"Stronghold: Crusader Extreme" Rostige Rüstung

Aufgewärmt und halbgar: Die Firefly Studios versuchen sich an der Wiederbelebung ihres sechs Jahre alten Strategie-Klassikers "Stronghold: Crusader" als "Extreme"-Version.

Sich einmauern und aus einer gut geschützten Stellung heraus dem bösen Feind empfindliche Schläge verpassen: "Stronghold: Crusader" sprach von Anfang an mehr die defensiven Spielernaturen an, die lieber viel Zeit in den Aufbau einer komplexen Infrastruktur stecken statt sich nur hektisch von Schlachtfeld zu Schlachtfeld zu prügeln. Wer dieses sympathische Spielprinzip in letzter Zeit vermisst hat, mag sich über das Erscheinen von "Stronghold: Crusader Extreme" freuen. Er sollte nur keine falschen Erwartungen mit dem Programm verknüpfen.

Das ist nämlich kein den aktuellen technischen Möglichkeiten angepasstes Remake des Klassikers, sondern umfasst lediglich das unveränderte alte Spiel inklusive der Erweiterung "War Chest" und eines separaten "Extreme"-Modus mit einer 20 Einzelgefechte umfassenden Kampagne, diversen Spezialfertigkeiten und einer Handvoll neuer Computergegner. Grafik und Sound bewegen sich nach wie vor auf dem mittlerweile völlig antiquierten Niveau des sechs Jahre alten Games und können allenfalls unverbesserlichen Nostalgikern noch ein seliges Seufzen entlocken.

"Extrem" ist an den "neuen" Missionen allenfalls der höllische Schwierigkeitsgrad, der Anfängern kaum Zeit lässt, sich richtig mit der Spielmechanik vertraut zu machen, und die Zahl von gigantischen 10.000 Einheiten, die sich gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln können. Solche Monumentalschlachten, die sich nur mithilfe von automatisch durch Außenposten bereitgestelltem Truppennachschub realisieren lassen, verlieren jedoch mangels Übersicht bald ihren Reiz. Mehr Effizienz verspricht da schon die neue Möglichkeit, auf gegnerischen Stützpunkten regelrechte Steinhagel niedergehen zu lassen.

Stronghold: Crusader Extreme

Hersteller/Vertrieb

Firefly Studios/Gamecock Media

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Fazit: "Stronghold: Crusader Extreme" ist nur etwas für Nostalgiker, die das Originalspiel noch nicht besitzen und eine digitale Zeitreise in die Vergangenheit der Computerspiele-Entwicklung machen wollen. Angesichts der spärlichen Neuerungen ist die "Extreme"-Version des Burgenbau-Klassikers mit 30 Euro ein ziemlich teurer Spaß.

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Herbert Aichinger/Teleschau

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