HOME

"Ankh: Kampf der Götter": Ägyptisches Plappermaul

Der tapsige, wasserscheue Assil, Protagonist der Adventure-Reihe "Ankh", hat mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der Genre-Fans eingenommen. Nun startet der Antiheld in sein drittes Abenteuer.

Assil hat es nicht leicht - friedlich schlummert er neben seiner geliebten Thara, als sich plötzlich das geschwätzige Ankh-Amulett an seinem Hals zu Wort meldet. Es kündigt Feuerregen an, und bevor Assil "Tut-ench-Amun" sagen kann, schlagen auch schon die ersten glühenden Geschosse in der nahen Umgebung ein. Es dauert nicht lange, und die Treppe in Assils Haus steht in Flammen. Als echter Gentleman rettet er zunächst die nicht unzickige Thara vor den Flammen und macht sich anschließend daran, dem drohenden Kampf der Götter irgendwie Einhalt zu gebieten. Erstmals verlässt Assil im Rahmen dieser Mission auch seine ägyptische Heimat und reist beispielsweise zum nordischen Gott Thor - eine willkommene Gelegenheit für irrwitzige Situationskomik, in der die Bekleidung des Helden eine wichtige Rolle spielt.

"Kampf der Götter" setzt den liebenswürdigen, familienfreundlichen Stil der beiden vorangegangenen "Ankh"-Abenteuer nahtlos fort - grafisch ein wenig aufgepeppt und mit einer Hotspot-Anzeige als Hilfestellung, wenn man bei einem Puzzle partout nicht weiterkommt. Beibehalten wurden auch die frechen, bisweilen etwas geschwätzigen Dialoge, die vor Seitenhieben auf Filme ("Ich brauche Waffeln. Jede Menge Waffeln") und Phänomene des realen Lebens nur so strotzen - wie etwa die leeren Wahlkampfversprechen von Politikern. Vertont von ausgezeichneten Schauspielern wie der deutschen Stimme von John Cleese, gewinnen die durchweg recht abgefahrenen Charaktere so ein markantes Profil. "Ankh"-Veteranen, die bereits die beiden ersten Assil-Abenteuer gespielt haben, erleben übrigens ein Wiedersehen mit zahlreichen bekannten Figuren.

Gewohnt schwierige Kameraführung

Leider weist aber auch Teil drei ein paar Schwächen auf, die dem Spieler schon bei den Vorgänger-Programmen zu schaffen machten. Da ist zum einen die Kameraführung, die durch ungewöhnliche Perspektivwechsel immer wieder für Verwirrung sorgt. Zum anderen wirken die Animationen ungelenk und wenig natürlich. Auch mit lippensynchronem Sprechen ist es bei den Figuren nicht allzu weit her. Der Schwierigkeitsgrad der Puzzles, in denen man übrigens nicht nur Assil, sondern des Öfteren auch Thara steuern darf, schwankt zudem stark. So kann auf ein leichtes Einsteigerrätsel unmittelbar eine harte Nuss folgen, die auch bei Adventure-Profis noch die Hirnwindungen zum Glühen bringt. Oder wer denkt schon als Erstes daran, einen Brand mit gebratenem Geflügel zu löschen?

Ankh: Kampf der Götter

Hersteller/Vertrieb

Deck13/Daedalic Entertainment

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Trotzdem: "Ankh: Kampf der Götter" ist ein rundum sympathischer Vertreter des Point&Click-Genres und wird Fans von Assil und "Jack Keane" ohne Zweifel die Weihnachtsfeiertage versüßen können. Wer Adventures liebt, liegt mit dem "Kampf der Götter" keinesfalls falsch.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU