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Verkehrschaos vor Grundschule: Halteverbot für "dumme Eltern" – manchmal hilft nur der Holzhammer

Da hat es jemandem gereicht: Zum Schulbeginn hat ein Unbekannter vor einer Grundschule ein unübersehbares, selbstgebautes Verkehrsschild aufgestellt. Das klassische Halteverbot wurde von den "dummen Eltern" täglich ignoriert.

Nicht nur Eltern von Schulkindern kennen das leidige Problem verstopfter Straßen um kurz vor acht Uhr morgens, wenn Wege mit einer Schule in unmittelbarer Nähe einfach nicht mehr zu passieren sind. Autos parken in der zweiten und dritten Reihe, Mami oder Papi lassen ihr Kind aussteigen, reichen noch den Ranzen an oder steigen selbst gar aus, um noch einmal mit der Klassenlehrerin zu sprechen. Es sind nicht zwingend Helikoptereltern, die ihre Kleinen morgens zur Schule bringen. Grundschüler gehen in der Regel in der ersten Klasse noch nicht allein aus dem Haus. Warum die Eltern aber mit dem Auto kommen, versteht auch Schulleiter Mario Grasse, 58, nicht, wie er der "BZ" sagte. Vor seiner Schule stand pünktlich zum Schulbeginn nach den Sommerferien am 20. August ein neues Schild. Und es hat funktioniert.

Die Victor-Gollancz-Grundschule in Berlin-Frohnau ist verkehrstechnisch gut angebunden. Etliche Bushaltestellen liegen in der Nähe und zur S-Bahn ist es auch nicht weit. Doch manche Eltern liefern ihre Kinder täglich mit dem Auto an. Trotz Halteverbots parken sie vor der Schule und das zwei Mal pro Tag: zum Hinbringen und Abholen. Nicht nur legen sie so den restlichen Verkehr lahm, sondern machen die schmale Kopfsteinpflasterstraße auch für jene Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen, extrem unübersichtlich und damit gefährlich.

Halteverbot für dumme Eltern: ein deutliches Signal, leider nur für kurze Zeit

Einem Unbekannten ging der Zustand derart gegen den Strich, dass er selbst ein Schild baute: größer als das reguläre Hälteverbotsschild, das sich vor der Schule befindet. Und mit einem eindeutigen Zusatz: "Für dumme Eltern". Am Montagmorgen stand es auf dem Bürgersteig, niemand weiß, von wem es kam. Was jedoch auffiel, war, dass es Wirkung gezeigt hat: Die Autos hielten nicht mehr unmittelbar vor dem Schuleingang.

Am Freitag allerdings baute das Ordnungsamt das Schild wieder ab, wie die "BZ" berichtet. Sie zitiert das Büro des zuständigen Stadtrats Sebastian Maack (AfD) mit der Begründung, es sei "gegen die Straßenverkehrsordnung". Die Folge war, dass am Montag drauf die Eltern wieder vor der Schule hielten.

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