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Babys im Krankenhaus vertauscht: Familien bekommen fast zwei Millionen Euro Schadensersatz

Nach 20 Jahren bei den "falschen" Eltern: Zwei Familien in Südfrankreich erhalten fast zwei Millionen Euro Schadensersatz, weil ihre Töchter kurz nach der Geburt vertauscht worden sind.

Manon Serrano (r) und Sophie Serrano (l) im vergangenen Dezember. Durch einen DNA-Test erfuhr die Familie vor zehn Jahren, dass Manon nach der Geburt vertauscht wurde.

Manon Serrano (r) und Sophie Serrano (l) im vergangenen Dezember. Durch einen DNA-Test erfuhr die Familie vor zehn Jahren, dass Manon nach der Geburt vertauscht wurde.

Gut 20 Jahre nach der Vertauschung von zwei Babys in Frankreich erhalten die betroffenen Familien insgesamt knapp zwei Millionen Euro Entschädigung. Das hat ein Gericht im südfranzösischen Grasse entschieden, wie die Anwältin der Klinik in Cannes, Sophie Chas, am Dienstag mitteilte. Die Familien hatten mehr als zwölf Millionen Euro Schadensersatz verlangt.

Die betroffenen jungen Frauen werden nach diesem Urteil je 400.000 Euro bekommen, der Rest verteilt sich auf Eltern und Geschwister. Die neugeborenen Mädchen Manon und Mathilde waren im Sommer 1994 in der Klinik in Cannes vertauscht worden. Beide bekamen nach ihrer Geburt Gelbsucht und wurden aus Platzgründen zusammen in ein Kinderbettchen gelegt. Eine Krankenpflegerin vertauschte dann die beiden Babys. Obwohl die Mütter sofort Zweifel äußerten, insbesondere wegen der Länge der Haare, wurden sie mit dem Hinweis beruhigt, das liege an den Wärmelampen im Brutkasten.

Erst ein DNA-Test deckte die verhängnisvolle Verwechslung auf. Die beiden jungen Frauen haben einander und ihre leiblichen Eltern kennengelernt, einen "Rücktausch" werde es nicht geben. Alle Beteiligten wollen nach dem Prozess den Blick in die Zukunft richten und das Geschehene vergessen.

vim/DPA / DPA
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