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Microsoft: Offener Windows-Quellcode für Regierungen geplant

Der Softwarekonzern Microsoft will den Quellcode seines Windows-Betriebssystems für Regierungen offen legen. Ziel: Die Position als einer der größten Lieferanten für Software in öffentlichen Einrichtungen zu stärken.

Der Softwarekonzern Microsoft will Regierungen und internationalen Organisationen den Quellcode seines Windows-Betriebssystems offen legen. Mit der Initiative will der Konzern seine Position als einer der größten Lieferanten für Software in öffentlichen Einrichtungen stärken.

Hauptsache Sicherheit

Regierungen und Behörden sollten Zugang zum Windows-Quellcode erhalten, um die Sicherheit der von ihnen genutzten Software zu verbessern, kündigte der weltweit größte Softwareproduzent am Dienstag an. Viele Staaten nutzen die Programme etwa zur Verwaltung von sensiblen Informationen wie Personal- und Steuerdaten oder zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit. "Wir haben ein Geschäftsinteresse daran, dass sich die Leute vollkommen sicher mit unserer Software fühlen", sagte Microsofts Cheftechnologe Craig Mundie der Nachrichtenagentur Reuters.

Verhandlungen mit über 60 Regierungen

Russland wie auch die NATO wollen nach Angaben von Mundie Einblick in den Quellcode nehmen. Mit mehr als 60 weiteren Regierungen und Behörden liefen Verhandlungen. Microsoft sieht sich der starken Konkurrenz durch Anbieter von freier Software ausgesetzt, die im Gegensatz zu den Programmen von Microsoft und anderen Firmen allgemein zugänglich ist und entweder nicht bezahlt werden muss oder für geringe Kosten zu haben ist. Freie Software wie Linux kann uneingeschränkt kopiert und verändert werden. Viele Nutzer schätzen diese Software zudem als grundsätzlich sicher ein, da jeder sie prüfen kann.

Vertrauen stärken

Bislang hatte Microsoft die Quellcodes nur Firmen und Forschungs- und Bildungseinrichtungen offen gelegt. Die im Jahr 2000 gestartete Initiative ermöglicht jedoch allein den Einblick in den Windows-Code, aber nicht seine Veränderung oder Weiterverbreitung. Microsoft versucht so, das Vertrauen in die Sicherheit seiner Software zu stärken. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft-Gründer Bill Gates eine Initiative angekündigt, die die Sicherheit der Programme verbessern solle.

Zunehmende Nutzung anderer Betriebssysteme aufhalten

"Wenn (Microsoft) die Regierungen dazu bringt, sich mit ihrer Software wohl zu fühlen, dann können sie wirkungsvoll die zunehmende Nutzung der Konkurrenzprodukte aufhalten", sagte Experte Rob Enderle von Giga Information Group. In Deutschland hat die Bundesregierung allerdings bereits mit der Förderung freier Betriebssysteme begonnen. Vergangenen Juni schloss sie mit IBM einen Vertrag, um Linux-gestützte Systeme in deutschen Verwaltungen einzuführen.

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