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2. September 2009, 08:00 Uhr

Quelle-Erbin haftet für bis zu 215 Millionen Euro

Sie war eine der reichsten Frauen Deutschlands. Aber die Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor könnte Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz teuer zu stehen kommen. Nach stern-Informationen verpfändete die 65-Jährige fast ihr gesamtes Privatvermögen.

Arcandor, Pleite, Madeleine Schickedanz

Sie verpfändete alles, was ihr in Deutschland persönlich und als Alleineigentümerin gehört: Madeleine Schickedanz© Peter Roggenthin/DPA

Die Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor, ehemals Karstadt-Quelle, kann die frühere Großaktionären und Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz teuer zu stehen kommen. Die 65-Jährige haftet für Kredite beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, die sie für Käufe von Arcandor-Aktien aufgenommen hat, auch mit ihrem privaten Vermögen.

Dem stern liegen vertrauliche Papiere zu der Kreditbesicherung vor. Diese zeigen: Am 16. Oktober 2008 verpfändete Schickedanz alles, was ihr in Deutschland persönlich und als Alleineigentümerin gehört. Die Bank ließ sich Grundschulden von 215 Millionen Euro in die Grundbücher der Schickedanz-Anwesen eintragen.

Arcandor, Pleite, Madeleine Schickedanz

© stern

Von Zwangsvollstreckung bedroht

Mindestens elf Immobilien und Grundstücke kann die Bank seitdem per Zwangsvollstreckung einziehen und veräußern, wenn Schickedanz nicht zahlen sollte, sobald die Darlehen fällig werden - darunter Immobilien in München und Hamburg, eine Ferien-Villa mit Bootshaus am Tegernsee sowie eine weiteres Anwesen in Nürnberg, in dem sie einst mit ihrem zweiten Ehemann Wolfgang Bühler wohnte. Auch ihr Elternhaus in Hersbruck, ein gut 20.000 Quadratmeter großes Anwesen, ist verpfändet. Das gleiche trifft auf ein kleines Kaufhaus in der Innenstadt der fränkischen Kleinstadt zu, wo ihre Mutter Grete Schickedanz nach dem Krieg ihren ersten Laden eröffnete. In Hersbruck liegt der Grundstein für das spätere Handelsimperium.

Die Familie hat vorgesorgt

Madeleine Schickedanz war einst eine der reichsten Frauen des Landes. Vor sechs Wochen hatte sie in einem Interview beklagt, durch die Arcandor-Pleite Milliarden verloren zu haben. Sie gab an, von 600 Euro im Monat zu leben.

Allerdings ist längst nicht alles verloren, wie die Papiere zeigen. Die Familie hat vorgesorgt. So übertrug Schickedanz das größte Anwesen der Familie, die repräsentative Familienvilla mit Park bei Fürth - bis auf einen Mini-Anteil - bereits 2005 ihrem Sohn Matthias Bühler. Madeleine Schickedanz genießt hier lebenslanges Nutzungsrecht.

 
 
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