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"Air Conflicts": Historischer Tiefflieger

Von Simulation keine Rede - die Arcade-Flieger in "Air Conflicts" wollen nur eines: den Gegner vom Himmel holen.

Drei Kampagnen auf alliierter, russischer und deutscher Seite, mehr als 100 Missionen - "Donnerwetter!", denkt man sich, doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Manche der Aufgaben, die dem wagemutigen PC-Flieger in den schriftlichen und sprachlosen Briefings gestellt werden, sind in wenigen Sekunden erledigt, wenn es beispielsweise gilt, lediglich ein paar Wegpunkte abzufliegen. Auch sonst hält sich die Abwechslung in Grenzen: Patrouillenflüge, bei denen gegnerische Eindringlinge in den Luftraum vom Himmel geholt werden müssen, das Bombardieren von Bodenzielen, Raketeneinsatz - recht viel mehr darf man nicht erwarten.

Etwas Besonderes gibt's trotzdem: Wer eine Mission versiebt hat, muss sie nicht wiederholen, sondern startet trotzdem gleich mit der nächsten Aufgabe. Zerstörte Flugzeuge sind allerdings im Folgenden nicht mehr verfügbar, doch erst wenn man all seine Blechvögel in den Boden gerammt hat, heißt es "Game Over".

Die zwölf verschiedenen Flugzeuge umfassen sowohl Jäger als auch mächtige Bomber wie die Lancaster auf britischer und die Heinkel 111 auf deutscher Seite. Darüber hinaus kommen diverse Prototypen zum Einsatz, die im realen Krieg kaum mehr eine Rolle spielten. Alle Typen zeigen ein ganz charakteristisches Flugverhalten, und natürlich ist nicht jede Maschine für jede Aufgabe geeignet. Zudem steht Munition nur begrenzt zur Verfügung. Wer also glaubt, nur mit Dauerfeuer und "Draufhalten" durchzukommen, wird sich sehr bald wehrlos den gegnerischen Salven ausgeliefert sehen. Ausgefuchste strategische Tricks muss man in solchen Situationen von der lauen Gegner-KI jedoch nicht befürchten.

Grafisch sind zumindest die Flugzeugmodelle recht ordentlich geraten, die Darstellung von Boden und Himmel reicht, um Atmosphäre zu schaffen, glänzt aber nicht durch außergewöhnlichen Detailreichtum oder durch ein Effektfeuerwerk wie Konkurrent "Blazing Angels". Als Kampfpilot steuert man seine Maschine wahlweise per Tastatur, Maus oder Joystick, wobei sich die Maus bei den schnellen Richtungswechseln im Luftkampf am besten bewährt.

Air Conflicts

Hersteller/Vertrieb

Brigades/Frogster

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Freunde von Mehrspieler-Dogfights seien gewarnt: "Air Conflicts" bietet nur einen rudimentären Multiplayer-Modus, bei dem die Mitspieler die IP des Hosts kennen müssen. Es gibt keinen zentralen Server im Internet, auf dem sich die Pilotengemeinde treffen könnte. Abschließend noch ein Wort zur Hintergrundmusik: Selten so etwas Schräges gehört - hier spielen ein paar Hobbymusiker auf, die ihre Instrumente leidlich beherrschen. Das Ergebnis würde jedem Seniorentanztee für zahnlose Pilotenveteranen alle Ehre machen ...

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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