Ein Ring, sie einzubuchten

25. November 2012, 13:44 Uhr

Als sie versuchten, einen 3300 Jahre alten Goldring zu verkaufen, schlugen die Ermittler zu: Nach neun Monaten konnte der Raubüberfall auf ein Museum im antiken Olympia aufgeklärt werden.

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Nikos Dendias, Minister für öffentliche Ordnung, verkündete das glückliche Ende eines peinlichen Museumsraubs.©

Ein goldener Siegelring wurde ihnen zum Verhängnis: Neun Monate nach einem bewaffneten Raubüberfall auf das Museum für die Geschichte der Olympischen Spiele sind alle gestohlenen Kunstgegenstände wiedergefunden worden. Nach Angaben der Polizei hatten die drei Verdächtigen am Freitag in einem Hotel in Patras versucht, einen 3300 Jahre alten Goldring für 300.000 Euro an einen verdeckten Ermittler zu verkaufen. Die Räuber hätten zunächst 1,5 Millionen Euro gefordert, sich dann aber herunterhandeln lassen. Nach dem Zugriff hätten Polizisten nahe eines Dorf bei Olympia das weitere Diebesgut in einem Sack in einem Feld vergraben gefunden. Zwei weitere Komplizen würden noch gesucht. Die bislang Festgenommenen seien zwischen 36 und 50 Jahren alt und griechischer Nationalität.

"Die Entdeckung und Festnahme der Diebe ebenso wie die Sicherstellung der gestohlenen Gegenstände ist ein großer Erfolg", erklärte der für Kultur zuständige Staatssekretär für Bildung, Kostas Tzavaras. Die Generalsekretärin des Bildungsministeriums, Lina Mendoni, kündigte an, die Objekte würden kommende Woche wieder in das Museum für die Geschichte der Olympischen Spiele zurückgebracht, von wo sie Mitte Februar gestohlen worden waren.

Bei dem Überfall Mitte Februar hatten zwei bewaffnete Räuber die einzige Wächterin überwältigt und 76 Gegenstände aus der Sammlung gestohlen. Der Diebstahl war eine schwere Blamage für die Behörden; der Kulturminister war in der Folge zum Rücktritt gezwungen. Kritiker warfen der Regierung vor, durch die Entlassung von Wächtern infolge der Finanzkrise die Kulturschätze des Landes nicht mehr ausreichend vor Diebstahl zu schützen. Zuvor waren im Januar bereits aus der Athener Nationalpinakothek Werke unter anderem von Picasso und Mondrian gestohlen worden.

Politik sieht Imageschaden abgewendet

Umso erleichterter zeigten sich die Offiziellen:"Trotz der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage machen wir weder in Fragen der Sicherheit noch beim Schutz unseres Kulturerbes irgendwelche Abstriche", kommentierte Nikos Dendias, Minister für öffentliche Ordnung, am Samstag den Zugriff.

In dem Museum der Geschichte der Olympischen Spiele werden fast 500 Objekte wie Diskusscheiben aus Bronze und Tongefäße ausgestellt, die bei den antiken Spielen benutzt wurden. Auch bronzene Statuen von Athleten stehen dort. Olympia ist die Geburtsstätte der Olympischen Spiele, die dort von mindestens 776 bis 393 vor Christus stattfanden. Hunderttausende Touristen besuchen die Stadt jedes Jahr. Wichtigstes Museum von Olympia ist das Archäologische Museum.

jwi/DPA/AFP
 
 
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