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Daddylicious: Manchmal muss es eben… Papa sein!

Vater zu sein ist nicht immer leicht. In meinem Fall war von Anfang an besprochen, dass ich mich an der Erziehung unserer Tochter - soweit es der Job zulässt - zur Hälfte beteilige. Und das verstehe ich nicht mal als Verpflichtung, denn ich kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen, als intensive Zeit mit der Kleinen zu verbringen. Das empfinde ich als das größte Geschenk. Sie selbst sieht das allerdings manchmal anders. Und daran hatte ich mehrmals zu knabbern, das gebe ich zu.

Die Erkenntnis, dass in manchen Situationen nur die Mama helfen kann, empfand ich eine Zeitlang als ungerecht, wie hier in meinem therapeutischen Beitrag zu lesen ist. Schließlich hatte ich sie kurz nach der Geburt schon auf der Brust liegen, hab gewickelt, gebadet, herumgeschoben, gesungen und später gefüttert. Aber trotzdem gab es Momente, in denen sie mit Vehemenz nach der Mutter verlangte. Zum Beispiel, wenn sie nachts wach wurde und ich in ihr Zimmer kam. Nicht selten hat sie bei meinem Anblick nur noch lauter geschrien und nach der Mama verlangt.

In dem Moment macht man sich nicht davon frei, nach Fehlern bei sich zu suchen. Aber am Ende muss man einsehen, dass die Kinder selbst entscheiden, wer und was ihnen in welcher Situation am besten tut. Und das kommunizieren sie dann auch. Ohne damit jemanden verletzen zu wollen.

Ich habe meine Rituale mit ihr. Ich lese abends das letzte Buch vor, putze mit ihr die Zähne und zum "Gute Nacht sagen" setze ich mich auf den Boden in einem Zimmer und sie läuft aus der ganz anderen Ecke der Wohnung mit lautem Motorensound a la Evel Knievel in meine Arme. Danach bekommt sie dann von meiner Frau die letzte Milch vor dem Einschlafen. Diesen Job darf ich tatsächlich nur dann übernehmen, wenn ich mit ihr allein bin. "Meine" Rituale hingegen wurden von ihr auch schon mit der Mama eingefordert. Auch ein kleines bisschen ungerecht.

Aber jetzt kommt's - und so erklärt sich dann auch die Überschrift: am letzten Wochenende wollten wir zu dritt ins Hamburger Tropenaquarium, denn das Wetter war schlecht und wir haben uns gerade die Kombi-Jahreskarte im Tierpark Hagenbeck zugelegt. Und dann hat unsere Tochter doch tatsächlich darum gebeten, dass die Mama vielleicht doch besser Zuhause bleibt und deutlich kommuniziert, diesen Ausflug nur mit Papa machen zu wollen. Und alle, die vorher ähnliche Situationen erlebt haben wie ich, die werden verstehen, wie schön sich sowas anfühlt und wie stolz man in dem Moment ist. Auf die Kleine, auf sich und natürlich auch auf die Frau, die diesen Wunsch versteht und uns dann verabschiedet mit den Worten "Viel Spaß, ihr Zwei!" Und den hatten wir wirklich...

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