Ein Prozess um Brandanschläge auf Autos vor Berliner Gefängnissen hat mit Geständnissen begonnen. Bei einer Tat soll es sich laut einem Verteidiger um den Racheakt eines Gefängnisinsassen an einem Vollzugsbeamten gehandelt haben.
Ein 28-jähriger Angeklagter aus einer bekannten arabischen Großfamilie gab vor dem Berliner Landgericht zu, zwei Taten als damaliger Häftling der betroffenen Justizvollzugsanstalt angestiftet zu haben. Sein mitangeklagter 23-jähriger Bruder gestand über seinen Verteidiger seine Beteiligung an einer Autobrandstiftung mit neun beschädigten Fahrzeugen, ein weiterer 23-Jähriger gab zwei Taten zu. Der vierte Angeklagte schwieg.
Gefangener wollte sich rächen
Bei drei der Angeklagten soll es sich um Brüder handeln. Der 28-Jährige, dem Anstiftung in zwei Fällen vorgeworfen wird, verbüßte damals eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Für ihn erklärte sein Verteidiger, in einem Fall habe er das Verhalten eines Vollzugsbeamten als "provokativ empfunden", der Beamte habe ihm am Tag zuvor ein Handy weggenommen. Der Anschlag auf das Auto des Mannes wurde allerdings so rechtzeitig bemerkt, dass eine Brandentwicklung verhindert werden konnte.
In dem Prozess geht es um vier Anschläge im Umfeld von Gefängnissen zwischen März und Juni 2024 in Berlin und im brandenburgischen Großbeeren. Insgesamt seien 21 Autos und zwei Motorräder beschädigt worden.
Die beiden ersten Taten am 16. März und am 23. April 2024 sollen sich nach den Ermittlungen gezielt gegen Fahrzeuge von Mitarbeitern des Gefängnisses Heidering gerichtet haben. Brände gab es auch in der Nähe von Haftanstalten in Moabit und Spandau.
Angeklagter will 50.000 Euro zahlen
Nach Angaben seines Verteidigers will der 28-Jährige im Rahmen einer möglichen Verständigung eine Summe von 50.000 Euro zur Wiedergutmachung des Schadens zahlen. Die Verhandlung wird am 23. März fortgesetzt.