal zu sein. Reden, Witze erzählen, freundlich sein.

Das ist ja beängstigend.

Wie? Versteh ich nicht.

Dann fasse ich das mal zusammen: Sie sind der "Sexiest Man Alive" ...

... oje ...

... Sie sind bescheiden und charmant ...

... danke, danke ...

... und anstatt mit irgendwelchen Supermodels rumzuhängen, haben Sie eine rund zehn Jahre ältere Frau geheiratet, zwei Kinder adoptiert, um die Sie sich kümmern, wenn Sie nicht gerade den Müll runterbringen. Und jetzt werden Sie sogar rot! Das ist unheimlich.

Also: Als ich meine Frau traf, war ich 26, weder berühmt noch irgendwas, aber zum ersten Mal in meinem Leben absolut sicher. Ich fühlte, dass sie die Frau meines Lebens ist. Aber davon musste ich sie erst mal überzeugen.

Sie wollte nicht?

Sie hatte gerade ihre Neujahrsvorsätze gefasst: Nie wieder ein Schauspieler. Nie wieder jemand unter 30.

Dann kamen die Crêpes. Das war der Eisbrecher, genau.

Vertrauen Sie eigentlich immer auf Ihr Gefühl?

Nein. Damals im Übrigen auch nicht. Ich sagte zu mir: Okay, du wartest mindestens sechs Monate mit dem Heiratsantrag. Es war mein erster Schauspieljob, sie war der Star - das Klischee hätte kaum größer sein können. Und ich haderte damit, ob es nun Zuneigung oder tatsächlich Liebe ist. Aber nach sechs Monaten war es so absolut offensichtlich. Ein lächerlicher Zustand. Also habe ich sie gefragt. Das war vor 13 Jahren.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 18/2009

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
PelloGreno (03.05.2009, 11:53 Uhr)
WOW...
Ich verstehe, warum Hugh zum sexiest man alive gekührt wurde. Den sexy sein, hat nicht nur etwas mit dem äußeren zu tun.
Und auch, dass die PR zu seinem neuen Kinofilm nicht penetrant den Hauptteil des Interviews ausmacht, ehrt ihn.
Meines Erachtens einer der wenigen sympathischen Menschen in Hollywood.
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