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"City Life - Edition 2008": Bau-Boom ohne Konkurrenz

Wenig Neuerungen, fairer Preis: "City Life 2008" wendet sich an all jene, die vom neuen "Sim City Societies" enttäuscht wurden.

Auf den ersten Blick ja. Als Herr über eine virtuelle Metropole ist es die Aufgabe des Spielers, seiner Stadt zu Wachstum und Wohlstand zu verhelfen, indem er die nötigen Infrastrukturen schafft: Kraftwerke, Kläranlage, Verkehrswege, Schulen, ein öffentliches Gesundheitssystem - wer glückliche Bürger haben will, muss investieren. Auch die Wohnhäuser und Fabriken, in denen die Stadtbewohner leben und arbeiten sollen, müssen per Hand hochgezogen werden. Stimmt die Mischung aus Lebensqualität und Jobs, kommen neue Menschen in die Stadt.

Doch Bürger ist nicht gleich Bürger. "City Life 2008" bedient sich eines sozialen Kasten-Systems: Zuerst gibt es Jobs für Tagelöhner und Arbeiter. Erst im Laufe der Zeit, wenn die Stadt eine gewisse Größe erreicht, darf man Hippies, brave Angestellte, Trendsetter, Künstler und Snops ansiedeln. Je höher der soziale Status, desto teurer die Investitionen, aber auch um so höher die potenziellen Steuereinnahmen. Es versteht sich dabei von selbst, dass die Yuppies nur ungern im gleichen Viertel wohnen wie der gemeine Pöbel. Und auch der Otto-Normal-Angestellte hat nur ungern eine Kläranlage in der direkten Nachbarschaft.

Eine komplexe Society-Simulation ist "City Life 2008" jedoch nicht. Hinter den verschiedenen Gesellschaftsschichten verbirgt sich im Grunde ein simples Freischalten neuer Gebäude im Laufe der Stadtentwicklung. Daher spielt sich "City Life 2008" zwar durchaus unterhaltsam, aber doch recht linear. Wer einmal herausgefunden hat, wie man die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Bürger befriedigt, lässt seine Stadt nur noch größer werden. Wirklich Neues geschieht allerdings nicht mehr. Daran ändern auch die zwei grundsätzlichen Spielmodi (Szenario oder freies Bauen) sowie die neuen Gebäude, Karten und Szenarien der 2008er-Version nichts.

Überhaupt hielt sich Entwickler Monte Cristo mit Neuerungen zurück: Wo sind die Naturkatastrophen, die bereits bei "Sim City" stets für den nötigen Nervenkitzel sorgten? Wo die grundlegenden Entscheidungen, in welche Richtung sich eine Stadt entwickeln soll? Bei "City Life 2008" baut man einfach eifrig und routiniert immer weiter.

City Life - Edition 2008

Hersteller/Vertrieb

Monte Cristo/Koch Media

Genre

Simulation

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Auch bei der Präsentation reißt der Titel keine Bäume aus: Die Grafik ist übersichtlich und funktionell, wirkt aber etwas steril und veraltet. Lobenswert ist hingegen die Preispolitik des Publishers Koch Media: Mit rund 30 Euro ist "City Life 2008" erfreulich günstig. Besitzer der Vorgänger-Version können die Neuerungen zudem als kostenloses Update herunterladen.

Jan Mandler/Teleschau / TELESCHAU