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Der geheime Code der Liebe : Meine Frau hat ihre Schwester und deren Mann ungefragt in unseren Urlaub eingeladen

Liebe Frau Dr. Peirano,
vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass meine Frau ihre Schwester und deren Mann überredet hat, in unseren Ferien an den gleichen Campingplatz zu kommen, an dem wir auch sind. Ich muss dazu sagen, dass ich meine Schwägerin ganz nett finde und eigentlich auch ein gutes Verhältnis mit ihr habe. Mein Schwager ist ein aufgeblasener Schwätzer, der die ganze Zeit nur über seine beruflichen Erfolge schwadroniert. Ich habe keine Lust, die beiden im Urlaub zu sehen. Als ich meiner Frau das gesagt habe, hat sie beleidigt reagiert und mir vorgeworfen, dass ich ungesellig bin und mich nicht für ihre Familie interessiere.
Jetzt wollte ich mal fragen, was Sie darüber denken.
Vielen Dank und beste Grüße
Frank K.

Lieber Frank K.,
ich kann sehr gut verstehen, dass Sie sich darüber ärgern, Ihre Schwester und Ihren Schwager im Urlaub zu sehen! Oder besser gesagt, sehen zu müssen. Meine Auffassung ist die, dass Sie und Ihre Frau Ihren Urlaub zusammen geplant und beschlossen haben, zu zweit Urlaub auf dem Campingplatz zu machen. Ihre Frau hat diesen Plan umgeworfen, ohne das vorher mit Ihnen zu besprechen. Die Konsequenzen (dass Schwägerin und Schwager auch an den gleichen Campingplatz kommen) betreffen aber Sie beide. Sie sind ja nun gezwungen, Stellung zu beziehen. Entweder Sie lassen die aufgezwungenen Kontakte über sich ergehen und sitzen mit den beiden zusammen, ohne sich anmerken zu lassen, dass Sie das eigentlich nicht möchten. Das wäre die Variante "gute Miene zum bösen Spiel machen". Gerade im Urlaub, wo man mal nur nach den eigenen Wünschen und von Zwängen befreit leben möchte, stelle ich mir das recht schwer vor. Oder Sie positionieren sich klar und grenzen sich von Schwager und Schwägerin ab, indem Sie verbal oder nonverbal klar stellen, dass sie mit den beiden so wenig zu tun haben wollen wie möglich. Auch das ist innerhalb einer Familie eine sehr undankbare und unangenehme Aufgabe, die zu großen Konflikten mit allen führen kann. Das alles wäre nicht nötig gewesen, wenn Ihnen von Ihrer Frau nicht viel mehr Nähe aufgezwungen worden wäre, als Sie selbst möchten.
Wie man es auch dreht und wendet: Es klingt nicht gerade nach einem entspannten Urlaub, wenn Sie Sie es so machen wie von Ihrer Frau geplant. Doch wie kommen Sie aus dieser Nummer heraus? Dazu kenne ich die Hintergründe zu wenig. Ich mache dennoch einige Vorschläge "ins Blaue", von denen möglicherweise einer passt: Sie könnten noch einmal mit Ihrer Frau sprechen und deutlich sagen, dass Sie vorher gefragt werden möchten, bevor sie jemanden an den gleichen Urlaubsort einlädt. Sie könnten überlegen, wie man die Einladung rückgängig machen könnte. Sie könnten zum Beispiel den Urlaub um ein paar Wochen nach hinten oder vorne verschieben, falls Ihnen das möglich ist oder an einen anderen Ort fahren, falls Sie nicht so sehr an diesem Ort und diesem Campingplatz hängen. Doch wahrscheinlich fühlen sich dann die Schwester und Schwägerin irritiert, weil sie erst eingeladen wurden und sie dann etwas anderes machen.
Die eleganteste Lösung wäre es, dass Sie und Ihre Frau den beiden die Wahrheit sagen: Dass Sie beide Urlaub in ungestörter Zweisamkeit verbringen möchten und die Idee mit dem gemeinsamen Urlaub doch nicht so gut ist. Dann ist die Angelegenheit auch für die nächsten Jahre klar gestellt, und Sie brauchen keine Ausrede zu benutzen. Und mit Ihrer Frau könnten Sie in einem ruhigen Moment noch einmal darüber sprechen, wie nah sie sich den Kontakt zu ihrer Familie vorstellt und wie Ihre Vorstellungen dazu aussehen.
Ich wünsche Ihnen trotz allem Ärger einen erholsamen und sonnigen Urlaub
Herzliche Grüße
Julia Peirano

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Julia Peirano

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.