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Überfordert in der Corona-Zeit Eine Zeichnung zeigt die Realität von Eltern und Kindern im Homeoffice


Homeschooling und Homeoffice verlangen vielen Familien alles ab. Die Beziehungen bleiben oft auf der Strecke. Die Zeichnung eines sechsjährigen Kindes aus den USA zeigt die traurige Wirklichkeit.

Die Corona-Pandemie fordert sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern große Opfer. Besonders Familien leiden oft unter der Situation, die durch die Schutzmaßnahmen entstanden ist. Kinder können nicht mehr in die Schule oder Kita gehen, kaum Freunde treffen und müssen zu Hause lernen. Eltern arbeiten oft im Homeoffice, müssen nebenbei die Kinder betreuen und nicht selten auch den Ersatzlehrer geben.

Wie der Familienalltag in der Pandemie aussieht und wie er an den Nerven zerrt, zeigt ein Bild, das die US-Amerikanerin Priya Amin auf der Socia-Media-Plattform LinkedIn veröffentlicht hat. Gemalt hat es ihr sechsjähriger Sohn Kirin. Zu sehen ist er selbst als Strichmännchen, das fragt: "Mama, bist du fertig?" Die Mutter, die am Schreibtisch vor ihrem Computer sitzt, sagt: "Nein." Offenbar hat der Junge eine Szene gezeichnet, wie sie sich in der Familie gerade immer wieder abspielt.

Überfordert in der Corona-Zeit: Eine Zeichnung zeigt die Realität von Eltern und Kindern im Homeoffice
© Priya Amin / LinkedIn

Die Kombination aus Homeoffice und Homeschooling überfordert Eltern und Kinder

Das ist auch seiner Mutter bewusst. Fast jeden Abend sei die Lage so wie auf dem Bild dargestellt, schrieb Priya Amin in ihrem Beitrag auf LinkedIn: Selbst nach 18 Uhr sei ihre To-do-Liste noch so lang, dass sie kaum Zeit für ihr Kind finde. "Mama, bist du fertig?" – "Diese vier Worte haben mir das Herz gebrochen", bekennt Amin. Im Homeoffice gelinge es ihr kaum noch, Arbeit und Privatleben zu trennen. Amin ist CEO eines Unternehmens im US-Bundesstaat Pittsburgh. Zu Anfang der Pandemie stand sie jeden Tag um vier Uhr morgens auf, um zu arbeiten, sich dann um ihre Kinder zu kümmern und am späten Abend wieder zu arbeiten. Homeschooling und Homeoffice in Kombination fühlen sich für sie oft "überfordernd" an.

Neben Kirin, der in die erste Klasse geht, hat Amin noch ein weiteres Kind, das die fünfte Klasse besucht und momentan ebenfalls zu Hause lernt. Immer wieder müsse sie ihre Arbeit unterbrechen, um nach den Kindern zu sehen, schreibt sie: "Diese 'Pausen' verringern meine Produktivität." Oft fühlt sie sich schuldig: "Schuldig, nicht genug zu arbeiten. Schuldig, mental und emotional nicht in der besten Verfassung zu sein. Schuldig, Zeit mit meinen Kindern nur noch als Transaktion zu sehen und nicht mehr bewusst Zeit mit ihnen zu verbringen."

Wie reagieren die Arbeitgeber?

Viele Eltern in den USA und auch hierzulande wissen genau, was Priya Amin mit diesen Worten meint. Sie üben täglich einen Balanceakt, der kaum zu schaffen ist. Von den Arbeitgebern fordert Amin Maßnahmen, die Familien dabei helfen, die "mentalen, emotionalen und körperlichen" Probleme, die in dieser Situation entstehen, aufzufangen. An andere Eltern, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, schreibt Amin: "Wenn ihr auch mal so ein Bild bekommen habt oder ihr das Gefühl habt, zu versagen, dann denkt bitte daran, dass ihr nicht allein seid."

Quellen: Priya Amin auf LinkedIn / "Good Morning America" 

epp

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