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Daddylicious: Papa ärgere dich nicht: Wenn Eltern am Spieltisch verzweifeln

Man soll ja mit Kindern spielen. Aber sobald die Kleinen aufrecht am Tisch sitzen und die Würfel schmeißen können, sollte man den Ehrgeiz runterschrauben. Sonst sieht Papa schnell noch älter aus, als er sowieso schon ist.

Mensch ärgere dich nicht Kids

Mensch ärgere dich nicht in der Kids-Version

Spielen mit Kindern macht Spaß. Klar, zu Anfang braucht es viel Geduld. Zuzugucken, wie in mühevoller Kleinarbeit Duplo-Steine aneinandergeschlagen werden, kann schon juckig machen. Aber Kinder wachsen so schnell, einen Augenblick später bauen sie ganze Städte mit den kleinen Steinen zusammen. Für die älteren Kinder zum Verständnis: Das ist so wie "SimCity" - nur zum Anfassen. Wir zuhause haben allerdings auch schon früh das Brettspiel für uns entdeckt. Ich weiß aber nicht, wie lange ich das noch mitmache…

Der Auslöser war weniger pädagogisch, obwohl sich das gemeinsame Spiel am Tisch oder auf dem Fußboden sicherlich auch nicht gerade nachteilig auf die Entwicklung auswirkt. Für uns war das eher der Spaß, der im Vordergrund stand.

Mit meinen eigenen Eltern haben wir in unseren vielen Dänemark-Urlauben so ziemlich jedes "Brettspiel des Jahres" ausprobiert. Und ich erinnere mich auch an einige Urlaube im Studentenalter, in denen mit der Clique gefühlt rund um die Uhr gekniffelt wurde. Solche Spiele sind nicht nur ein Langeweilekiller, sondern auch gut fürs Wohlbefinden. Denn Gewinnen fühlt sich einfach cool an. Wenn man denn gewinnt. 

Junior-Ausgaben der großen Klassiker

Meine Tochter ist vier und zum Glück hat die mächtige Spieleindustrie neben dem ganzen edukativen Spielzeug, den vielen Apps, Konsolen, lärmenden Hässlichkeiten und dem Elektroschrott auch das gute alte Brettspiel für Kinder aufbereitet. Zu den meisten Klassikern im Spieleregal gibt es inzwischen eine Junior-Ausgabe, die das Einstiegsalter weiter runterschraubt. So müssen Kinder nicht mal mehr die Zahlen kennen, sondern können sich an Farben orientieren.

Bei uns im Regal stehen "Kniffel Kids", "Mensch ärgere Dich nicht Kids" und "Uno junior". Und eben das letzte Spiel ist nun ein Grund, warum der Spaß auf der Strecke bleibt. Denn ich verliere immer. Letztens sechsmal hintereinander. Die Zeiten sind vorbei, in denen ich die "+2-Karte" zurückhalte, wir spielen scharf. Rattenscharf. Aber diese kleine Person zockt mich regelmäßig und echt clever ab. Oft wirkt das beiläufig, beim Ablegen der Karten guckt sie meist noch unbeteiligt aus dem Fenster. Das macht die schmerzliche Niederlage nur noch schlimmer. 

Ähnlich ergeht es mir übrigens beim Memory. Bei meiner Frau hatte ich noch nie eine Chance. Ich war froh, wenn ich am Ende 20% der Karten gesammelt hatte. Daher habe ich Memory gern mit meiner Tochter gespielt, da hatte ich lange Zeit die Nase vorn. Aber auch das ist jetzt vorbei. Bei diesem Spiel ist sie ganz die Mutter und holt Karten aus Ecken, die ich noch nie gesehen habe.

Wir haben nun abends auch angefangen, "ching chang chong" oder zu Deutsch "Stein, Schere, Papier" zu spielen. Dreimal. Gewinnt sie, lesen wir zwei Kapitel der "Gute-Nacht-Geschichte". Gewinne ich, lesen wir nur eins. Kommt aber fast nie vor. Die Zeiten, in denen sie immer nur Papier nimmt, waren schnell vorbei. Ich glaube, wir starten bald mit Darts oder auch Fifa 2016 an der PS4. Ich will auch mal wieder ein Gewinnertyp sein.

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