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Australien: Ehepaar erfindet für seine Tochter einen neuen Nachnamen und löst eine intensive Debatte aus

Kreative Vornamen sind nichts Neues und haben auch in Deutschland Kindern Namen wie Pumuckl und Rapunzel beschert. Doch dass ein Paar aus Sydney seiner Tochter nun einen Nachnamen gab, der eine Mischung aus denen beider Eltern ist, sorgte für Gesprächsstoff. Freunde und Bekannte sorgen sich um die Familientradition.

Courtney Cassar und Laura Sheldon auf einem Selfie bei Facebook

Courtney Cassar und Laura Sheldon mischten aus ihren Nachnamen einen neuen für ihre Tochter

"Jede Person kann jeden Namen führen und ohne behördliche Genehmigung den Namen ändern, sofern dies nicht zu betrügerischen Zwecken geschieht", heißt es im Bürgerlichen Recht Australiens. Bei Ehepaaren gilt grundsätzlich: "Erlaubt ist, was gefällt." Was in Deutschland zum Teil zu sehr langen Doppelnachnamen von Ehepartnern führt, darf man auf der anderen Seite der Erde also deutlich kreativer lösen. Doch dass ein junges Elternpaar aus Sydney seine Nachnamen einfach mischte, um ihn seiner Tochter Lyla zu geben, stieß auf gespaltene Reaktionen.

Schon vor der Schwangerschaft begannen im Hause Cassar/Sheldon die Diskussionen, berichtet die australische Nachrichtenseite "news.com.au": Wie würden Courtney Cassar und Laura Sheldon ein gemeinsames Kind nennen? Die beiden einigten sich darauf, aus ihren Nachnamen einen neuen für ein Kind zusammenzusetzen. Als nun ihre Tochter das Licht der Welt erblickte, verkündeten Cassar und Sheldon, sie würde Lyla "Casseldon" heißen, also den vorderen Namensteil des Vaters, den hinteren der Mutter erhalten. "Ich mag die Idee, dass unsere Tochter einen Teil von jedem von uns hat", zitiert "news.com.au" den Vater. "Wir haben mit verschiedenen Nachnamen herumgespielt und fanden einen, den wir mögen und der wie ein Nachname klingt."

Sorge um den Stammbaum

Doch nicht jedem in der Familie gefiel die Lösung und auch Freunde des Paares reagierten unterschiedlich. Manche zweifelten sogar an, dass dieses Vorgehen tatsächlich legal sei. Offenbar waren sie besorgt, dass das unkonventionelle Paar einen Fehler gemacht haben könnte.

Die im Freundes- und Familienkreis geführten Diskussionen gingen laut "news.com.au" online weiter. "Familienstammbäume werden in Zukunft viel schwieriger", bemerkte jemand. "Früher trug man seinen Nachnamen mit Stolz, weil er zeigte, woher deine Familie und deine Tradition stammt", kommentierte ein weiterer. "Das zeigt jetzt nur noch, dass deine Eltern Hipster sind."

Andere verteidigen die Namenswahl und schreiben: "Es ist das Recht der Eltern, ihr Kind so zu nennen, wie es ihnen gefällt." Und damit haben sie Recht. In New South Wales (NSW), wo Sydney liegt, müssen Eltern tatsächlich lediglich bei der Geburt, der Heirat und dem Tod eines Kindes seinen ursprünglichen vollen Namen angeben. Die Anzahl an Kindern, die nicht den gleichen Nachnamen wie ihre Eltern tragen, ist auf etwa 10 Prozent angestiegen.

Quellen: "news.com.au", Verwaltungsvorschriften

bal
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