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9. Januar 2009, 07:11 Uhr
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Der Steuerzahler muss es richten

Die Regierung orchestriert die Fusion der Commerzbank und der Dresdner Bank mit immer neuen Milliarden. Das, obwohl beide Institute offensichtlich schwach sind. So finanziert der Steuerzahler die Entstehung einer neuen staatlichen Bank. Als ob es davon nicht schon genug gäbe. Ein Kommentar von Christine Mai

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Commerzbank und die Dresdner: Eine politisch gewollte Fusion muss jetzt der Steuerzahler finanzieren

Ganz schön teuer, diese Übernahme: 18 Mrd. Euro blättern wir alle hin, damit die Commerzbank die Dresdner Bank schlucken kann - nach jetzigem Stand. Vielleicht wird es ja noch ein bisschen mehr? Macht ja eigentlich auch nichts mehr. In dieser Krise ist ohnehin das Maß für Zahlen verloren gegangen.

Deshalb müssten wir uns an sich ja auch gar nicht mehr aufregen. Darüber, dass die Politik die Fusion zweier offensichtlich ganz schwacher Banken vorantreibt, koste es, was es wolle. Berlin streitet über lächerlich kleine Konjunkturpakete, warnt vor der Verschuldung unserer Kinder und Kindeskinder - und legt sich nebenbei eine neue Staatsbank zu. Als ob es nicht schon genug marode Landesbanken gäbe, für deren Rettung in schöner Regelmäßigkeit Steuergelder verpulvert werden.

Die Abwicklung der Landesbanken ist überfällig. Doch selbst in der schwersten Krise seit der Großen Depression wird dieses Land sie nicht los. Stattdessen bekommt es noch ein staatliches Institut dazu. Wie soll die Commerzbank das Geld zurückzahlen? Diese Masse an Kapital plus Zinsen? In absehbarer Zeit wird das kaum gelingen. Diese Bank wird also vorerst am Tropf des Staates hängenbleiben, und damit an uns allen, mit allen Problemen, die sich daraus ergeben - Stichwort Wettbewerbsverzerrung. Konkurrenten wie die Deutsche Bank werden sehr genau darauf achten, ob die neue Staatsbank mit Kampfkonditionen um Kunden wirbt.

Die Politik hat diesen Zusammenschluss gewollt - damit sich ja keine ausländischen Investoren ein deutsches Institut krallen. Jetzt tut sie alles, um ihn durchzusetzen. Ohne staatliche Hilfe wäre dieser Husarenritt schon längst zu Ende. Mit jeder neuen Milliarde für die Commerzbank wird klarer, wie sehr die Übernahmepläne von Anfang an auf Kante genäht waren. Für so was gehören Manager abgestraft. An den Märkten geschieht das auch, der Verfall der Commerzbank-Aktie spricht eine deutliche Sprache.

Trotzdem werden sich die Beteiligten wohl über die Ziellinie retten. Irgendwie. Der Steuerzahler muss sich derweil fragen, warum Geld aus einem an sich sinnvollen Paket zur Rettung von Banken dazu missbraucht wird, eine von ehrgeizigen Managern und Politikern gewollte Fusion einzelner Institute durchzuziehen. Darüber kann man sich auch nach anderthalb Jahren Krise noch richtig aufregen.

Ein Kommentar von Christine Mai
KOMMENTARE (10 von 37)
 
