Der Mann, der sieben rettete - und starb

1. November 2012, 14:33 Uhr

Jede Tragödie hat ihre Helden. Artur Kasprzak ist einer von ihnen: Der junge Mann brachte sieben Menschen vor Supersturm "Sandy" in Sicherheit, er selbst starb bei der Rettungsaktion. Von Henrietta Reese

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Sandy, Hurrikan, New York City, Artur Kasprzak

Artur Kasprzak ließ für seine Familie sein Leben©

Hurrikan "Sandy" brachte Chaos und Zerstörung nach New York City, 24 Menschen fielen dem Sturm im gesamten Bundesstaat bisher zum Opfer. Einer von ihnen ist Artur Kasprzak, ein 28-jähriger Polizist aus Staten Island. Er war nicht im Dienst, als "Sandy" wütete. Aber er wurde zum Helden, als er mit selbstlosem Einsatz seine Familie rettete und dafür sein eigenes Leben ließ.

Montag, gegen 19 Uhr Ortszeit, erreicht die Flut Kasprzaks Haus in der Doty Avenue. Die Straße liegt nur einige hundert Meter von der Bucht "Lower Bay" entfernt und damit in der Evakuierungszone. An diesem Abend halten sich dort acht Familienmitgleider auf, darunter Kasprzaks Vater, seine Partnerin und das 15 Monate alte Baby, wie die "Daily Mail" online berichtet

Das Wasser steigt bedrohlich und der junge Mann setzt alles daran, seine Familie in Sicherheit zu bringen. Nachdem er seine Verwandten unter das Dach des Hauses befördert hatte und sie vor den Fluten geschützt wusste, kehrt er noch einmal in den Keller zurück. Es ist das letzte Mal, dass seine Familie den jungen Mann lebend sieht.

"Wir waren auf dem Dachboden, als das Wasser begann, in das Haus einzudringen. Es war wie in einem Film", erzählte seine Schwester Martha der "Daily News". Artur Kasprzak kehrte nicht zurück, die Wucht der Wassermassen war zu stark, als dass er sich selber auf den sicheren Dachboden hätte retten können. Auch die Familie musste machtlos mit ansehen, wie der Wasserpegel im Haus immer weiter stieg. Sie wählten die 911, den Notruf. Taucher, ausgestattet mit Booten und Jet-Skis trafen schnell ein, um Kasprzak zu retten, doch sie hatten keine Chance. Offene Stromkabel im Wasser hielten sie von von der Rettung ab, niemand durfte in den überfluteten Keller abtauchen.

Er konnte nur noch für tot erklärt werden

Wertvolle Stunden verstrichen, ohne dass es ein Lebenszeichen des 28-Jährigen gab. Erst zwölf Stunden nachdem Kasprzak in seinem Keller verschwunden war, wurde das Wasser wieder frei gegeben und die Rettungskräfte konnten in sein Haus vordringen. Dort bargen sie seinen bewusstlosen Körper - kurz darauf, gegen sieben Uhr morgens, wurde Artur Kasprzak von den Ärzten für tot erklärt.

Am Vormittag kommt Kasprzaks bester Freund Tommy Krol aus New Jersey vorbei. Im seinem Auto liegen Pumpen und Generatoren bereit, um die Familie nach der Katastrophennacht zu unterstützen, um seinem Freund beizustehen. Doch er kommt zu spät.

 
 
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