Banker, Finanzdienstleister oder Honorarberater? Bevor Sie einer dieser Spezies Ihr Geld anvertrauen, sollten Sie wissen welche Interessen Ihr Gegenüber verfolgt. Eine Typologie. Von Daniel Bakir
Der Volksmund sagt, "über Geld spricht man nicht". Aber das ist natürlich eine völlig falsche Einstellung. Denn wer nicht über Geld redet, sich Rat holt, der weiß auch nicht, wie er es am besten anlegen soll. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: "Mit wem spricht man über Geld?" Und die ist gar nicht so einfach zu beantworten. Die Auswahl an professionellen Beratern ist zwar groß. Aber die meisten haben spätestens in der Finanzkrise einen Großteil ihres Kredits bei den Kunden verspielt. Wenn selbst der nette Herr von der Sparkasse nebenan alten Omis hochgefährliche Lehman-Zertifikate verkauft, wem soll man dann in Geldfragen überhaupt noch trauen?
"Grundsätzlich sollte man einem Finanzberater nie vorbehaltlos trauen", sagt Karin Baur, Anlageexpertin der Zeitschrift "Finanztest". Der Berater wolle schließlich genauso Geld verdienen wie ein Autohändler. Oder die Verkäuferin in der Mode-Boutique. "Wenn die sagt, "das steht Ihnen aber gut", schauen Sie ja trotzdem nochmal selbst in den Spiegel", sagt Baur.
Mit einer Checkliste wappnen
Zunächst sollte man sich einmal selbst überlegen, was man überhaupt von dem Gespräch erwartet. Will man fürs Alter vorsorgen, für eine Immobilie oder ein Auto sparen oder einfach nur eine Rücklage bilden? Wie viel Geld steht zur Verfügung und welche Einnahmen und Ausgaben erwartet man? Wie sicher soll die Anlage sein und wie schnell will man im Zweifelsfall an sein Geld kommen? Das Verbraucherschutzministerium hat eine Checkliste veröffentlicht, in der man all diese Fragen vorab abhaken kann.
Mit diesem Zettel im Gepäck kann man nun zu einem Berater marschieren. Jeder seriöse Helfer wird diese fundamentalen Daten in seine Empfehlung einbeziehen. Allerdings haben die wenigsten allein das Kundeninteresse im Blick, sondern stets auch ihr eigenes. Bevor Sie sich auf den Beratungsstuhl setzen, sollten Sie zumindest in Ansätzen wissen, wie Ihr Gegenüber arbeitet, welche Interessen er verfolgt und woran er verdient. Wir haben eine Übersicht zu den gängigen Beratertypen zusammengestellt.
Beratung gibt es nicht umsonst. Ob über Provisionen oder Honorare - auf die eine oder andere Weise zahlen Sie auf jeden Fall. Welchen Beratertyp Sie wählen, ist auch eine Frage des Anlageproblems. Bei einfachen Entscheidungen über kleinere Summen lohnt sich eine Honorarberatung in den meisten Fällen nicht. Geht es um große Summen und langfristige Verträge können die Provisionskosten leicht die Gebühren übersteigen, die bei einem Honorarberater fällig werden.