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Daddylicious: Zielgruppe Väter – Daddies zücken nicht nur die Kreditkarte

Mit Kindern kann man jeden Tag ein neues Abenteuer erleben: Netzfundstücke mit tollen Momenten.

Jeder, der es nicht bereits selbst mitgemacht hat, kann sich das auch nicht im Geringsten vorstellen. Wenn Du Vater wirst, dann ändert sich Dein Leben auf einen Schlag. Schon vor der Geburt des Kindes öffnet sich ein gesellschaftliches Paralleluniversum. Man checkt auf einmal Kinderwagen nach Form und Größe ab oder beurteilt Babyschalen nach Tragekomfort, wenn sich Väter auf der Straße mit dem Nachwuchs abschleppen. Du fragst Dich, wann die ersten Vans passen, hinterfragst aber gleich Deinen Gedanken, weil die Treter sicherlich nicht die Entwicklung gesunder Füße fördern. Du malst Dir Duelle an der Carrera-Bahn aus, baust im Kopf Dein Baumhaus und im Keller schraubst Du am Kustom-Kettcar. Du schmiedest Pläne für den ersten Urlaub mit Baby oder den Bau vom Sandkasten im eigenen Garten. Dazu kommen dann die "notwendigen" Entscheidungen wie Wickelkommode, Wickeltisch, Bodies, Wärmelampe, Stillkissen und Co.

Kurzum - Deine Flocken haben senile Kontoflucht. Den allein so ein Kinderwagen kostet gut und gerne an die 1.000 Euro. Auf einmal kennst Du Deine Kreditkartennummer auswendig, weil Du die Plastikkarte noch nie so oft in so kurzer Zeit in den Händen halten musstest. Du kaufst Dinge, die Du vorher gar nicht kanntest. Du rennst so oft wie noch nie zum Altpapiercontainer, um die Kartonagen zu entsorgen. Anstatt auf der Couch zu hocken, sitzt Du auf dem Boden des Kinderzimmers und schraubst Dir einen Wolf. Aber Du machst es ja gerne, denn nichts aber auch wirklich gar nichts ist für Dein Kind zu schwer, zu kompliziert und meist auch zu teuer. Genau, weil Du nämlich mit bestimmst. Du trottest nicht gedankenverloren Deiner Frau hinterher, um dann am Ende an der Kasse Dein Konto zu belasten.

So habe ich es kennen und schätzen gelernt. Zuerst in meinem Freundeskreis beobachtet und dann irgendwann habe ich selbst die Erfahrung gemacht. Und dabei geht es nicht nur um Spielzeug und den coolen Kapuzenpullover. Du wirfst ein Auge auf die Inhaltsstoffe so genannter Babynahrung und Du bist als halbwegs intelligenter Mensch erschrocken, wieviel Zucker sich in Fruchtriegeln und ähnlichem Zeugs verstecken kann. Du fasst Hersteller und Marken kritischer ins Auge und vor allen Dingen bist Du schneller enttäuscht oder ungehalten, wenn Produkte ihren Sinn nicht erfüllen. Warum? Weil Deine Zeit kostbar ist und Du sie nicht mit sinnlosen Einkäufen verschwenden möchtest und weil Du Dir von Produkten einen Mehrwert für die Kids versprichst. Wenn die Wasserpistole aussieht, als würde sie Deinen Gegner pulverisieren und der Wasserstrahl gerade mal über Deine Fußspitzen hinausgeht, dann ist das sch*****. Wenn Wachsmalstifte nicht wasserlöslich sind, dann ist das genauso sch***** (für Dich und den Fußboden) und hautverfärbende Badewasserfarbe ist ebenfalls sch*****. Piratenlogo hin oder her.

Das Problem der Daddies da draußen ist folgendes: Recherchierst Du im Netz und landest nicht auf den Pages für coole Daddies, dann bleibt Dir nur der Klick auf die rosagefärbten Mami-Seiten. Und Du willst eigentlich gar nicht wissen, wie so ein Tuch gefaltet werden muss, um das Kind vor Deiner Brust zu transportieren. Du nimmst nämlich lieber eine Babytrage, weil Sie nicht so bescheuert aussieht. Du bewegst Dich auf solchen Angeboten vorsichtig und ohne Aufsehen erregen zu wollen. So ähnlich wie Ripley zwischen den Eiern der Aliens oder Indiana Jones im Tempel des Todes.

Männer sind sowieso eher die defensiven Geniesser. Wir sind froh, wenn wir unseren Lesern das ein oder andere "gefällt mir", "+1" oder einen Retweet abluchsen können. Aber wir wissen auch um das Potential, welches sich hinter dieser Zielgruppe verbirgt. Kaufentscheidungen das Kind betreffend werden heute nicht mehr ohne den Mann gemacht. Ich habe keine Ahnung, ob das früher anders war. Aber ich frage mich heute noch, warum wir Väter noch nicht genauer ins Visier genommen werden. Das geht bei Spielsachen los und hört bei Finanz- und Versicherungsfragen auf. Da sollten sich Hersteller, Dienstleister und Verkäufer mal Gedanken machen.

copyright Bildmaterial/Artwork: DADDYlicious GbR

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