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12. Juni 2002, 00:30 Uhr

Hemden statt sexy Muskelshirts

David Beckhams sexy Oberkörper ist bei der Fußball-WM eher selten zu erhaschen. Grund: Das Outfit der Spieler unterliegt strengen Regeln, zu viel nackte Haut ist verboten.

Erwischt: der Waschbrettbauch von David Beckham© dpa

In der Leichtathletik rennen die Frauen in einem Art Bikini um die Bahn, im Volleyball springen sie in einem sexy Einteiler umher. Die Herren Fußballer bieten dem anderen Geschlecht dagegen wenige optische Reize. Bei der Fußball-WM in Japan und Südkorea sind ärmellose Trikots verboten, bauchfreie erst gar kein Thema, und die Hosen meist immer noch vom Modell »Ein-Mann-Zelt«. Wenigstens bei den Trikots hat sich die eine oder andere Nationalmannschaft etwas einfallen lassen: Der Stoff, aus dem die Träume sind, leuchtet in den tollsten Farben. Abgesehen natürlich von der traditionellen weiß-schwarzen Kombination der DFB-Auswahl. Die Völler-Truppe ließ aber bisher wenigstens ihre grauen Ersatzhemden im Koffer.

Ohne Ärmel kein Spiel

»Kein Ärmel, kein Hemd. Kein Hemd, kein Spiel« - so formulierte FIFA-Sprecher Keith Cooper die Intoleranz des Weltverbandes in Kameruns Trikotfrage. Winfried Schäfers Auswahl durfte zwar in Basketball-ähnlichen grünen Shirts Afrikameister werden, auf dem WM- Laufsteg gelten andere modische Gesetze. Gegen Irland und Saudi- Arabien lief der Geheimfavorit dann eben mit schwarzen Ärmeleinsätzen auf, die bei den dunkelhäutigen Spielern kaum zu sehen waren.

Senegal und Italien voll im Trend

Zu den trendigsten Trikots gehören die weiß-bunten der Senegalesen und der Karo-Look der Kroaten. Ein klassischer Dauerbrenner auch die azurblauen der Italiener. Wenigstens sie legen Wert auf Passform: Hauteng schmiegt sich der Zwirn an die durchtrainierten Oberkörper. Liebe zum Detail bewiesen auch die beinahe gleichfarbigen Uruguayer: Anstelle des beliebten V-Ausschnitts schmücken Schnüre das Leibchen. Mit Netzeinsätzen im Trikots glänzt unter anderem Nachbar Argentinien.

Als Trost bleibt nur der Trikottausch am Spielende

Mutlose Mode zeigen die meisten Torhüter. Ihr Outfit können sie nach der WM getrost als Schlafanzug auftragen. Hauptsache, das Hemd hat den gleichen Ton wie die Hose. Mexikos Ex-Stammtorhüter Jorge Campos, der vor vier Jahren im grell gemustertem Pulli zwischen den Pfosten stand, wird diesen Trend bedauern. Völlig verpönt sind auch Radlerhosen, die so manch weiblicher Zuschauer gerne an den durchtrainierten Profis sehen würde. Kleiner Trost: Beim Torjubel wird mitunter wenigstens ein Waschbrettbauch entblößt.

 
 
 
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