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Kinder allein im Einkaufszentrum: Über 600 Menschen gehen einfach vorbei

Für ein TV-Experiment stehen zwei kleine Mädchen allein in einem Londoner Einkaufszentrum. Versteckte Kameras filmen, wer den Kindern seine Hilfe anbietet und wer nicht. Das Ergebnis schockiert.

Was würden Sie tun, wenn Sie ein kleines Mädchen sehen, dass allein durch ein Einkaufszentrum irrt?", fragt die Reporterin in einem Video zu einer TV-Show. "Wir würden stehen bleiben und dem Kind helfen" - so die einhellige Antwort der Befragten. Doch ein Experiment des Fernsehsenders Channel 5 in einem Einkaufszentrum in London zeigt ein anderes Bild. 616 Menschen gingen an Uma, sieben Jahre alt, und Maya, fünf Jahre alt, einfach vorbei. Nur eine Frau blieb stehen, um ihre Hilfe anzubieten. Eine von mehr als 600 Erwachsenen.

An einem Samstag standen die beiden Schwestern eine Stunde lang nacheinander im Victoria-Place-Shoppingcenter mitten in London. Ihre Mutter verfolgte das Geschehen nur ein paar Meter entfernt. Ihrer älteren Tochter, Uma, half niemand. Bei der fünfjährigen Maya blieb irgendwann eine ältere Dame stehen und fragte das Mädchen, ob sie ihr helfen könne.

In Großbritannien war die Aufregung über das soziale Experiment schon vor der Ausstrahlung der Sendung am Dienstagabend groß. Die Kinderschutzorganisation NSPCC rief die Bevölkerung dazu auf, besser auf die Jüngsten der Gesellschaft zu achten. Laut der "Daily Mail" sehen Experten zwei Gründe für das Verhalten der Erwachsenen. Zum einen seien die Menschen so beschäftigt, dass sie weniger auf andere achteten. Zum anderen hätten vielen Passanten - besonders Männer - Angst, dass ihre Hilfe falsch verstanden würde. Sie wollen nicht als "fremde Gefahr" wahrgenommen werden, die sich kleinen Mädchen nähert.

vim
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