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30. Juni 2009, 12:30 Uhr

"Die Telefone funktionierten nicht"

Zwischen dem Zusammenbruch von Michael Jackson und dem abgesetzten Notruf sind fast 30 Minuten vergangen. Der Anwalt des Leibarztes behauptet jetzt, daran sei auch eine fehlende Telefonleitung in Jacksons Villa schuld gewesen.

Jackson, Notruf

Wurde nicht sofort gerufen: Notarzt am Donnerstag vor Jacksons Villa© Reuters

Am Todestag müssen sich dramatische Szenen in der Jackson-Villa abgespielt haben: Über 25 Minuten hat Jacksons Leibarzt, Dr. Conrad Murray, vergeblich versucht, den Popstar wiederzubeleben. Nach seinen Angaben habe Jackson noch einen schwachen Puls gehabt, als er ihn in dessen Schlafzimmer aufgefunden habe. Dann begann ein Wettlauf gegen die Zeit.

Minutenlang hat Murray versucht, Jackson zurück ins Leben zu holen. Nach britischen Medienberichten habe die Leiche zahlreiche Verletzungen von den Wiederbelebungs-versuchen aufgewiesen. Außerdem sollen in der Herzregion vier Einstichstellen von Spritzen gefunden worden sein. Murray wollte das Herz des Sängers offenbar mit ins Herz injiziertem Adrenalin wieder zum Schlagen bringen.

Wie professionell er bei den Wiederbelebungsversuchen vorging, ist allerdings fraglich. Aus dem Telefonprotokoll des Notrufs, der am Donnerstagmittag bei der Polizei eingegangen war, geht hervor, dass Jackson auf seinem Bett wiederbelebt wurde. Dabei lehrt jeder Erste-Hilfe-Kurs, dass nur ausreichend Druck bei der Herzmassage aufgebaut werden kann, wenn die zu behandelnde Person auf einem harten Untergrund liegt.

In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN sagte Murrays Anwalt, Edward Chernoff, die Wiederbelebungsmaßnahmen im Bett seien der dramatischen Situation geschuldet gewesen. Außerdem hätte es nach seiner Ansicht keinen Unterschied gemacht, wenn er auf dem Boden gelegen hätte. Jackson sei sehr dünn und schmächtig gewesen, deshalb habe sein Mandant mit einer Hand eine Herzmassage durchgeführt und die andere dabei unter seinem Rücken gehabt.

Chernoff gab zu, dass Murray nicht sofort den Notruf verständigt habe. "Wenn Sie einen Arzt im Haus haben, warum sollten Sie dann sofort den Notruf verständigen?", sagte der Anwalt zu CNN. Erst als die Wiederbelebungsversuche erfolglos geblieben seien, habe Murray die anwesenden Personen aufgefordert, einen Notarzt zu rufen. Das sei allerdings ein Problem gewesen. "In Jacksons Villa funktionieren die Telefone nicht. Es gab keine Telefonleitung nach draußen, zumindest nicht in Jacksons Schlafzimmer", sagte Chernoff.

Demnach könnten bis zur Verständigung des Notarztes wertvolle Minuten verschenkt worden sein. Warum der Notruf nicht per Handy abgesetzt wurde, erklärte Chernoff nicht.

Mai
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
zappuser (30.06.2009, 19:16 Uhr)
Dicker Mercedes und kein Handy dabei?
Und war er nicht hauptamtlich bei Jackson eingestellt? In dem Fall muß er doch mit Notfällen rechnen und vorgebahnt haben, was er dann macht. Der Mann ist absolut unglaubwürdig, am Ende ist er gar kein Arzt. Notfall in Anwesenheit des Arztes riecht geradezu nach Medikamentenwirkung.
chatahootchee (30.06.2009, 16:13 Uhr)
AUCH ER MUSS SPAREN?
Die Story mit dem Telephon ist unglaublich und sicher wieder eine Raeuberpistole der Art "Ich-weiss-was".
dekanus (30.06.2009, 14:27 Uhr)
Sehr unglaubwürdige Geschichte...

Micheal Jackson hat kein Handy? Die Mitarbeiter auch nicht? Selbst der "Haus"arzt nicht? Und der Arzt konnte eine gezielte Herzmassage mit einer Hand machen? Das nährt wieder mal die Verschwörungstheorien ohne Ende.
butcher99 (30.06.2009, 14:21 Uhr)
erschreckend
zu lesen, welche Details manchmal über Leben oder Tot entscheiden, selbst wenn ein Arzt vor Ort ist.
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