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5. Mai 2010, 15:43 Uhr

Gewalt in Athen schickt Märkte auf Talfahrt

Die Griechenland-Krise wird zunehmend zu einem EU-weiten Problem: Nach Todesopfern bei Krawallen in den Straßen von Athen brachen die Börsen in Lissabon, Madrid und der griechischen Hauptstadt um mehrere Prozentpunkte ein. Der Euro-Kurs sank deutlich unter die 1,30-Euro-Marke.

Euro, Euro-Kurs bricht ein, Börsen brechen ein, Athen, Lissabon, Madrid, Moody's, Portugal, Spanien, Griechenland

Der Euro unter Druck: Die Krawalle in Griechenland drücken den Kurs der europäischen Währung© Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Unter dem Eindruck eskalierender gewaltsamer Proteste gegen das Sanierungsprogramm des hoch verschuldeten Griechenlands ist der Kurs des Euro am Mittwoch erneut gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am frühen Nachmittag 1,2830 Dollar. Das war der niedrigste Wert seit dem 12. März des vergangenen Jahres. Die Haushaltskrise Griechenlands und die wochenlangen Diskussionen um internationale Hilfe für das Land lassen den Kurs des Euros seit langem stetig sinken.

Zu dem Absinken des Kurses am Mittwoch trug zudem die Ankündigung der Ratingagentur Moody's bei, innerhalb der kommenden Monate möglicherweise die Kreditwürdigkeit Portugals herabzustufen. Geprüft werde sogar eine Abwertung von derzeit "Aa2" um zwei Stufen. In der vergangenen Woche hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Portugal schlechter beurteilt, und damit die Stabilität der Euro-Zone weiter ins Wanken gebracht. Das Land musste am Mittwoch vier Mal so hohe Zinsen für Geldmarktpapiere zahlen wie noch vor wenigen Wochen. Die Anleihen mit einer Laufzeit von einem halben Jahr wurden mit einem Zinssatz von 2,955 Prozent auf den Markt gebracht, wie die portugiesische Schuldenagentur mitteilte. Das ist der höchste Wert seit November 2008. Noch Anfang März konnte sich das Land für lediglich 0,739 Prozent verschulden. Die Zinsaufschläge auf zehnjährige portugiesische Staatsanleihen stiegen weiter. Portugal gilt neben Griechenland, Spanien und Irland als haushaltspolitisches Sorgenkind der Europäischen Union.

Börse in Athen brach am stärksten ein

Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite - sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.

Die Börse in Lissabon brach als Reaktion auf die Warnung von Moody's zeitweise um 2,3 Prozent ein. Auch der Handelsplatz in der spanischen Hauptstadt Madrid verzeichnete ein Minus von mehr als drei Prozent. In Athen brachen die Börsenkurse zeitweise sogar um 5,4 Prozent ein und schloss am Nachmittag leicht erholt bei einem Minus von 3.9 Prozent.

AFP/Reuters
 
 
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