Ötzi erlitt Hirnverletzung kurz vor dem Tod

10. Juni 2013, 19:04 Uhr

Um Ötzi entspinnt sich ein wahrer Krimi: Der vor über 5000 Jahren gestorbene Gletschermann hat Blutergüsse im Hirn. Forscher können belegen: Kurz vor seinem Tod stürzte er oder wurde geschlagen.

Ötzi. Oetzi, Gletschermumie Ötzi, Ötzi-Forschung, Blutergüsse Ötzi

5300 Jahr ist die Gletscherleiche Ötzi alt - und hat noch immer nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben.©

Forscher haben neue Hinweise auf Blutergüsse im Hirn des Gletschermanns Ötzi präsentiert. In winzigen Gehirnproben der mehr als 5000 Jahre alten Mumie fanden sie Eiweiße von Blutkörperchen und Hirnzellen sowie Nervenstrukturen - die auch die Annahme untermauern, Ötzi habe sich die Blutergüsse erst unmittelbar vor seinem Tod zugezogen.

Von dem "Meilenstein" der Ötzi-Forschung berichtete am Montag ein Team um Frank Maixner von der Europäischen Akademie in Bozen (Eurac) und Andreas Keller von der Universität des Saarlandes. Ob die vermuteten Blutergüsse von einem Schlag auf die Stirn stammen oder von einem Sturz nach seiner Pfeilverletzung, bleibt aber ungelöst.

"Die in der Probe gefundenen Blutklumpen lieferten weitere Hinweise dafür, dass es sich im ansonsten nahezu blutleeren Leichnam bei den dunklen Stellen um Blutergüsse handeln könnte", berichten die Forscher in einer Mitteilung. Diese müsse sich der "Mann aus dem Eis" unmittelbar vor seinem Tod geholt haben.

Das Gehirn ist sehr gut konserviert

Ötzi habe ein "außerordentlich gut erhaltenes Gehirn", halten die Experten jedenfalls fest. Bereits nach der Analyse einer Computertomographie vor mehreren Jahren vermuteten Wissenschaftler, zwei dunkel verfärbte Stellen in Ötzi-Großhirn seien wohl durch den Schlag eines Angreifers entstanden.

Nicht nur weil viele DNA-Proben von Mumien wegen des Abbauprozesses nichts mehr ergeben, ist das Team ganz angetan von seiner Protein-Analyse: "Im Unterschied zur DNA, die in allen Zellen des Körpers gleich ist, zeigen uns Proteine, was genau an ganz spezifischen Orten im Körper wirklich abläuft", sagte der beteiligte Forscher Andreas Tholey von der Universität Kiel.

Maixner ergänzt, die Gruppe habe Prozesse im Gewebe eines Menschen nachgewiesen, der vor mehr als 5000 Jahren gelebt habe. Jetzt sollen mehr als ein Dutzend Protein-Proben von weniger gut erhaltenen Mumien mit dieser Methode untersucht werden. Die Studie ist in der Juni-Ausgabe des Journals "Cellular and Molecular Life Sciences" erschienen.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Bozen DNA Tod Universität Kiel
Wissen
Wissenstests
Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Kniffliges für Ihr Hirn: Quizzen Sie sich zum Allgemeinwissens-Champion! Mit diesen Fragen und Antworten sammeln Sie zudem genug Stoff für jeden Party-Smalltalk. Zu den Wissenstests
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast 108785: Alt-Autoentsorgung

 

  von Gast 108781: Günstiges Haus, schätzt das FA eine Schenkung ?

 

  von Gast 108767: kann ich während der Mobilitätsgarantie eine andere Werkstatt für eine Inspektion nutzen als...

 

  von Gast 108765: Wer kennt das? Habe schon immer Querrillen am Bauch mittlerweile aber auch im Kniebereich und am...

 

  von Gast 108763: Welche Drucker besitzen LINUX-Unterstützung?

 

  von Amos: Warum können sich hochrangige Manager vor Gericht auf Erinnerungslücken berufen? Wer...

 

  von Gast 108721: Holzfarbe

 

  von Gast 108717: Was hilft gegen Zahnfleischschwund bei Implantaten?

 

  von Gast 108715: bekomme ich trotz mietrückstände meine kaution zurück

 

  von Gast 108711: Wird der Zuschuss zum Krankengeld mit dem Krankengeld verrechnet?

 

  von Gast 108703: Gebrauchte Bücher auch mit Signatur verkaufen?

 

  von bh_roth: Epson Multifunktionsdrucker verweigert zu scannen

 

  von Gast 108699: Gehalt in USD - Waehrungsgewinn

 

  von bh_roth: Gibt es noch normale CD-Player?

 

  von Gast 108682: Kann mein Mann die Schenkung zurücknehmen?

 

  von Gast 108676: wie sind die regelungen bei Nachtarbeit in Spielhallen, speziell für Frauen

 

  von Gast 108650: Forderung verkaufen

 

  von Gast 108646: als Gewerbetreibender kann ich noch Nebengewerbe anmelden ?

 

  von bh_roth: Eine App ist mit einem Tablet nicht kombatibel

 

  von Gast 108627: Ich werde ein Grundstück kaufen es ist aber noch für über 40 Jahre verpachtet wie muss ich mich...