Hochzeitsboom am 12.12.12

12. Dezember 2012, 10:49 Uhr

Heiraten an einem Schnapsdatum ist der Renner, besonders in diesem Jahr. Schließlich ergibt sich eine solche Gelegenheit nicht so bald wieder. Der nächste Termin wäre am 2.2.2022.

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Das Schnapsdatum 12.12.2012 ist ein besonders beliebter Hochzeitstermin©

An einem Mittwoch, und dann noch im Dezember. Für den schönsten Tag im Leben gibt es doch schönere Tage - im Wonnemonat Mai oder im sonnigen Juni. Aber der 12.12.2012 hat etwas, was die anderen Tage nicht haben: Diese Schnapszahl.

Der Trend zur Trauung an einem Schnapszahl-Datum ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden - und findet nun vorläufig ein Ende. Hunderte von Paaren geben sich am 12.12. das Jawort. "Es sind mindestens dreimal so viele Trauungen wie sonst an einem Mittwoch in Deutschland", sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Standesbeamten, Jürgen Rast. Termine für den 12.12. seien "heiß begehrt". "Wäre es Freitag oder Samstag, die beliebtesten Tage, gäbe es noch mehr Rummel." Der kommende Mittwoch trägt vorläufig die letzte Schnapszahl: Die nächste Chance gibt es erst am 2.2.2022. Wer so lange nicht warten will, muss sich mit einer kleinen Schnapszahl, etwa am 1.3.2013, begnügen.

Angefangen habe der Run auf die Schnapszahl-Termine spätestens am 9.9.1999, sagt Rast, 66, selbst elf Jahre Leiter des Standesamtes Kassel. "Dass sich so viele Paare auf die Schnapszahlen stürzen, ist schon ein bisschen bekloppt", findet er. Zudem drohe eine Gefahr - statistisch gesehen. "Ich habe es in Kassel mal auswerten lassen: Die an solch einem Tag geschlossenen Ehen halten nicht so lange wie andere." Der Tag der Trauung solle nicht nach einem Datum gewählt werden, sondern dann, wenn das Paar für die Ehe gefestigt sei.

Spiegel-Datum ist eine Alternative

Ein Nachteil am Tag der Tage droht womöglich organisatorisch bedingt: "Es ist möglich, dass die Paare schneller durchgeschleust werden - rein und raus." Wer für den 12.12. keinen Termin bekommen habe, könne es am Spiegel-Datum 20.12.2012 probieren. "Der Tag ist landauf, landab noch nicht der Renner. Wir sehen nur eine minimal erhöhte Nachfrage", sagt Rast. Der von dem meisten Paaren bevorzugte Hochzeitsmonat sei im Übrigen der Mai. Viele sagen auch noch im Dezember "Ja!". "Wohl aus steuerlichen Gründen", vermutet Rast.

Insgesamt sieht Deutschlands oberster Standesbeamter: Selbst der bürokratische Behörden-Akt wird immer mehr zum Ereignis. "Die Events nehmen zu. Nicht nur die Paare, auch die Standesbeamten sind kreativer und offener für verrückte Ideen geworden. Heiraten auf der Zugspitze? Kein Problem! Der Mief ist raus aus den Amtsstuben."

ivi/DPA
 
 
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