Sommersprossen gelten als neues Schönheitsideal

19. Juli 2004, 09:01 Uhr

"Ich bin total verschossen, in deine Sommersprossen" - schon der Hit der "Neuen Deutschen Welle" huldigte den Pigmentflecken auf der Haut. Früher noch weggeschminkt, sind sie heute begehrt.

3 Bewertungen

Eines der schönsten Beispiele für Sommersprossen: US-Schauspielerin Julianne Moore©

Früher galten Sommersprossen als Schrecken aller Hellhäutigen und Rothaarigen. In "Vom Winde verweht" bekommt Scarlett O'Hara ihre Farbtupfer von der Hausangestellten überpudert. Nicht wenige Frauen traktierten ihre Haut mit einer Bleichcreme, bevor deren schädlichen Inhaltsstoffe bekannt wurden. Doch das ist lange her. Heute sind Sommersprossen "absolut in. Sie sind kein Makel mehr - im Gegenteil, die Kosmetikindustrie bietet sogar künstliche Sommersprossen an.

Hellhäutige, rothaarige und vor allem sommersprossige Models zieren die Modezeitschriften, und Schauspielerinnen wie die "Tatort"-Kommissarin Andrea Sawatzki kommen an. Die großen Modelagenturen vermitteln problemlos helle Hauttypen. Nach Schätzung von Margit Kohle von der Hamburger Agentur Body & Soul haben zwar nur etwa zwei Prozent aller Models Sommersprossen. Die Nachfrage nach ihnen sei aber groß, besonders bei Herstellern von Öko-Mode, sagt Kohle. "Sommersprossen sind überhaupt kein Nachteil", bestätigt auch Ted Linow von der Agentur Mega.

Der Kosmetikhersteller Lancome den Stift "Crayon Freckles" auf den Markt gebracht, mit dem man sich künstliche Sommersprossen auftragen kann. "Nichts wirkt verführerischer als ein natürlich freches Aussehen", wirbt die Firma für ihre neue Erfindung. "Die Idee ist supergut angekommen", sagt Lancome-Sprecherin Annette Kreuels. Die für Deutschland produzierten Sommersprossen-Stifte sind fast ausverkauft.

Hintergrund: Sommersprossen In Deutschland gehören je nach Region nur etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung zu den beiden hellsten Hauttypen mit Sommersprossen, schätzt der Dermatologe Erhard Hölzle von den Städtischen Kliniken in Oldenburg. Hautexperten wie Hölzle nennen die bräunlichen Flecken "Hyperpigmentation". Der Name kommt vom lateinischen Wort "pigmentum", was Farbe oder Farbstoff bedeutet. Der wird in bestimmten Hautzellen produziert. Wenn diese Zellen besonders schnell und viel Farbstoff herstellen, entstehen Sommersprossen. Die Veranlagung dazu wird vererbt.

 
 
Extras
Ratgeber der Verbraucherzentrale: Die größten Lügen der Lebensmittelindustrie Ratgeber der Verbraucherzentrale Die größten Lügen der Lebensmittelindustrie
Wissenstests Wissenstests Wie gut kennen Sie sich aus mit Promis und Royals? Stellen Sie Ihr Wissen auf die Probe! Zu den Wissenstests
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (18/2014)
Die vegane Versuchung