"Lips" Bewegliche Stimmbandakrobaten


Während PlayStation-Gamer ihre Konsolen schon seit Jahren als Karaoke-Maschine nutzen können, mussten Xbox 360-Besitzer bislang in die Röhre schauen. "Lips" macht Schluss mit dieser Ungleichheit und zeigt auf, wie die nächste Generation der Karaoke-Games aussehen wird.

"Lips" wird zusammen mit zwei Wireless-Mikrofonen im Paket verkauft. Die leuchten nicht nur in verschiedenen Farben, sondern sind auch noch bewegungsempfindlich, was dem Karaoke-Game eine ganz neue Komponente verleiht. Anstatt sich auf der Couch zu verkriechen und ins Mikro zu singen, müssen sich die Spieler sich ein wenig bewegen - sofern sie ihre Punktausbeute erhöhen wollen. Denn je besser gesungen wird, desto schneller füllt sich eine goldene Leiste. Ist das Ende erreicht, löst der Sänger durch eine Bewegung den als "Sternenstrahl" bezeichneten Spezialmodus aus, in dem es zur Belohnung goldene Sterne gibt. Diese werden am Ende des Songs auf dem Punktekonto angerechnet. Zudem lassen sich in jedem Lied bis zu sechs Medaillen ersingen - unter anderem "Tonlage", "Rhythmus" und "Technik". Partytauglich: Bis zu vier andere Spieler können sich während der Performance einen Controller schnappen und die Sänger mit Rhythmus-Instrumenten wie Schelle, Kuhglocke oder Trommeln begleiten.

Lips

Hersteller/Vertrieb

Inis/Microsoft

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Die Trackliste umfasst 40 Songs aus den verschiedensten Genres, zu denen auch meist das Originalvideo in HD-Auflösung hinterlegt ist. Oldies und Klassiker wie "Ring Of Fire" (Johnny Cash), "ABC" (The Jackson 5) und "Another One Bites The Dust" (Queen) sind ebenso dabei wie relativ aktuelle Charthits von Duffy ("Mercy"), Leona Lewis ("Bleeding Love") und Seal ("Amazing"). Bemerkens- und lobenswert ist der hohe Anteil deutscher Künstler. Insgesamt 15 Songs stammen aus Deutschland, darunter von 2Raumwohnung ("36 Grad"), Nena ("99 Luftballons") und Reamonn ("Supergirl"). Aber auch Kult-Schlager und Trash-Hymnen wie "Santa Maria" (Roland Kaiser), "Ein Stern" (DJ Ötzi) und "Lebt denn dr alte Holzmichel noch" (De Randfichten) sind dabei.

Kurzum: Über einen Mangel an Abwechslung muss sich kein Karaoke-Fan beschweren, zumal es auch noch möglich ist, eigene DMR-freie Songs, die auf einem MP3-Player gespeichert sind, ins Game einzubauen. Allerdings muss man bei diesen Liedern auf Texteinblendungen verzichten, sodass man nicht von Karaoke sprechen kann. Dies funktioniert nur mit Songs, die auf dem "Xbox Live"-Marktplatz erworben werden. Die ersten neun Zusatzsongs sind bereits zu haben.

Wer keine Lust auf einen Solo-Auftritt hat, kann die Songs mit einem zweiten Spieler im Duett singen oder gegen einen anderen Gamer im "VS-Modus" antreten. In den drei anderen Spielmodi - "Bombe", "Kuss" und "Vocalmatadoren" - geht's im Prinzip um dasselbe. Online kann auch gespielt werden. Allerdings ist die Durchführung wenig komfortabel. Anstatt einen anderen "Lips"-Spieler direkt herauszufordern, muss erst eine Anfrage gesendet werden. Der herausgeforderte Spieler hat dann sieben Tage Zeit, das Lied zu singen. Eingetroffene Herausforderungen werden aber nicht im Startbildschirm von "Lips", sondern im Untermenü "Mein Lips" angezeigt ... Kompliziertes Tamtam für eine einfache Idee.

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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