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Neues Gesetz: Tadschikistan verbietet ausländische Vornamen für Babys

Kein Kevin, keine Jacqueline und erst recht keine Apple: In Tadschikistan werden Vornamen mit ausländischer Herkunft verboten. Auch die Benennung nach Gegenständen soll untersagt werden. Harte Zeiten für junge Eltern in der Ex-Sowjetrepublik.

Baby weint

Findet das gar nicht gut: Der kleine Justin Jeremy 

Während Kim Kardashian ihren Sohn Saint nennt und weltweit immer mehr Kinder nach Fernsehserien und Disney-Filmen benannt werden - so belegen zum Beispiel Aria aus "Game of Thrones" und Elsa aus "Frozen" immer höhere Plätze in den Hitlisten - besinnt sich Tadschikistan auf seine Wurzeln. Die Ex-Sowjetrepublik will Vornamen ausländischer Herkunft für Neugeborene verbieten. In Zukunft sollen Eltern aus einem Sortiment von 4000 bis 5000 tadschikischen Namen wählen können - modernen und traditionellen Vornamen.


Insbesondere russische Namen, die in der Bevölkerung anscheinend immer mehr Anhänger finden, sollen verschwinden. Schon vor Jahren hatte sich der autoritäre Staatschef Emomali Rachmon über russische Wörter wie Wolk (Wolf) und Topor (Axt) als Vornamen beschwert, "die uns und alle anderen verschrecken". Aber auch Namen aus dem Arabischen sollen verboten werden, wobei in dem islamischen Land Ausnahmen für Vornamen wie Mohammed, Hassan, Hussein, Fatima oder Suchra gemacht werden sollen.

Sitora und Dschachongir

Schaut man sich die Liste der beliebtesten Namen für Neugeborene in Deutschland an, würde sich bei einem ähnlichen Vorstoß der deutschen Regierung gar nicht so viel an den Top Ten ändern. Der Trend der letzten Jahre geht hin zu alten, deutschen Namen. Kevin, Justin und Chantal sind ganz von allein verschwunden. Aber auf einen ähnlichen Trend wollte Rachmon in Tadschikistan nicht warten, sein Parlament will das entsprechende Gesetz noch in diesem Jahr erlassen. Rachmon legt schon länger alles daran, die Kultur des armen Gebirgslandes in Zentralasien zu schützen.

Derzeit populäre tadschikische Namen sind Sitora (Stern) für Mädchen, Dschachongir oder Bachodur (der Starke) für Jungen. Auch Tiere oder Gegenstände dürfen nicht mehr als Namensgeber dienen. Seit in Tadschikistan das Wasserkraftwerk Rogun weitergebaut wird, sind für Jungen Vornamen wie Rogunscho und Schachrogun in Mode gekommen.

vim / dpa
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