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Daddylicious: Kerzen oder Elektro für Laterne und Tannenbaum?

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und mit ihr eine Grundsatzfrage in vielen Familien: Kerzen oder elektrisches Licht? Kai Bösel schwört auf gemütlichen Kerzenschein - trotz Kleinkinder.

Die bevorstehende Weihnachtszeit erkennt man nicht nur an der üppigen Beleuchtung in den Innenstädten und den Spekulatius in den Supermarktregalen, sondern auch an der Vielzahl kleiner Präsente, die unsere Tochter nun aus der KiTa mit nach Hause bringt. Ich freue mich sehr über diese kleinen, selbstgemachten Mitbringsel. Auch wenn sie nicht immer eine erkennbare Funktion haben, in der Wohnung oft nur Staub fangen und irgendwann mit einer kleinen Portion schlechtem Gewissen entsorgt werden, hatte unsere Tochter bestimmt eine Menge Spaß beim Basteln. Und das ist, was zählt. Natürlich zusammen mit der Absicht, uns eine Freude zu machen.

Das erste Geschenk war eine beklebte Brötchentüte, die als Kerzenleuchter gedacht war. Ich war mit dem liebevoll beklebten Ergebnis ziemlich zufrieden und glücklich über das Präsent. In der Tüte leuchtete bereits ein elektrisch betriebenes Teelicht, welches sogar leicht flackerte. Und das brachte mich auf die Geschichte von heute. Denn so eine Tüte hätten wir vor über 30 Jahren vielleicht auch schon mal aus dem Kindergarten mit nach Hause gebracht. Aber wahrscheinlich wäre dann ein echtes Teelicht dringewesen. Das hätte man dann zuhause feierlich mit den Eltern angezündet und sich an der flackernden Kerze und der Wärme erfreut.

Heute leuchtet die künstliche Kerze schon, während die Kleinen das gebastelte Werk wild schwenkend nach Hause transportieren. Da wird es dann irgendwo abgestellt, kurz nochmal bewundert und dann vergessen. Und genau deshalb bin ich ganz großer Fan von echten Kerzen.
Beim Laterne laufen, auf dem Adventskranz und auch am Tannenbaum. Denn nur so schafft man für alle diese besonderen, feierlichen und bewussten Momente. Natürlich muss man die Laterne immer wieder mal anzünden, wenn der Wind die Kerze ausgepustet hat. Und schlimmstenfalls fackelt die lachende Papiersonne auch mal komplett ab und muss für den nächsten Umzug neu besorgt werden. Aber eine brennende Flamme sorgt für noch etwas mehr Aufmerksamkeit beim Kind, weil es weder mit der Laterne all zu wild schwenken noch sie genervt hinwerfen kann. Bei der Variante mit Batterien im Griff, die eine kleine Glühbirne mit Strom versorgen, braucht das Licht keine besondere Zuwendung.

Ähnlich verhält es sich mit dem Weihnachtsbaum. Sicherlich ist es recht einfach, morgens den Schalter zu drücken und den Baum damit rund um die Uhr mit kleinen LEDs zu beleuchten. Aber auch da gibt es kaum diesen einen Moment, in dem sich die Familie mit viele ooohhsss und aaahhhsss um den Baum versammelt und Weihnachtslieder anstimmt. Denn fünf Stunden später leuchtet der Baum immer noch genau so.

Ich bevorzuge echte Wachskerzen, die gemeinsam entzündet werden. Sie geben nicht zu ersetzendes Licht, flackern etwas und knistern auch mal. Klar muss man dabei viel mehr aufpassen, gerade mit Kleinkindern. Und man sollte auch genügend Wasser in der Nähe bereitstellen, denn nicht selten sorgen echte Kerzen für einen weihnachtlichen Wohnungsbrand. Aufwendiger ist diese Variante natürlich auch, denn echte Kerzen sind nach etwa einer Stunde komplett heruntergebrannt und müssen neu gesteckt werden. Das machen wir pro Jahr nur gut fünf Mal. Trotzdem erleben wir so fünf sehr intensive Stunden vor dem Weihnachtsbaum. Wahrscheinlich mehr als jede Elektro-Familie.

Daher unser Tipp: führt Eure Kinder vorsichtig an die Verwendung echter Kerzen heran. Genießt die Advents-Sonntage beim Familienfrühstück mit einer echten Kerze auf dem Adventskranz, sucht eine schöne Laterne mit Echtkerze aus und lasst es am Heiligen Abend mit flackernden Flammen so richtig feierlich werden. Ansonsten nimmt Euch der elektrische Fortschritt manchmal ein Stück Gemütlichkeit.

Fotos: oben © DADDYlicious // unten © famveldman - Fotolia

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