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"Darkness Within": Allein im Dunkeln

Eine düstere Geschichte, inspiriert von der Gedankenwelt des Schriftstellers H. P. Lovecraft - da sollte die Gänsehaut nicht lange auf sich warten lassen. Doch das PC-Adventure "Darkness Within" gleicht mehr einer gemütlichen Bettlektüre.

Clark Field wurde ermordet. Der reiche Mann hatte extravagante Interessen und war dem Okkultismus zugeneigt. Police Detective Howard E. Loreid wird mit dem Fall betraut. Ins Visier seiner Ermittlungen gerät Loath Nolder, ein gewiefter Privatdetektiv mit dunklen Flecken in seiner Biografie.

"Darkness Within" baut vom ersten Moment an eine im wahrsten Sinn des Wortes beklemmende Stimmung auf - als Detective Loreid startet der Spieler im klaustrophobischen Ambiente eines heruntergekommenen Hausflurs. Die hohen, verdreckten Wände wirken, als ob sie einen im nächsten Moment erdrücken würden.

Doch der erste Schreck ist bald verflogen, wenn man erst einmal die Untersuchungen im Mordfall Field aufnimmt. Wie aus vielen anderen einschlägigen Titeln gewohnt, tastet sich der Spieler per Maus schrittweise durch vorgerenderte Schauplätze, untersucht Schreibtische, öffnet Schubladen, betrachtet Fotos ... und bekommt eine Menge zu lesen: Bücher, Notizzettel, Zeitungsausschnitte - alles will ausgewertet und wie in einem Gedankenpuzzle zusammengefügt werden. Dazu unterstreicht Loreid die Textpassagen, die ihm wichtig erscheinen und stellt dann im sogenannten "Denk-Menü" die Verbindungen her. Zusätzlich erwarten den Detektiv diverse Schalterrätsel und Puzzles, in denen es gilt, Gegenstände miteinander zu kombinieren.

Die Ermittlungsarbeiten gestalten sich alles andere als rasant. Gerade das mühselige Auswerten der vielen Texte sorgt bei ungeduldigen Spielern leicht für Unmut. Die recht konventionelle Machart vieler Rätsel, die einförmig düstere Stimmung und die Einsamkeit machen mehr mürbe als die bemühten Gruseleffekte. Routiniert klappert man einen Schauplatz nach dem anderen ab, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Das wirkt auf die Dauer einfach zu steril, um wirklich packend zu sein.

Trotzdem wartet "Darkness Within" mit viel Benutzerkomfort auf: Das Mausinterface ist intuitiv bedienbar und das umfangreiche Inventar könnte übersichtlicher nicht sein. Zur Wahl stehen drei Schwierigkeitsgrade. Einsteiger haben hier die Möglichkeit, sich Tipps anzeigen zu lassen und so manche Auswertungen etwas zu beschleunigen.

Darkness Within

Hersteller/Vertrieb

Zoetrope Interactive/dtp Entertainment

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Fazit: "Darkness Within" hat durchaus seine Reize, krankt aber am zähen Spielfluss. Wer gerne beharrlich in aller Ruhe vor sich hinknobelt, kommt bei den anspruchsvollen Aufgaben jedoch auf seine Kosten.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU