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Nemo The ALCS 1P SE: Das teuerste Zelt der Welt - oder warum der Westen den Rüstungswettlauf verliert

Dieses Ein-Mann-Zelt der US-Army kostet so viel wie ein Wohnwagen. Normal-Sterbliche dürfen es nicht kaufen. Aber wenn es doch mal ausprobiert wird, entdecken die Tester keine Wunder-Eigenschaften – außer dem Preisschild.

Es gibt kein Zelt, das so geheimnisumwittert ist wie das "Nemo The ALCS 1P SE". Es ist seit 2012 das aktuelle Militärzelt der und nicht für Normalsterbliche erhältlich. Dafür ist es aber natürlich "tactical". Wird doch mal ein Zelt bei einem Test vorgestellt, dürfte ein Soldat es im Depot abgezweigt haben. Das Tactical-Zelt hat einige Besonderheiten. Vor allem sticht allerdings der Preis hervor: 2300 Dollar kostet das Ein-Mann-Zelt nämlich. Es gibt mehrere Vorstellungen im Netz und tatsächlich meckert niemand über das "Nemo The ALCS 1P SE" – es ist ein solides, strapazierfähiges Zelt.

Nicht kugelfest

Die Firmen-Webseite schreibt allerdings "most advanced combat shelter" – Combat heißt zwar Kampf, doch kugelfest ist das Zelt nicht. Es ist eigentlich nichts Besonderes, vor allem fällt es nicht in die Kategorie der hochalpinen Zelte. Zelte, gebaut für den , sind auch im zivilen Markt sehr teuer, weil sie eine hohe Sturmfestigkeit, extreme Isolation mit einem Mini-Gewicht verbinden wollen. Mit über drei Kilogramm für das Basiszelt hat sich die US-Army eindeutig für solides und nicht ultraleichtes Material entschieden.


Kombi-Zelte

Das Zelt bietet Platz für eine Person. Wie zu erwarten, wird das innere Zelt mit Stangen zu einer Kuppel aufgestellt – darüber kann eine Außenhaut gespannt werden. Sie gibt es in verschiedenen Tarnmustern und Materialen, die passend zur Einsatzregion ausgesucht werden können. So weit, so langweilig. Einzige Besonderheit sind die zwei Seiteneingänge. Sie können geöffnet werden und dann kann man mehrere Zelte miteinander verbinden. Typsicherweise zwei, bei noch mehr Elementen müssten die Innenliegenden über die Schläfer in den Außenzelten hinwegkriechen. Das Basiszelt kostet etwa 1900 Euro, mit einem Überzelt kommt die Kombination dann auf 2300 US-Dollar.

Wer verdient was?

Ob sich der Hersteller an dem Zelt eine goldene Nase verdient, ist überhaupt nicht gesagt. Es ist durchaus möglich, dass die Vertragsbedingungen zu den absurden Preisen führen. Typisch wäre die Klausel, dass das Super-Zelt nur an staatliche Institutionen in den USA verkauft werden darf. Eine Produktion für den Massenmarkt ist dann nicht möglich. Offenbar wurde bei Dupont auch eine ganz eigene Gore-Tex-Faser für das Zelt entwickelt. Gern denkt sich das Pentagon auch Klauseln aus, nach denen der Hersteller jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang Ersatzteile und kleine Nachbestellungen liefern muss. Das bedeutet, dass die Produktionslinie Ewigkeiten aufrechterhalten werden muss. Die zivilen Zelte von Nemo sind nicht billig, liegen aber absolut im Preisrahmen anderer Anbieter.

Aber egal welche Gründe auch zutreffen mögen: Sie alle machen das Zelt exklusiver, aber nicht besser und schon gar nicht kampfkräftiger. Es ist anzunehmen, dass die US-Soldaten mit einem 2300-Dollar-Zelt ins Manöver ziehen, während das sparsame Peking vielleicht nur 150 Dollar für ein Zelt ausgibt, in dem der Soldat genauso warm und trocken schlafen kann.

Wird im Einsatz nicht benutzt

Kleines Extra: Der Preis des Wunderzeltes wurde auf Reddit von Soldaten und Veteranen diskutiert. Nicht einer von ihnen hat auch nur eine Nacht im Einsatzgebiet in so einem Zelt verbracht. Manche kannten es aus der Ausbildung. Der Grund: Für einen Infanteristen ist das zusätzliche Gewicht nicht zu bewältigen. Er nimmt lieber mehr Munition als das Kuschelzelt mit auf Patrouille.

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