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"Dark Star One": Die große Freiheit

Den nächsten Urlaub zu Hause im All verbringen - auf der "Dark Star One" durch die Galaxien jagen, jede Menge Abenteuer erleben und nebenher ein bisschen Geld mit Schmuggel verdienen - das wär doch mal was ...

Der junge Terraner Kayron Jarvis hat gerade sein Kampfpilotendiplom in der Tasche und sieht sich bereits übermenschlichen Herausforderungen gegenüber: Nach einer langen Zeit des intergalaktischen Friedens begehrt das Volk der Thul auf und versucht, durch Provokationen der Galaktischen Union einen neuen Krieg im All vom Zaun zu brechen. Kayrons Vater kam in einer Auseinandersetzung mit den Thul ums Leben.

Als Idealist will Jarvis für den Frieden kämpfen und den Mörder seines Vaters finden. Er staunt schon, als er für seine Aufgabe ein ganzes besonderes Schiff zur Verfügung gestellt bekommt: die Dark Star One, deren fortschrittliche Technik von Jarvis senior entwickelt worden war. Anfangs noch relativ spartanisch ausgestattet, lässt sich die Dark Star One fast unbegrenzt und ganz nach Bedarf mit allen möglichen Zusatzmodulen aufmöbeln - der Traum eines jeden jungen Weltraumkadetten!

"Dark Star One" hat mit seiner packenden Story alle traditionellen Elemente epischer Weltraum-Action vom Schlage eines "Wing Commander", verbindet sie mit üppigen Handels-Optionen à la "Privateer" und rundet das Ganze mit einem Schuss Rollenspiel ab. Weiterentwickelt wird dabei weniger der Charakter des Protagonisten als vielmehr sein Raumschiff, das er von Anfang bis Ende des Spiels steuert. Durch gute Geschäfte mit Händlern bringt Jarvis das nötige Kleingeld auf, um seinen Pott nach und nach zu einer unschlagbaren Weltraumfestung aufzumotzen. Das fördert den Sammeltrieb des Spielers, der nicht davon genug bekommt, hier die Flügel noch ein wenig auszubauen, um sie anschließend mit mehr Waffen bestücken zu können, oder den Antrieb zu optimieren, um sich noch wendiger durch die Asteroidenfelder schlängeln zu können.

"Dark Star One" lässt virtuellen Kampfpiloten alle Freiheit der Welt: Ganz nach Lust und Laune nimmt man einen der zahllosen Aufträge an und lässt sich dabei unvermittelt in heiße Dogfights mit feindlichen Piraten verwickeln. Oder man klappert die Galaxien nach günstigen Schnäppchen ab, die man dann woanders um ein Vielfaches des Preises wieder Gewinn bringend losschlagen kann. Hat man dann genug Geld gescheffelt, wendet man sich wieder der Story zu und macht sich auf die Suche nach den Mördern von Jarvis' Vater.

Die Dark Star One steuert sich am besten per Tastatur und Maus - Gamepad und Joystick bieten sich auch an, erweisen sich aber als weniger komfortabel. Ein bisschen Eingewöhnungszeit erfordern die etwas überladenen und wenig intuitiv aufgebauten Menüs auf dem Bildschirm - die einleitenden Tutorial-Missionen leisten hier jedoch gute Arbeit bei den ersten Ausflügen zu nahe gelegenen Raumstationen.

Das Cockpit der Dark Star One verlässt der Pilot eigentlich nie - von hier aus hat er alles im Griff. Trotzdem bietet das Spiel durchaus spektakuläre Ansichten: die Galaxien und Weltraumkämpfe sind grafisch opulent mit einem Feuerwerk an Farben und faszinierenden Details umgesetzt. Der bombastische Soundtrack rundet das Weltraum-Feeling gekonnt ab, und auch die Stimmen der (eher sparsam animierten) Galaxienbewohner wurden professionell und überzeugend synchronisiert.

Dark Star One

Hersteller/Vertrieb

Ascaron/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

"Dark Star One" bietet spielerisch nicht viel Neues, nutzt die bekannten Elemente jedoch für eine packende Mischung, die es versteht, die unterschiedlichsten Spielervorlieben anzusprechen. In Sachen Hardware ist "Dark Star One" recht anspruchsvoll - mit einem Rechner, der den Mindestanforderungen genügt, wird man noch nicht viel Spaß haben. Wer sich jedoch mit einer schnellen CPU und reichlich RAM ins Weltraumgefecht stürzt, erlebt Gameplay der Extraklasse!

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU