Stromnetz ächzt unter Überlastung

27. November 2012, 14:40 Uhr

Müssen wir zunehmend mit Stromausfällen rechnen? Laut dem Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur ist das so. Seit der Energiewende ächze das Stromnetz unter einer andauernden Überbelastung.

5 Bewertungen
Bundesnetzagentur, Monitoring, Stromnetz, Stromnetze

Kritische Lage: Das Stromnetz in Deutschland ist seit der Energiewende andauern überlastet©

Das Stromnetz in Deutschland ist wegen der Energiewende und Verzögerungen beim Ausbau in einer kritischen Lage. Zwar sei die Versorgungsqualität weiter hoch, aber die Zahl kurzfristiger Abschaltungen und Eingriffe in das Netz habe sich stark erhöht, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes. "Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Menge an Ausfallarbeit auf den verschiedenen Netzebenen mehr als verdreifacht", heißt es in dem Bericht.

Spekulationen über einen drohenden Blackout im bevorstehenden Winter hat Netzagenturchef Jochen Homann aber bereits mehrfach zurückgewiesen. Die Netzbetreiber hätten sich ausreichend Reservekapazitäten gesichert. Das Volumen der sogenannten Kaltreserve liegt laut Bundesnetzagentur mit 2600 Megawatt sogar über dem errechneten Bedarf. Kritisch werden könnte es nach Auffassung von Fachleuten generell vor allem in Süddeutschland, wo der Strom der abgeschalteten Atomkraftwerke fehlt.

Netz durch die Energiewende unter Druck

Der Bericht beklagt einen deutlichen Zeitverzug beim Ausbau des Netzes. Von insgesamt geplanten 1834 Kilometern Leitungen seien erst 214 Kilometer (knapp zwölf Prozent) realisiert. Im laufenden Jahr kämen ganze 35 Kilometer hinzu. Von 24 Neubauprojekten hätten 15 einen Zeitverzug von einem oder mehreren Jahren. Vielfach wenden sich Initiativen oder einzelne Bürger aus Angst vor Strahlenbelastung oder Wertverlust ihrer Grundstücke gegen neue Netze. Die Forderung nach Erdkabeln stößt aber für die Hochspannung der Stromautobahnen auf technische Probleme. Außerdem sind Erdkabel wesentlich teurer als Überlandleitungen.

Das Stromnetz steht durch die Energiewende unter Druck: Der Anteil des sehr unregelmäßig eingespeisten Wind- und Sonnenstroms ist deutlich gestiegen und wächst expansiv weiter. Gleichzeitig wurden stetig produzierende Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet. Phasenweise ist - etwa bei starkem Wind - mehr Strom im Netz als verbraucht werden kann. Die Netzbetreiber müssen dann kurzfristig Anlagen abschalten. Fehlen Wind und Sonne, kann es andererseits zu gefährlicher Unterversorgung kommen.

Ein solcher Fall war während der Kältewelle im Februar 2012 aufgetreten. Die Betreiber mussten damals Reservekraftwerke aktivieren und Strom im Ausland zukaufen. "Der Ausfall eines weiteren größeren Kraftwerks hätte in dieser Situation nur schwer kompensiert werden können", heißt es in dem Bericht.

dho/DPA
 
 
MEHR ZUM THEMA
Tools und Vergleichsrechner
Krankenkassen-Vergleich Krankenkassen-Vergleich Sie suchen eine neue Krankenversicherung? stern.de findet die passende für Sie! mehr... >
 
Vergleichen, sparen, wechseln! Kfz-Versicherung Kfz-Versicherung Der Kfz-Versicherungsvergleich

Versicherungsbeiträge erhöht? Kündigen Sie jetzt und sparen Sie bis zu 700 Euro im Jahr. Zum Partnerangebot ...

 
Ratgeber
Ratgeber Eigenheim: Entspannt in die eigenen vier Wände Ratgeber Eigenheim Entspannt in die eigenen vier Wände
Ratgeber Energiesparen: Energie und Geld sparen Ratgeber Energiesparen Geldbeutel und Umwelt schonen
Ratgeber Altersvorsorge: So sorgen Sie fürs Alter vor Ratgeber Altersvorsorge Den Ruhestand sorgenfrei genießen
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von bh_roth: VPN-Server erkennbar?

 

  von Gast 92508: Welche Kühlschranktemperatur ist richtig

 

  von Gast 92503: Warum habe ich nach meiner Privatinsolvenz immer noch einen sehr schlechten Scorwert bei der Schufa...

 

  von Gast 92501: gibt es ökologische Fahrradbekleidung?

 

  von Gast 92499: Rechtsfrage

 

  von rocky1703: mein sohn ist 21 jahre und hat seine ausbildung abgebrochen abgebrochen muss ich weiter unterhalt...

 

  von Amos: Warum heißt es häufig "Freiheitsstrafe" statt "Gefängnisstrafe"? Klingt das...

 

  von Gast: Haben Sie Behindertenrabatte?

 

  von Amos: Was ist dran am möglichen Ende von AC/DC? Alles nur Spekulationen?

 

  von Gast 92465: ich habe bei meinem Nissan Pixo den Lüftungsmotor wegen Geräusche vor 1 Jahr austauschen lassen.

 

  von getachew: Wie kann man die Monatskarte der Bvg steuerlich absetzen?

 

  von Amos: Warum trägt der BVB auch ein VW-Logo auf dem Trikot? Aus Sympathie für Wolfsburg? Bisher hatten sie...

 

  von bh_roth: Zwei Windows Betriebssysteme auf einer Festplatte möglich?

 

  von Gast 92439: Temperatur schwankt im Kühlkombie von -20 bis - 12 Grad. warum?

 

  von Anoukboy: Ich bin Französin, habe mehrere Jahre in Deutschland gewohnt une gearbeitet. Ich ziehe nach...

 

  von Gast 92418: Daten von externer Festplatte auf PC laden?

 

  von Amos: Deutsche Spitzengastronomie wird zu 95% von männlichen Köchen dominiert. Köchinnen kenne ich...

 

  von Amos: Woher stammt die Unsitte, vieles als "vorprogrammiert" zu bezeichen? Statt...

 

  von Gast 92411: wie stelle ich meine e-mail adresse um?

 

  von gerti: suche eine alternative Pfanne zu Aluguss für Induktionsherd welche nicht so schwer ist...

 

stern Investigativ
Anonymer Briefkasten: Haben Sie Informationen für uns? Anonymer Briefkasten Haben Sie Informationen für uns? Hier können Sie uns anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen. Wir behandeln sie vertraulich.
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (17/2014)
Der Schicksalsflug