HOME

Editorial: Für das Recht auf den Freitod

Liebe stern-Leser!

Selten hat uns ein Text so aufgewühlt wie die Geschichte "Ich will nur fröhliche Musik", selten war sich die Jury des Henri Nannen Preises so schnell einig, dass dies die beste deutschsprachige Reportage von 2005 war. Der Journalist Bartholomäus Grill, 51, beschreibt den letzten Weg seines todkranken Bruders, der sterben möchte und dafür Hilfe in der Schweiz suchen muss.

Der Text, im vergangenen Dezember in der "Zeit" erschienen, ist nach Meinung der Jury meisterhaft geschrieben - und er hat exemplarische Bedeutung, weil der Streit um aktive Sterbehilfe zu den großen Themen der Gegenwart und Zukunft gehört. Dem Autor ist es gelungen, das größte persönliche Unglück mit enormer Authentizität und Beherrschung zu beschreiben.

Bartholomäus Grill, bislang Afrika-Korrespondent der "Zeit" und gerade dabei, von Kapstadt nach Berlin umzuziehen, sagte bei der Preisverleihung vor mehr als 1000 Ehrengästen im Hamburger Schauspielhaus: "Es ist entwürdigend, dass der assistierte Freitod in Deutschland kriminalisiert wird und Menschen gezwungen sind, dafür in ein fremdes Land zu fahren. Auch deswegen hat mein Bruder gesagt: Schreib das auf."

So ist es in beider Sinne, dass wir die preisgekrönte Reportage in diesem stern nachdrucken (Seite 66) und unseren Lesern zur Diskussion stellen. Über die Preisverleihung und die anderen Gewinner berichten wir ab Seite 208.

Wenn irgendjemand weiß, was die Welt momentan umtreibt, dann ist es Google. 400 Millionen Anfragen werden täglich rund um den Erdball in die Maske der Internetsuchmaschine eingetippt. Und mit dem neuen Werkzeug Google Trends lässt sich zum Beispiel feststellen, dass nach "Sex" am häufigsten in Kairo gesucht wird, nach "guns" am meisten in Buenos Aires und nach "Sauerkraut" vor allem in Köln.

Google ist zu einer Weltmacht des digitalen Zeitalters geworden. Aber welche Köpfe stecken hinter der größten Suchmaschine der Welt? Bei ihrem Blick hinter die Kulissen von Google fanden die stern-Redakteure Michael Streck und Dirk Liedtke in der Firmenzentrale im kalifornischen Mountain View eine Spielwiese für kreative Geister, deren Ideen die Welt verändern sollen. In einem Exklusiv-Gespräch erklärte Google-Chef Eric Schmidt den beiden das Erfolgsprinzip. Die Titelgeschichte über die "Weltmacht Google" lesen Sie ab Seite 46.

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn

print
Themen in diesem Artikel