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"Ratatouille": Familen-Futter zum Film

Trotz netter Ideen ist das Spiel zum Blockbuster "Ratatouille" nur ein halbgares Vergnügen geworden ... Fast-Food, wenn man so will.

Gemäß der Kinovorlage steuert der Spieler die Feinschmeckerratte Remy durch ein halbes Dutzend riesige Level ihrem großen Traum entgegen: Denn obwohl es sich bei seinem angepeilten Berufswunsch um ein eher nagetierfeindliches Gewerbe handelt, will der kleine Racker mit der feinen Nase unbedingt Chefkoch der Haute Cuisine werden.

Doch bis es soweit ist, muss Remy durch enge Rohre rutschen, kulinarische Traumwelten nach Käse und Sternen absuchen, immer wieder dem Chefkoch Skinner und anderen Gefahren entkommen, Kakerlaken mit Schwanzhieben verprügeln sowie jede Menge Hüpf- und Geschicklichkeitseinlagen bewältigen. Letztere haben es wegen Remys umfangreichen Bewegungsrepertoire und der etwas zickigen Steuerung durchaus in sich und sind für junge Gamer eine Spur zu schwer geraten.

Im Gegensatz zum Film wird das Thema Kochen nur am Rande in Form von ein paar Mini-Games behandelt. Deutlich häufiger muss Remy dafür die Drecksarbeit verrichten und Futter für seine Rattenfamilie heranschaffen, indem er etwa - plump - allerlei Essensreste aufsammelt oder - ausgefuchster, aber trotzdem öde - ganze Aktionsketten auslöst. Meist müssen dafür allerdings nur bestimmte Punkte in den Level erreicht werden. Wer die Orientierung in dem anfangs geradlinig inszenierten, später aufgefächerten Abenteuer verliert, streckt einfach seinen Riecher in die Luft und lässt sich von einer Farbspur den Weg weisen. Ein äußerst hilfreiches Feature - sofern man dabei nicht von Hunden, Katzen und dem Küchenpersonal beobachtet wird. Dann hilft meist nur noch eins: rennen!

Löblich: Die Hälfte aller vorhandenen Minispiele, die das Gameplay auflockern, lassen sich auch separat mit ein paar Freunden zocken. Dafür muss mit der Grafik deutlich ins Gericht gegangen werden. Die wirkt über weite Strecken ziemlich altbacken. Vor allem auf den Next-Gen-Konsolen wäre deutlich mehr möglich gewesen. Immerhin scheute THQ bei der Lokalisation keine Kosten und Mühen und engagierte bis auf wenige Ausnahmen die Original-Sprecher des Films.

Ratatouille

Hersteller/Vertrieb

Heavy Iron/THQ

Genre

Action-Adventure

Plattform

PlayStation2, PC, Game Boy Advance, Nintendo DS, PSP, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Fazit: "Ratatouille" ist ein niedliches Spielchen geworden, dem allerdings die Würze fehlt, um über lange Zeit zu begeistern. Der Charme der Vorlage konnte nur bedingt eingefangen werden - vom Witz ganz zu schweigen. Der bricht allenfalls in den Videoschnipseln durch, die als Boni freigespielt werden können.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU