Debatte um Abschaffen des Sitzenbleibens

19. Februar 2013, 17:31 Uhr

Ein Aufschrei geht durch die Bildungsrepublik. In Niedersachsen soll das Sitzenbleiben abgeschafft werden. Kritik hagelt es von der Union und von Lehrerverbänden. Nachhilfe-Profis sehen das differenzierter.

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Die neue rot-grüne Regierung in Niedersachsen will stattdessen „individuelle Förderung“. Kritik hagelt es von der Union und von Lehrerverbänden.

Bei Nachhilfe-Profis wie dem Berliner „Lernwerk“ sagen sie, es gibt keine Lösungen für alle Schüler.

O-Ton: Swantje Goldbach, Pädagogische Leitung „Lernwerk“ „Ich habe halt sehr viele Schüler, die eigentlich gute Schüler sind. Man sieht es bloß in den Noten nicht. Und für die ist Sitzenbleiben nicht sinnvoll, weil der Stoff immer langweiliger wird. Für ein Kind, was Probleme hat und wo man sagt, ich lerne wirklich schwer und ich möchte mir den Stoff wirklich noch mal angucken, da ist Sitzenbleiben wirklich sinnvoll.“

Vielmehr gebe es Fehler im System. Viele Kinder seien Spätentwickler. Für sie beginne die Schule zu früh.

O-Ton: Swantje Goldbach, Pädagogische Leitung „Lernwerk“ „Und als Zweites könnten man natürlich überlegen, wie könnten wir an sich die Notengebung verändern. Nicht immer zum Beispiel die Kinder untereinander vergleichen, sondern mehr den individuellen Fortschritt eines Kindes im Blick behalten. Das ist so ein großer Wunsch, den ich schon jahrelang hege. Wenn wir das machen, wäre vielleicht auch Sitzenbleiben irgendwann überflüssig.“

Zunächst aber bleiben deutsche Schüler gespalten, in Sitzenbleiber und Nichtsitzenbleiber. Einheitliche Standards sind nicht in Sicht. Schließen