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Von Manager-Mama bis Hippie-Papa: Kennen Sie die Typologie der Spielplatz-Eltern?

Heutzutage geht ja kaum ein Kind mehr alleine auf den Spielplatz, mindestens ein Elternteil ist immer dabei. Hier eine kleine Übersicht über die verschiedenen Typen - und Strategien zum Umgang.

Kopfüber aus dem Klettergerüst baumeln? Das treibt übervorsichtige Eltern in den hysterischen Anfall, während die Manager-Mama das im Zweifel gar nicht mitbekommt.

Kopfüber aus dem Klettergerüst baumeln? Das treibt übervorsichtige Eltern in den hysterischen Anfall, während die Manager-Mama das im Zweifel gar nicht mitbekommt.

Vorbei die Zeiten, als Kinder den Spielplatz für sich allein hatten und sich gegenseitig bespaßen oder mit dem Schäufelchen auf die Rübe kloppen konnten, bis einer weint. Heute rutschen und baggern die Kleinen fast immer in Begleitung (unter Überwachung) ihrer Eltern. Und die ähneln sich oftmals erstaunlich in Verhalten und Gebaren - von desinteressierten Manager-Eltern bis hin zu den Übervorsichtigen ist alles dabei. Überall. Immer wieder.

Natürlich gibt es auch ganz normale Eltern auf dem Spielplatz - Sie sind ja schließlich auch da. Und für Sie ist daher auch diese kleine Typologie der Spielplatz-Eltern. Und - damit sich kein Konflikt hochschaukelt und Ihr Blutdruck nicht auf 180 klettert - zusätzlich ein paar Tipps zum Umgang.

Die Klatschbase. Für ihn oder sie geht es primär ums sehen und gesehen werden. Farblich zu Crocs oder Uggs abgestimmtes Eimerchen, der Spross voll ausgerüstet mit North-Face-Outdoorklamotten. Kommt man mit einer Klatschbase ins Gespräch, gibt es nur ein Thema: die anderen. "Hast du schon gehört..." oder "Ich will ja nichts sagen, aber..." sind klassische Phrasen. Er oder sie kennt jede Verfehlung und überblickt als einzige/r das soziale Geflecht der großen und kleinen Spielplatzbesucher. Und egal, wie innig er oder sie mit Ihnen ins Lästern vertieft ist - sobald jemand Spannenderes auftaucht, sind Sie abgeschrieben. Und werden im Zweifelsfall selbst zum Thema.

Strategie im Umgang:
Kommt eine Klatschbase in Gesprächsabsicht auf Sie zu, einfach mit dem Finger auf einen nahestehenden Baum zeigen, "Oh, ein Eichhörnchen - wie süß!" rufen und weggehen.

Der/ die Manager/in.

Er oder sie steht oft etwas abseits, hat stets das Smartphone im Anschlag und nie Zeit zum Anschwung geben. "Ja, gleich Mäuschen - ich muss nur noch mal kurz..." und "Mach' mal eben alleine, ich komm' ja gleich..." gehören zum Standard-Repertoire. Der Manager-Typus checkt permanent Mails und Social-Media-Aktivitäten und versucht, Kind und Karriere unter einen Hut zu kriegen, scheitert dabei aber an der eigenen Unorganisiertheit - Spielplatzzeit ist nicht Arbeitszeit. Der bedauernswerte Nachwuchs verbleibt nämlich unschlüssig, ob er jetzt allein spielen darf oder doch auf Mama oder Papa warten soll.

Strategie im Umgang:
Ein Gespräch wird sich wahrscheinlich nicht ergeben, daher einfach die Initiative ergreifen und Interaktion mit dem Kind anregen, vielleicht mit: "Wie schön Ihr Kind schaukelt. Das wäre sicher ein tolles Instagram-Motiv."

Das Hippie-Elterntier.

Schwebt im Sommer barfuß und in ein gar nicht so dezentes Patchouli-Wölkchen gehüllt über den Spielplatz. Kniet gern zwecks tiefer, gemeinsamer Erfahrung mit dem Kind im Sand ("auf Augenhöhe"), leitet den Sprössling zum Spielplatz-Yoga an und reicht bei Bedarf vorgeschnittenes Obst und zuckerfreie Amaranth-Riegel. Lieblingssätze. "Mir ist bio ja superwichtig..." und "Das muss er/sie für sich selbst herausfinden..." Problem: Das Hippie-Kind benimmt sich zuweilen wie die Axt im Walde, macht Arschbomben in frisch gebaute Sandburgen oder schubst, wenn Mutti/Vati sich grad eine American Spirit dreht, andere Kinder von der Rutsche.

Strategie im Umgang:
Das Hippie-Kind in einem unbeobachteten Moment mit Snickers, Schokobons oder Maoams anlocken und ihm zuflüstern: "Wenn du den Scheiß sein lässt, kriegst du vielleicht noch eins."

Der/ die Begleiter/in.

Zählt strenggenommen nicht zu den Eltern. Steht zumeist planlos am Rand herum, hält Ausschau nach dem zu betreuenden Kind und ist heillos überfordert. Häufigste Sätze: "Haben sie den Kleinen im roten Pulli irgendwo gesehen?" und "Verletzen sich hier eigentlich oft Kinder?" Der/ die Begleiter/in hat keinen eigenen Nachwuchs, ist nur kurz eingesprungen (wahrscheinlich für den Manager-Typus) und hat furchtbare Angst, was falsch zu machen.

Strategie im Umgang:
Falls noch Schokolade übrig ist - stecken Sie ihm oder ihr eins zu, legen Sie die Hand auf die Schulter und sagen: "Wissen Sie noch, als Sie damals klein waren? Sie haben es überlebt, alles wird gut. Der Kleine im roten Pulli steht übrigens grad oben auf der Rutsche und winkt."

Der/ die Entertainer/in.

Geht insgeheim offensichtlich viel lieber auf den Spielplatz als sein Kind und hat dort den Spaß seines Lebens. Der Entertainer trällert uralte Smash-Hits von Rolf Zuckowski, die außer ihm keiner mehr kennt, steht als erstes ganz oben auf dem Klettergerüst und nervt alle mit Tante-Erna-Witzchen. Typische Sätze: "Guck mal, der Papa macht's dir eben vor..." und "Von den blauen Bergen kommen wir...". Wenn dann die erste Sandkistenpolonaise angeführt wird, wendet sich nicht nur sein Kind beschämt ab.

Strategie im Umgang:
Eigentlich reicht ein Satz. "Schon schade, dass Sie nicht mehr in die Rutsche passen." Danach ist erst mal Ruhe. Für zehn Minuten.

Der/ die Übervorsichtige.

Die Essenz der Helikopter-Eltern, kreist mit Argusaugen um die Brut. Klassische Phrasen: "Lass' das!", "Komm' da SOFORT runter!", "Fass' das JA nicht an!" Der/ die Übervorsichtige ist häufig über 40 und versucht nun - nach gelungener Karriere - sich durch Fortpflanzung und Aufzucht eines weiteren Erfolgsmenschen zu verwirklichen. Da ein zweites Kind nur unter großer Anstrengung was werden könnte, muss das erste besonders gut behütet werden. Zum Leidwesen des gesamten Spielplatzes.

Strategie im Umgang:
Verwickeln Sie ihn oder sie in ein Gespräch über frühkindliche Musik-Erziehung und Kindergarten-Mandarin. So kann das Kleine vielleicht mal zehn Minuten ordentlich im Dreck wühlen.

Und jetzt: Viel Spaß auf dem Spielplatz!

jbw
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.