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Daddylicious Kinder mit dem Fahrrad transportieren – wie geht das am besten?

Daddylicious: Kinder mit dem Fahrrad transportieren – wie geht das am besten?
Um mit einem Kleinkind Fahrrad zu fahren, haben Eltern diverse Transportmöglichkeiten zur Auswahl. Kai Bösel hat einige davon getestet - aber noch immer keine Rundum-glücklich-Lösung. Er braucht daher die Hilfe seiner Leser.

So wie ich mich an meine Kindheit erinnere, war das Fahrrad bis zur Volljährigkeit das wichtigste Fortbewegungsmittel. Und das fing nicht erst an, als ich mit Hilfe von Stützrädern selbst in die Pedalen treten konnte. Denn bis dahin habe ich Kilometer um Kilometer auf dem Rad meiner Eltern "abgerissen". Meist saß mein großer Bruder vorne bei meinem Vater auf dem Rad und ich bei meiner Mutter. Die Füße festgeschnallt auf den herunterklappbaren Fußstützen an der Vorderachse und oben beide Hände am Lenker.

Heute ist das verboten. Festgeschnallte Füße, kein Gurt, keine Sitzschale, kein Helm? Undenkbar. Nun gut. Unsere Tochter ist bereits drei und hat bisher noch keine große Fahrradtour mit uns unternommen. Denn wir haben noch nicht das passende Equipment in der Garage. Und noch sind wir auch nicht ganz sicher, wie Kinder am besten sicher und komfortabel auf zwei Rädern transportiert werden sollten. Daher checken wir mal die zur Zeit möglichen Optionen und freuen uns auf Euer Feedback. Erzählt uns einfach, womit Ihr unterwegs seid und welche guten und schlechten Erfahrungen Ihr mit Euren Kindern auf dem Rad bereits gemacht habt.

Option 1: Fahrradanhänger

Daddylicious: Kinder mit dem Fahrrad transportieren – wie geht das am besten?

Auf den ersten Blick erscheint ein Fahrradanhänger recht praktisch. Ihr könnt sogar zwei Kinder transportieren, die Kleinen sind geschützt vor Wind und Wetter, sie sind angeschnallt und können somit nicht aus dem Anhänger fallen. Die meisten Anhänger wie zum Beispiel der „SafetyTwo“ von "FISCHER – die fahrradmarke" verfügen über einen stabilen Stahlrohrrahmen mit Überrollbügel für den schlimmsten aller möglichen Fälle. Es gibt Licht und Reflektoren und somit ein hohes Maß an Sicherheit. Und auch der Preis passt, die Fahrradanhänger starten bei etwa 150 Euro, einige sind sogar als Jogger-Karre zu verwenden. Soweit die Vorteile. Und trotzdem habe ich Bedenken. Denn zuerst einmal habe ich keinen Blickkontakt zu meinen Kindern und kann mich auch nicht mit Ihnen unterhalten. Auf längeren Touren mit nur einem Kind empfinde ich das als problematisch. Außerdem habe ich im Stadtverkehr auch Sorgen um unaufmerksame Autofahrer, die den Anhänger eventuell übersehen. Und zu guter Letzt muss man sich auch als Fahrer an die neuen Abmessungen gewöhnen. Das würde ich mir zutrauen. Aber im Gesamtpaket hat mich der Fahrradanhänger bisher noch nicht überzeugt.

Option 2. Kinderfahrradsitz für hinten

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Deutlich günstiger als die Anhänger sind Kinderfahrradsitze, die über dem Hinterrad montiert werden. Der Sitz ist abgebaut leichter zu verstauen und lässt sich problemlos auch an Mountainbikes ohne Gepäckträger installieren, denn er wird direkt am Rahmen befestigt. Die meisten Modelle haben mindestens einen Dreipunktgurt und bequeme Polster für ausreichend Sitzkomfort. Gurte und Fußhalterungen lassen sich verändern und so der Größe des Kindes anpassen. Und bei einigen Kinderfahrradsitzen gibt es sogar eine integrierte Federung für eine entspannte Fahrt. Auch Kinderfahrradsitze haben Reflektoren und sind bei Dunkelheit gut zu sehen. Die meisten Sitze dieser Art sind geeignet für Kinder mit einem Gewicht von etwa 9 bis 22 Kilo und somit bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren. In der Theorie. Wenn ich mir dann aber vorstelle, dass wir eine ausgiebige Radtour unternehmen, mir meine Tochter aber stundenlang immer nur auf den Rücken gucken kann, dann finde ich das auch nicht so richtig klasse. Und unterhalten geht bestimmt besser als beim Anhänger, aber auch nur ohne Blickkontakt.

Option 3. Kinderfahrradsitz für vorne

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Wenn man intensiv in das Thema Kindersitz einsteigt, dann findet man am Ende doch wieder Fahrradsitze für vorne. Und auf den ersten Blick gibt es eigentlich nur Vorteile. Das Kind hat freie Sicht nach vorne, Ihr könnt Euch entspannt unterhalten, habt Körperkontakt und Euer Kind immer im Blick. Allerdings ist diese Sitzposition nur für Kinder bis 15 Kilo erlaubt und fällt für mich somit schon aus. Wenn Ihr so einen Sitz für Euer Kleinkind favorisiert, dann setzt ihm auf jeden Fall einen Helm auf und zieht es der Witterung entsprechend an, denn es sitzt ungeschützt "im Wind". Schlafen ist in dieser Position nicht drin und eine Nackenstütze gibt es auch nicht. Daher solltet Ihr auf langen Touren genug Pausen einplanen.

Option 4: Cargo Bikes

Daddylicious: Kinder mit dem Fahrrad transportieren – wie geht das am besten?

Kommen wir abschliessend zur Oberklasse der zweirädrigen Kinder-Transportmittel. Ein Cargo Bike ist ein speziell konzipiertes Lastenfahrrad und daher besonders geeignet, um Kinder zu transportieren. Da gibt es zum Beispiel die Berliner Fahrrad-Manufaktur von Gründer Steffen Mebes, der unter dem Label Michelmobil in 100% Handarbeit ziemlich stylishe Cargo Bikes baut. Die Kinder sitzen dabei vor dem Lenker in einem Cockpit und werden mit einem Dreipunktgurt festgeschnallt. Das Fahrrad ist trotz der höheren Last sehr wendig und einfach zu fahren. Und die Bremsen sind auf das höhere Gesamtgewicht ausgelegt. Einzig der Preis von etwa 2.800 Euro für ein Bike von Michelmobil lassen so ein Gefährt für die meisten wohl ein Traum bleiben. Vielleicht nicht ganz so ansprechend vom Design, aber mit ähnlicher Funktionalität gibt es vergleichbare Cargo Bikes von trioBike ab 2.279 Euro, vom holländischen Hersteller Bakfiets ab etwa 1.600 Euro oder von Babboe ab gut 1.300 Euro. Zum Teil auch mit zwei Vorderrädern. Cargo Bikes bilden allerdings die Oberklasse in Sachen "Kind & Fahrrad". Und sie machen ohne Kinder oder Beladung eigentlich keinen Sinn und sind daher als Daily Driver für den Weg zur Arbeit eher ungeeignet.

Fazit

Insofern ist die Suche nach der perfekten Kombination mit Kind und Rad immer noch nicht beendet. Und jetzt seid Ihr dran. Für welche Variante habt Ihr Euch entschieden und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Fotos: © Fischer // halfpoint (Fotolia) // sonsedskaya (Fotolia) // Michelmobil


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