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Der geheime Code der Liebe : Meine Frau will ihren Lover weitertreffen

Aus heiterem Himmel erfährt Stefan, dass seine Frau ihn betrügt. Ihre Erklärung: Nach 20 Jahren Ehe habe sie einfach die Bestätigung gebraucht, dass ein jüngerer Mann sie noch attraktiv findet. Stefan ist schockiert - besonders da sie die Affäre nicht beenden will.

Liebe Frau Peirano,
ich schreibe Ihnen, weil ich herausgefunden habe, dass meine Frau seit vier Monaten eine Affäre mit einem jüngeren Kollegen hat. Wir haben uns in der Zeit davor sehr gut verstanden, deshalb fiel ich aus allen Wolken. Zuerst hat sie es mir verheimlicht, aber dann habe ich doch eine eindeutige Whatsapp gesehen. Sie sagte, sie sei nicht in ihn verliebt. Sie habe nach 20 Jahren Ehe die Bestätigung gebraucht, dass auch ein jüngerer Mann sie noch attraktiv findet und dann sei es halt so passiert. Es seien keine tiefen Gefühle im Spiel, sondern die Bestätigung, dass ein 35-jähriger Mann sie als 52-Jährige sie begehrt.
Ich war sehr wütend und verletzt und bestand darauf, dass wir eine Paartherapie machen. Der Therapeut meinte, dass an einem Seitensprung immer beide Partner eine Mitschuld tragen, was ich in unserem Fall sehr unfair fand. Wir hatten eine sehr gute Zeit zusammen, als meine Frau mich betrog. Dann meinte er noch, dass man Affären nicht zu schnell beenden sollte, sondern erst mal schauen sollte, was zwischen dem Paar für Themen sind. Meine Frau hat sich dann sozusagen mit dem Segen des Therapeuten gleich noch mal mit dem jüngeren Mann getroffen - sie sagt, sie habe nur mit ihm reden wollen. Aber nachdem ich angelogen wurde, kann ich das nicht glauben.
Wir streiten sehr viel, und ich bestehe darauf, dass sie diesen Mann nicht mehr sieht. Ich würde gerne wissen, was Sie dazu sagen.
Liebe Grüße,
Stefan L.

Lieber Stefan L.,
ich kann gut verstehen, dass Sie verletzt sind, dass Ihre Frau Sie betrogen und belogen hat. Wenn der Partner fremd geht, ist es immer ein Vertrauensbruch und ein Anschlag auf die Geborgenheit und Sicherheit, die man in einer Beziehung empfindet. Wenn der Partner in einer längeren Krisenzeit fremd geht, kann man sich immer noch sagen, dass ihm oder der Beziehung etwas Wichtiges gefehlt hat (Sexualität, Nähe, Gespräche, Verständnis, Zweisamkeit). Eine Entschuldigung ist das natürlich auch nicht. Aber in einer guten Zeit ist es für Sie und für jeden in Ihrer Situation wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Und es wird schwer für Sie sein, wieder Vertrauen zu fassen, dass so etwas nicht noch einmal passiert, befürchte ich.
Aus meiner Sicht ist es extrem wichtig, dass ein Paar sich nach einem Seitensprung intensiv darum kümmert, wieder zueinander zu finden. Dazu gehört es, die Ursachen für den Seitensprung zu ergründen und zu verändern. Man kann sich das so vorstellen, dass ein Paar, bei dem Vertrauen herrscht, durch eine unsichtbare Wand von anderen Menschen abgeschirmt ist. In dem intimen Raum der Partnerschaft gibt es Geheimnisse, Sexualität, Geschichten, Rituale, Gesten, Zärtlichkeiten, die nur das Paar miteinander teilt. Jetzt hat Ihre Partnerin diese unsichtbare Wand niedergerissen und Geheimnisse, Sexualität und noch anderes mit ihrem Kollegen geteilt - und um das zu tun, musste Sie sogar Ihnen gegenüber eine Wand errichten, so dass Sie nicht mitbekommen, was geschieht.
Das ist sozusagen die emotionale Architektur des Fremdgehens: Die Mauer des Vertrauens verschiebt sich, man befindet sich nicht mehr mit dem Partner in der Mauer, sondern der Partner hat einen sozusagen ausgegrenzt.
In der Paartherapie und in Ihren Gesprächen sollte es aus meiner Sicht darum gehen, die Mauer wieder zurück zu bauen, so dass Sie beide Ihren geschützten Raum wiederfinden. Deshalb ist meine Antwort klar: Der Geliebte Ihrer Frau hat in diesem System nichts zu suchen, er ist ein großes Hindernis dabei, das Vertrauen wieder aufzubauen. Sie haben nur Streit deswegen, weil Ihre Frau sich ihren Loverboy nicht wegnehmen lassen will.
Außerdem ist mir nicht klar, was Ihre Frau sich verspricht, wenn sie ihn weiterhin trifft. Will sie die sexuelle Beziehung fortsetzen? Sich bewundern und bestätigen lassen? Jemand, mit dem man den Partner betrogen hat, eignet sich auf keinen Fall für eine freundschaftliche Beziehung- diese Spielregel sollte offensichtlich sein.
An Ihrer Stelle würde ich klar darauf bestehen, dass Ihre Frau diesen Kollegen nicht mehr sieht. Falls die beiden zusammen arbeiten, sollte der Kontakt auf ein Minimum begrenzt werden. Ich würde auch den Therapeuten wechseln, da er Ihre Verletzungen aus meiner Sicht ignoriert und Ihnen dadurch noch weiteren Schaden zufügt.
Ich kann Ihnen das Buch des amerikanischen Paarforschers John Gottman empfehlen: Die Vermessung der Liebe. Es geht dort detailliert darum, wie man sich nach Seitensprüngen wieder um die Paarbeziehung kümmert und Vertrauen aufbaut.
Alles Gute für Sie, und bleiben Sie sich selbst treu!
Herzliche Grüße
Julia Peirano

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.