utospatz (09.01.2009, 20:08 Uhr)
Eigentlich hab ich selten so
gelacht.!
Da haben wir Esser und Schrempp, wir haben Stihlmänner, die immer erzählen, du armes Arschloch, du verdienst zu viel! Nun hast du nun 7,5 Hartz-Puff-.Empfänger.
Wenn dann die Wirtschaft Arschlöcher überrollt, schreien die selben, du hasts so gewollt! Oh Herr was sind wir christlich, und auch sozial.
Robbespierre (09.01.2009, 12:58 Uhr)
Noch so ein neoliberaler Kommentar...
Die Autorin des Artikels schranzt ziemlich einseitig aus der FDP-Ecke. Was soll so schlimm daran sein, wenn der Staat (also wir alle) Miteigentümer der Bank wird? Ich wünsche mir noch mehr Teilverstaatlichungen. Der Einstieg des Staates bei der Commerzbank könnte der Anfang zu einem neuen Wirtschaftsverständnis sein. Im Grunde sollten große Konzerne mindestens zu 25% dem Staat gehören, damit unsinnige und menschenfeindliche Aktionen (z.B. Massenentlassungen bei Siemens) verhindert werden können. Gleichzeitig verdient der Staat mit, hat also auch mehr Geldmittel zur Verfügung. Für mich ist das die richtige Entwicklung und der Weg aus der Misere. Leider leistet sich der Stern offenbar immer wieder peinlich-neoliberal eingestellte Jungjournalisten, deren Westerwelle-Hochschul-Scheuklappen noch sehr eng stehen, obwohl diese Zeiten endgültig vorbei sein dürften....
tarpan8 (09.01.2009, 11:48 Uhr)
Erst der Anfang
Da werden noch andere Banken kommen und Milliarden fordern. Und unsere
"Volksvertreter" werden bereitwillig das Geld zur Verfügung stellen.
Oder glaubt hier einer ernsthaft das z.b. die Deutsche Bank nicht auch etwas vom unendlichen Kuchen abhaben will ?
Die Schleusentore sind geöffnet und wir alle können zusehen wie unsere Zukunft in den Taschen einiger verschwindet.
esopherah (09.01.2009, 10:31 Uhr)
einfach nur noch unfassbar
Es reicht! Kein einziger vorstand, kein einziger manager, kein einziger politiker hat verantwortung für die größte kriese sei 1920 übernommen. Obwohl sie ALLE schuldig sind!
Der Rechtsstaat hat versagt, die demokratie ist am ende, gute nacht deutschland. Morgen bekommt opel dann geld, dass sie direkt in die usa transferieren, weiter so...
tagora-sagittara (09.01.2009, 10:10 Uhr)
Laden dichtmachen,...
macht die anderen Banken stärker und mit einigen Besenaktionen wäre das Bankensystem noch zu retten,... aber so... sinnlos. Jeder Wirtschaftfachmann würde die Herrhausenregelung bevorzugen bevor dieses Steuermilliardengrab geöffnet würde.
acitapple (09.01.2009, 10:02 Uhr)
kosequenzen ?
wären sich die "lenker" der konsequenzen bewusst und vor allem ihrer verantwortung, dann wären wir jetzt nicht in dieser situation. offenbar haben sie die erste stunde bwl vergessen: hohe rendite gibts nur mit hohem risiko ! aber das risiko trägt ja der steuerzahler, dem man im letzten jahr noch gesagt hat, er soll sich gefälligst aus dem geschäft raushalten... so viel zum bewusstsein über konsequenzen und verantwortung
Malt (09.01.2009, 10:02 Uhr)
Ich....
...würde gerne eine Firma gründen, die Schnee nach Sibirien exportiert! Wird sicher ein Riesengeschäft! Das wäre doch für den Staat auch eine lohnenswerte Investition, oder?
audio001 (09.01.2009, 09:56 Uhr)
Weiss die Politik noch was sie tut?
Der Wert der Commerzbank betrug in der letzten Woche rund 5 Mrd. Euro. Jetzt erwirbt der Staat eine Beteiligung von 25 % (und einer Aktie) für 10 Mrd. Euro. 8,2 Mrd. Euro gab es bereits als stille Einlage im letzten Jahr. D.h. das der Steuerzahler bislang 18,2 Mrd. Euro aufgewandt hat um letztendlich einen Anteil von 25 % zu erhalten.
In den besten Zeiten hat die Commerzbank einen Gewinn von 1,7 Mrd. Euro realisiert. Selbst wenn man unterstellt, dass die Commerzbank irgendwann wieder Gewinne zu erwirtschaften vermag; wird die Zinsbelastung. die letztendlich auf dem Steuerzahler lastet, höher sein als eine denkbare Gewinnbeteiligung.
Wenn man hypothetisch mit einbezieht, dass der Kapitalbedarf der Commerzbank zukünftig noch höher sein könnte als die bisherigen 18,2 Mrd. Euro, müsste der Steuerzahler möglicherweise noch mehr Geld in die Commerzbank einbringen!?
Wann glaubt man seitens der Regierung Merkel eigentlich, dass der Steuerzahler sein Geld wieder sieht?
Irgendwie beschleicht einen zunehmend das Gefühl, dass niemand in diesem Lande das Thema der Finanzkrise wirklich im Griff hat! Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass die handelnden Personen sich der Konsequenzen ihres Handelns nicht mehr bewusst sind?
Blacky007 (09.01.2009, 09:39 Uhr)
ABsolut unfähige und nur noch saudumme Politiker
die bei uns im Amt sind. Wie ahnungslos, wie saudumm muss man eigentlich sein, das VIERFACHE!!!! des Wertes zu bezahlen und sich dann auch noch nur mit 25% plus einer Aktie am Unternehmen zu beteiligen??? Ich kenne keien Investor, keinen Geschäftsmann der -ohne dass man ihn vorher massiv unter Drogen setzt- so einen Deal eingehen würde. Das ist m.E. ein schweres Verbrechen am Volk und diese Volltrottel von Politiker kommen auch noch ungestraft davon. Selbst wenn die Aktie derzeit unterbewertet ist, ob sie ums Vierfache steigt steht in den Sternen. Damit die Investition jedoch wirklich Sinn macht, müsste der Wert ums Fünf - bis Sechfache steigen. Zudem würde mich interessieren, welchen Verwendungszweck unsere Regierenden für die Gewinne -sofern es welche gibt- vorgesehen hat.
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M.E. wäre es sinnvoller gewesen die Commerce an die Wand fahren zu lassen und mit dem Geld der Steuerzahler hätte man 4 neue, völlig gesunde Banken mitfinanziert. So können bei der Commerce immer noch neue Überraschungen auftauchen und dann muss noch mehr nachgeschossen werden und alles auf Kosten der dummen Steuerzahler?
L.Gleichmann (09.01.2009, 09:28 Uhr)
Untergang
Diese Pseudorettungaktion wird die Wirtschaft restlos an den Rand des Ruins treiben. Gewinne privatissiert, Verluste sozialisiert, wenn Aktien nichts mehr Wert sind hat auch der Staat nur wertloses Papier. Was zun Teufel ist daran eigentlich wissenschaftlich und was sind akademische Titel in dieser Branche eigentlich wert? Klare Antwort: Nichts. Wahrscheinlich wären die meisten dieser Typen für ein naturwissenschaftliches Fach einfach zu dumm. Es ist eine Reform des Hochschulwesens nötig: Solche Fächer wie Politologie, Volkswirtschaft etc , gehören von Unis verbannt.
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