Beim Fondssparen besteht die Chance auf die höchste Rendite - wenn man über einen langen Zeitraum spart. Daher eignet sich diese Riester-Variante vor allem für jüngere Einsteiger. Wie Sie funktioniert, erfahren Sie hier.

Riester-Fonds lohnen sich besonders für jüngere Sparer
Für alle Einsteiger bis Mitte 30 sind die Riester-Fondsangebote erste Wahl. Ihre Spardauer bis zur Rente beträgt 25 Jahre und mehr. Keine andere seriöse Geldanlage bietet höhere Renditechancen - und das sogar ohne Verlustrisiko! Denn wie bei allen Riester-Verträgen haben auch die Fonds eine Geld-plus-Zulagen-zurück-Garantie zum vereinbarten Rentenbeginn. Ganz egal, wie es an den Weltbörsen gelaufen sein mag.
Doch hier liegt auch das Risiko: Niemand vermag im Vorfeld seriös einzuschätzen, wie viel die Fonds-Anlage später einmal wert sein wird. Deshalb wird erst zum vereinbarten Rentenbeginn aus dem erwirtschafteten Kapital die persönliche Riester-Rente berechnet. Wie dick Ihr Riester-Polster im Ruhestand einmal ist, hängt also vor allem von der Entwicklung an den Börsen und vom Können des jeweiligen Fondsmanagers ab. Läuft es an den Handelsplätzen gut, winken am Ende Gewinne. Im schlimmsten Fall aber bleiben Ihnen als Riester-Sparer nur Ihre Einzahlungen.
Doch wie genau funktionieren überhaupt Riester-Rentenfonds? Der Sparbeitrag und die staatlichen Zulagen werden in Investmentfonds-Anteilen angelegt. Jede Fondsgesellschaft hat dabei ihre eigene Strategie, um die Riester-Garantie einhalten zu können. Einige Anbieter beispielsweise machen die Aktienfonds-Quote vom Alter abhängig. Heißt: Je jünger der Sparer, desto mehr wird sein Geld in Aktienfonds investiert. Mit steigendem Alter des Sparers tauschen die Fondsmanager die angesammelten Aktienanteile dann in wertsichernde Fonds - insbesondere Rentenfonds - um. Andere Gesellschaften wie etwa DWS und Union Investment schichten das Geld in Abhängigkeit vom Marktverlauf zwischen den risikoreicheren Aktien- und den wertstabileren Rentenfonds um. Alle Riester-Fonds aber eint: Erst zum vereinbarten Rentenbeginn wird aus dem Kapital die persönliche Riester-Rente berechnet.
Bis zur globalen Finanzkrise erreichten Fonds in Riester-Produkten im Schnitt Jahreszuwächse von rund 7 bis 14 Prozent. Verwaltungskosten waren dabei schon eingerechnet, Zulagen und Provisionen (auch Ausgabeaufschläge) nicht. Damit waren die Fonds die bis dahin rentabelste Form des Riester-Sparens. Seit die Weltmärkte ins Trudeln geraten sind, gibt es aber auch für viele Riester-Fonds-Sparer nur noch sehr mickrige Renditen.
Fonds-Sparer sollten sich also bewusst sein, dass die Aktienwerte in ihrer Anlage zwischenzeitlich sehr stark schwanken können. Trotzdem raten die meisten Verbraucherschützer eher zu Fonds (und Banksparplänen) als zu Rentenversicherungen - wegen der vergleichbar höheren Renditechancen. Und weil die Kosten im Vergleich zur Riester-Versicherung deutlich niedriger liegen.
Anders sehen das die Anbieter: Die Rentenversicherung ist ihre liebste Riester-Variante, denn kein anderes staatlich gefördertes Produkt bringt ihnen schnellere Provisionen. Dies lässt sich auch an der Marktentwicklung beobachten. Zahlreiche Anbieter haben sich bereits aus dem Fondsgeschäft zurückgezogen. Und auch dort, wo der Kunde noch Fonds bekommt, versucht der Berater zunächst das teurere Versicherungsprodukt an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen. Wer sich für ein Fondsprodukt entscheidet, muss oft konkret nachfragen - und trotz vermeintlich guter Argumente des Beraters standhaft bleiben.
Viele Berater werden auch versuchen, eine sogenannte fondsgebundene Riester-Rentenversicherung zu verkaufen - und behaupten, das sei mehr oder weniger dasselbe, ja sogar noch besser. Beide Argumente sind mehr als zweifelhaft, denn häufig stecken hinter diesem Vertrag immense Kosten. Lassen Sie sich von der Überredungskunst des darauf geschulten Beraters nicht beirren. Bestehen Sie auf die reine Fonds-Variante - ohne jedes Versicherungsdrumherum. Irritierende Beratergespräche lassen sich einfach vermeiden, und zwar mit dem Abschluss direkt beim Riester-Fondsanbieter, entweder per Post und Telefon oder Internet.
Wer mit der Performance seines Fonds nicht zufrieden ist, kann natürlich den Anbieter wechseln. Das funktioniert in der Regel äußerst unkompliziert. Der alte Anbieter überweist das Guthaben abzüglich Wechselgebühren zwischen 0 und 150 Euro einfach an den neuen. Grundsätzlich macht es eher Sinn, in guten Börsenzeiten zu wechseln. Denn befinden sich die Märkte im Tief, nehmen Sie entsprechend weniger Vermögen zum neuen Anbieter mit.