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Daddylicious: O-Töne aus dem Kinderzimmer

Sie sind brutal ehrlich, wissen vieles besser und haben zu allem etwas zu sagen: Kinder. Und sie setzen die Sprache schnell als Waffe ein.

Sie sind brutal ehrlich, wissen vieles besser und haben zu allem etwas zu sagen: Kinder! In der Regel geht das mit zweieinhalb Jahren los und hört eigentlich nie wieder auf. Dabei entdecken Sie recht schnell, die Sprache als "Waffe" einzusetzen. Sie bestimmen, ob man mitspielen oder überhaupt das Kinderzimmer betreten darf. Sie bestimmen die Anzahl und die Titel der Bücher, die abends vorgelesen werden. Sie haben die logische Antwort auf Unfug. Oder Sie überraschen die Eltern einfach mit Wortwendungen, die entweder frei erfunden oder so nicht aus dem Mund eines Kleinkindes kommen. Wenn Dein zweieinhalbjähriger Sohn Dich beim Abendessen fragt, ob Du ihm mal "freundlicherweise die Kartoffeln rüberreichen" könntest, dann fällt einem gerne mal die Kinnlade runter.

Der Münsteraner Journalist und Autor Ralf Heimann sammelt die Konversationen zwischen Eltern und Kindern auf der Facebook-Seite "O-Töne aus dem Kinderzimmer". "Unter Eltern sind diese Kinderzimmer-Zitate ja eh eines der beliebtesten Gesprächsthemen. Kinder reden ja so unglaublich viel Quatsch. Teilweise wahnsinnig witzigen Quatsch. Eltern erzählen sich das dann abends beim Essen aber nur die wenigsten schreiben das auf", sagt Ralf Heimann zu seiner Idee.

"Kind, lass die Katze in Ruhe! Lass die Katze in Ruhe! Lass die Katze in Ruhe! Lass die Katze... Komm her, ich mach ein Pflaster drauf."

Durch Twitter und Facebook hat sich das geändert, viele Daddys und Mütter halten die O-Töne mittlerweile fest und sie erfreuen sich nicht nur bei Eltern großer Beliebtheit: "Eigentlich kann man Nicht-Eltern mit Kindergeschichten ja jagen, aber in dem Fall glaube ich, das auch viele kinderlose Erwachsene das ganz witzig finden", erklärt Ralf Heimann, der selbst Vater ist.

Vater liest aus einem Robin-Hood-Kinderbuch vor. Sohn zeigt auf die Illustration: "Papa! Wölfe! Hier ein Wölf und da auch ein Wölf!"

Seit Anfang November gibt es die Seite und nach eigener Aussage "quillt sein Postfach über". Jeder kann mitmachen, indem er via Facebook seinem Beitrag sendet. Viele Mütter und Väter sind bereits Wiederholungstäter und der ein oder andere Kommentar geht auch durchaus mal unter die Gürtellinie. Kinder eben...

Wer noch einen "auf Lager" hat, der darf gerne das Kommentarfeld benutzen. Der Ralf pickt sich bestimmt die Sahnestücke raus!

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