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NEULICH IM NETZ: War was wahr: unendliche Weiten...

Eigentlich hat sie keiner gefragt. Und trotzdem ist sie da und meldet sich zu jeder unpassenden Gelegenheit zu Wort. Auch auf ihrer eigenen Website. Willkommen im Nichts.

Eigentlich hat sie keiner gefragt. Und trotzdem ist sie da und meldet sich zu jeder unpassenden Gelegenheit zu Wort. Auch auf ihrer eigenen Website. Willkommen im Nichts.

Willkommen bei Naddel.de

Willkommen bei Naddel.de. Und sofort das erste Rätsel: Was treibt eine Frau, zumal eine durchaus ansehnliche wie Nadja Abdel Farrag, sich mit einem der wunderlichsten Spitznamen des Universums zu schmücken? Einem Namen, der vor allem Geräusch ist. Der auf immer und ewig verbunden ist mit einem blond daherschreienden Musikproduzentendarsteller. Der mehr Brandmal ist denn Schmuck. Im echten Leben, aber auch im Web. Möglicherweise weiß sie, was sie tut. Möglicherweise aber auch nicht. »Was war wahr bzw. war was war wirklich was wahr war? Tja, da kann man schon ganz schön durcheinander geraten ...«, O-Ton Nadja Abdel Farrag.

Irgendwie nicht wirklich fertig

Sie scheint nichts zu tun und ist dennoch ständig präsent: Als Kochdarstellerin mit platzendem Dekolletee über dampfendem Topf, als Hauptdarstellerin in einer grenzdebil schlüpfrigen Bildergeschichte, als Henninger-Bier trinkender Nachtfalter, als sich die Brust wiegen lassende Peinlichkeit im TV, vor allem aber als Ex-Partnerin des besagten Musikproduzentendarstellers, welcher wiederum ein Buch schrieb über nichts als die Wahrheit, was wiederum für Frau Abdel Farrag Anlass genug war, sich aus dem Nichts zu Wort zu melden. Möglicherweise bald mit wahrhaften Wahrheiten. Möglicherweise aber auch bald mit einer irgendwie fertigeren Website als jener, die zurzeit online zu bewundern ist, aus diesen und jenen Gründen aber noch nicht fertig ist. Immerhin: »Ein spannendes Thema«, O-Ton Nadja Abdel Farrag.

Natürlich schreibt sie das Buch nur für sich selbst

Das meinte wohl auch die sonst so lobenswerte Wochenzeitung »Die Zeit«, die Naddel eine ganze Seite abzüglich Werbefläche widmete. Dergestalt von den Niederungen von Boulevard und Bild in die Bel Etage des Bildungsbürgertums entfleucht, war es wohl unvermeidlich, dass die unter der Adresse Postfach 130 367, 20103 Hamburg brieflich zu Erreichende an einem anderen Projekt arbeitet. Und zwar: »Ein anderes Projekt an dem ich arbeite, ist meine Autobiografie. Um eines klarzustellen: Ich schreibe an diesem Buch für mich selbst, um meine Erlebnisse aufzuarbeiten.«

Vielleicht wirft Dieter noch ein paar Cent ab

Doch das kann noch dauern, denn »hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen«. Auch von »Rache« will sie nichts wissen, sondern mitverdienen am nach Jen Nyelvers' »Medienhure« (Bild: »das schlechteste Buch Deutschlands«) vielleicht schlechtesten Buch Deutschlands. Weswegen der grinsende Ex-Partner feist vom abfotografierten Buchdeckel grinst und direkt zum Buchhandel linkt. Ihr Lieblingsfilm ist übrigens »alle Disney-Filme«. Und: »Trotz des ganzen Medienrummels hat sich bis jetzt in meinem Tagesablauf nicht viel verändert, ich nehme weiterhin alle Termine wahr und arbeite an meinen Plänen und Projekten und lasse mich von meinen Zielen auch nicht abbringen.« Wozu auch?

Thomas Hirschbiegel