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NEULICH IM NETZ: Männer 2002: Bunt kochen oder schleudern?

Sie ist schneeweiß, steht zumeist im Keller, und bunte Lichter gehen an, wenn man auf ihre Knöpfchen drückt. Das sieht besonders bei Dunkelheit gut aus. Was die Waschmaschine mit dem Internet zu tun hat? Lesen Sie selbst...

Sie ist schneeweiß, steht zumeist im Keller, und bunte Lichter gehen an, wenn man auf ihre Knöpfchen drückt. Das sieht besonders bei Dunkelheit gut aus.

Wasch|ma|schi|ne, die:

Maschine zum automatischen Wäschewaschen: eine vollautomatische W.; das kann man in/mit der W. waschen. Duden, 2001.

Der rechte Weg zu Koch- und Buntwäsche

Wer bis hierhin alles verstanden hat, ist reif für den vielleicht nützlichsten Nachhilfekurs in der Geschichte des Internet: Waschen lernen online. Der Waschmaschinenhersteller, der wissen will, was Frauen wünschen, hat in einer »Umfrage« festgestellt, was seit Jahrmillionen bekannt ist: Männer können alles, nur nicht Wäsche waschen. Weil Besserung Läuterung mittels »brutalst möglicher« Züchtigung oder Selbsterkenntnis (hier: Roland Koch, Ministerpräsident Hessen; da: Laotse, Buchautor, China) voraussetzt, helfen die barmherzigen Gerätebauer mit einem Onlinetest auf den rechten Weg zu Koch- und Weißwäsche.

Selbstwäscher haben Pech

Via kritischer Selbstanalyse muss man sich einem bestimmtem »Waschtyp« zurechnen. Wer von Mama »verwöhnt« wird, weil die noch immer für ihn wäscht, wer »hilflos«, weil er das alles nicht versteht, wer »gnadenlos«, weil zu doof für den Unterschied zwischen 30 und 90 Grad, wer »zerstreut«, weil bunt mit weiß, wer »sorglos«, weil zu dämlich, um Kleiderschrank voll von leer zu unterscheiden, oder »verweigert«, weil keinen Bock auf Weiberkram, hat Glück. Paradox, aber der einzige, der bei Bauknecht Pech hat, ist der »Glücksfall, eines der echt seltenen männlichen Exemplare des Homo Waschiensis«. Der nämlich soll nicht nur unentwegt waschen, sondern sich von seiner »Süßen« auch noch eine Waschmaschine schenken lassen. Und zwar eine, bei der er sich nie mehr bücken muss.

Rückenprobleme: das Kennzeichen des Internetzeitalters

Im Alter kann das durchaus nützlich sein, denn Rückenprobleme sind das Kennzeichen des Internetzeitalters. Aber auch Sehnenscheidenentzündungen und Muskelkrämpfe, weil man vor lauter Mausklicken nicht mehr zum Trinken kommt. Und zwar Mineralwasser, mindestens zwei Liter pro Tag, besser vier bis sechs Liter, wenn man wie Kate Moss aussehen will. Aber welcher Mann will das schon?

Thomas Hirschbiegel