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Frau meckert über Flüchtlingshilfe - die Antwort der Bank ist ein Hit

Die GLS Bank unterstützt Initiativen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Darüber beschwerte sich eine Kundin per Mail. Doch die Bank reagierte schlagfertig: Die Antwort ist ein Facebookhit.

Rucksack mit "Refugees Welcome"-Aufdruck: Auch die GLS Bank heißt Flüchtlinge willkommen

Rucksack mit "Refugees Welcome"-Aufdruck: Auch die GLS Bank heißt Flüchtlinge willkommen

Die GLS Bank versteht sich als sozial-ökologische Alternative in der Bankenbranche. Sie bietet zwar nicht die höchsten Renditen, dafür unterstützt sie nachhaltige Projekte und das gute Gewissen ihrer Kunden. Auch in der Flüchtlingsfrage hat sich die Bank ganz klar positioniert. Auf www.gls.de/fluechtlingshilfe ist ein großes "Refugees Welcome"-Banner zu finden. Darunter sind zahlreiche Hilfsprojekte, Initiativen und Spendenmöglichkeiten verlinkt.

Das passte einer (potentiellen) Kundin offenbar nicht in die eigene Weltanschauung. In einer Mail an den Kundenservice schrieb sie: "Sie bieten auf Ihrer Webseite Links auf Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen. Könnten Sie bitte auch Links zu Organisationen einstellen, die das Ziel haben, der aktuellen Invasion unseres Landes durch Flüchtlinge Einhalt zu gebieten?"

Wir haben heute Post zu unserer Seite www.gls.de/fluechtlingshilfe/ erhalten.#1000malWillkommen #refugeeswelcome

Posted by GLS Bank on Mittwoch, 4. November 2015

Statt die etwas wirre Anfrage zu ignorieren, ließ sich ein Mitarbeiter des Kundenservice zu einer ausführlichen Antwort hinreißen. "Gerne möchten wir zu Ihrer Bitte Stellung nehmen, denn wir fürchten, Sie haben da etwas grundsätzlich falsch verstanden", beginnt das Antwortschreiben. Die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer, die sich für Flüchtlinge einsetzen, sei ein Herzensanliegen. "Es wäre geradezu absurd, wenn wir auf derselben Seite für Organisationen werben würden, deren Ziel es ist, die flüchtenden Menschen ihrem Schicksal und Elend zu überlassen."

Nachhilfe aus dem Lexikon

Außerdem zitiert der Kundenmitarbeiter aus dem Lexikon zum Schlagwort "Invasion". Es handle sich dabei um das "Eindringen militärischer Truppen in fremde Gebiete" und keinesfalls um friedliche Flüchtlinge, führt der GLS-Mitarbeiter aus. Schließlich lädt er die Frau auch noch ein, "einmal mit uns gemeinsam die Menschen in einem Flüchtlingsheim vor Ort zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen". 

Die GLS Bank dürfte mit ihrer bemerkenswerten Antwort eine potenzielle Kundin verloren, aber viele PR-Pluspunkte gesammelt haben. Zumindest bei der Klientel, die die Bank ansprechen will.

bak
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